WÜRZBURG

Absage der Sandkerwa: Wie sicher sind die Würzburger Feste?

Keine Angst: Das KIliani-Volksfest auf der Talavera ist nicht in Gefahr abgesagt zu werden wie die Bamberger Sandkerwa. Foto: ArchivPatty Varasano

Kann so etwas wie die Absage der Sandkerwa in Bamberg auch Würzburg treffen? Schließlich hat die Domstadt ja doch zwei Volksfeste, die von der Stadt, und einige Groß-Feste, die von Vereinen organisiert werden.

Ein Beispiel ist das alljährliche Stadtfest im Herbst, das bis zu 150 000 Besucher anlockt. Wird es denn im Herbst 2017 eine Fortsetzung geben? Immerhin veranstaltet des Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ (WümS) die beliebte Veranstaltung schon seit 28 Jahren.

Spaß nicht vermiesen lassen

An der Reaktion von Geschäftsführer Wolfgang Weier merkt man, dass er da wenig Spaß versteht. „Wir lassen uns den Spaß in unserer Stadt am Feiern nicht vermiesen.“ Und ja, natürlich werde es wieder ein zweitägiges Stadtfest geben.

Der Termin steht auch schon fest: 15. und 16. September 2017 für Fest Nummer 29. Für Weier käme so ein Verhalten wie in Bamberg nicht in Frage. „Das Verhältnis und die Zusammenarbeit mit Würzburg ist so gut, dass eine Absage ohne die Stadt zu informieren, nicht möglich wäre“.

Kostenexplosion

Zum Glück steht das ja auch nicht im Raum. Natürlich seien die Kosten wegen der verschärften Sicherheitslage in Deutschland explodiert. Immerhin habe das Sicherheitskonzept 150 Seiten. Die Kosten für die Polizei übernehme der Freistaat, den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) die Stadt, die Sicherheitsleute an den Bühnen bezahlen die Betreiber wie Mediengruppe Main-Post oder Radio Gong selbst. WümS selbst teilt sich die Kosten für die Sanitäter mit der Stadt und stellt eigene Security-Einsätze. 2016 waren das bis zu 24 Leute.

Stadtfest-Organisation kostet 50 000 Euro

Der Stadtmarketing-Verein braucht für ein Stadtfest etwa 50 000 Euro, schätzt Weier. Doch man ist breit aufgestellt, breiter als der Bürgerverein in Bamberg und hat viele Beteiligte, analysiert der Geschäftsführer. Jeder Teilnehmer zahlt einen Werbekosten-Zuschuss und dann sind da noch die wichtigen Sponsoren, ohne die das Fest in der Dimension nicht möglich wäre. „Wir schaffen es immer, kostendeckend herauszukommen.“

Weindorf startet am 24. Mai

Zweimal im Jahr wird der Würzburger Marktplatz zum Mekka der Weintrinker: Das beliebte Weindorf startet in diesem Jahr am 24. Mai und endet am 5. Juni. Und die kleinere aber exklusivere Weinparade beginnt am 24. August und endet am 3. September. Veranstalter ist auch ein Verein: „Würzburger Festwirte“.

Andreas Korger, Chef vom Greifenstein's, sagt, dass die zwölf Wirte guter Dinge sind für das 31. Weindorf. „Wir haben eine gute Basis.“ Aber eines macht er auch deutlich: Auflagen für Sicherheit und die Kosten der Veranstaltung steigen jedes Jahr. Auch er lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und der Berufsfeuerwehr.

50 private Sicherheitsleute

Etwa 50 vom Verein bezahlte Sicherheitsleute und der städtische Kommunale Ordnungsdienst sorgen für das subjektive Wohlbefinden der Gäste. „Außerdem übernimmt auch jede Bedienung und jeder Helfer an den Hütten Sicherheitsfunktionen.“

Für die Wirte ist das eine Mischkalkulation für beide Veranstaltungen. Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, gleiche sich das im nächsten Jahr wieder aus. Aber für Weindorf und Weinparade gilt auch: „Wir kämpfen jedes Jahr und es wird nicht einfacher“, sagt der Sprecher. Aber Absagen sind hier nicht in Sicht.

Bamberg und Würzburg nicht vergleichbar

Und wie sieht es mit den beliebten Volksfesten aus? Immerhin locken das Frühjahrsvolksfest und das Kiliani-Fest im Juli viele Hunderttausend Besucher an. Sind die in Gefahr?

„Die Veranstaltungen in Bamberg und in Würzburg sind kaum vergleichbar, weil das Kiliani-Volksfest in Würzburg auf dem Festplatz auf der Talavera und nicht zentral in der Innenstadt stattfindet“, äußert sich Kommunalreferent Wolfgang Kleiner unmissverständlich.

Und sein Volksfestorganisator Uwe Zimmermann fügt hinzu: „Es liegen keinerlei Erkenntnisse vor, die dazu führen würden, das Fest abzusagen. Kiliani-Fans können sich darauf freuen.“

Großes Sicherheitskonzept

Für die Feste gebe es ein Sicherheitskonzept der Stadt Würzburg als Direktveranstalter, das mehrere öffentliche und private Sicherheitsakteure zusammenführe und im Einsatz abstimme. Operative Vorgehensweisen für Notfälle würden im Rahmen einer Sicherheitskonferenz mit allen Beteiligten vor den Volksfesten abgestimmt.

Die Kosten für die Feuerwache vor Ort und für die BRK-Sanitätswache auf dem Festgelände übernimmt die Stadt als Veranstalter, so Kleiner. Ebenso setzt sie den eigenen KOD ein und beauftragt einen privaten Sicherheitsdienst. Die Festwache der Polizei ist ein weiterer Sicherheitsfaktor und werde vom Staat als dessen Aufgabe angesehen.

Auch im Festzelt und im Almhüttendorf gibt es Sicherheitskonzepte und eigenes Sicherheitspersonal, das von den Betreibern selbst getragen wird, so Stadtsprecher Georg Wagenbrenner.

Den städtischen Kosten für Sicherheit, Sauberkeit, Werbung, Technik, Personal, Feuerwerk und vieles andere stünden die Einnahmen aus den Platzentgelten der Schausteller gegenüber. Hier sei die „Jahresbilanz" der Volksfeste nahezu ausgeglichen.

Kiliani-Fest kostet 200 000 Euro

Zimmermann beziffert die Kosten für Organisation und Durchführung des alljährlichen Kiliani-Volksfestes auf rund 200 000 Euro. Da sind die städtischen Personalkosten inbegriffen. Und etwa die gleiche Summe komme an Platzmieten von den Schaustellern und vom Festzelt.

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