WÜRZBURG

Absurde Komödie über Liebe, Arbeit und Freizeit

Junges, frisches Theater: Die absurde Komödie „Hearts IV – Mehr Zeit für die Liebe“ über Liebe, Arbeit und Freizeit hatte in der Theaterwerkstatt Premiere.
Junges, frisches Theater: Die absurde Komödie „Hearts IV – Mehr Zeit für die Liebe“ über Liebe, Arbeit und Freizeit hatte in der Theaterwerkstatt Premiere. Foto: Theaterwerkstatt

Hereinspaziert! Der Zirkusdirektor bittet das Publikum zu „Hearts IV“ in die Theaterwerkstatt. In seiner Manege führt er die Arbeitstiere vor, lässt sie nach Überstunden und Beförderungen schnappen – bis einer nach dem anderen sein Stühlchen verliert und das Business-Outfit durch den Schlabber-Bademantel ersetzt.

Und wenn die Arbeit erst mal weg ist, dann bleibt – so auch der Untertitel des Stücks – mehr Zeit für die Liebe.

Bunt, wild und immer anders als erwartet: „Hearts IV“ wurde von Heidi Fuchs zusammen mit ihrem Ensemble entwickelt, in nur sechs Wochen. Das Ergebnis strotzt nur so vor Ideen und Einfällen, witzig, absurd, treffend – und an vielen Stellen zum Brüllen komisch.

Hier gibt es den Zirkusdirektor (Sebastian Zappe), der mit seinem Franchise-Zirkus gescheitert ist und nun in Unterhosen dasteht, dort ist Amor (Markus Fresz), der keine Lust mehr hat, da sein Kleber nicht mehr klebt.

Hirn (Katharina Leukert) und Herz (Larissa Fritz) zeigen sich in ihrem sadomasochistischen Liebesverhältnis, und der Hase (Lisa Schopf) hat die Turbobeziehung erfunden: Von Kennenlernen über Zusammenziehen bis zur Trennung an nur einem Abend.

Überraschungen in der Perücke

Professor Dr. Celsius (Annika Semmler) arbeitet an der Formel für die Liebe und zieht dabei die ein oder andere Überraschung aus der silbergrauen Perücke, während sich seine Assistentin, die Tomate (Sina Neuberger), fragt, wohin ihre Liebe verschwunden ist. Und dann gibt es noch den Soldaten (Nico Zuk), der ebenfalls auf der Suche ist. Wonach? Der Liebe natürlich.

Und die Arbeit? Der Hase weiß: Die Arbeit gib den Maschinen, die Liebe lass den Menschen!

„Hearts IV“ ist ein richtiges Werkstattprojekt: Es steckt Herzblut darin, die Begeisterung der Mitwirkenden ist greifbar und ansteckend, der Ideenreichtum üppig. Hier haben zweifellos kreative Köpfe ihre Köpfe zusammengesteckt. Ein kreativer Kopf war dabei federführend und unermüdlich am Werk: Heidi Fuchs. Die 1986 in Bonn geborene Dramatikerin wurde 2013 für ihr Stück „Das Trojanische Kalb“ mit dem Leonhard-Frank-Preis ausgezeichnet, seit 2012 studiert sie szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin.

In der Theaterwerkstatt ist Heidi Fuchs längst keine Unbekannte mehr: Drei Jahre lang baute sie (damals noch Werkstattbühne) die Bühnenbilder, letztes Jahr inszenierte sie hier ihre „Mini Payback Show“.

Fazit: Junges, frisches Theater, das neugierig macht auf künftige Stücke.

Aufführungen bis 26. April und vom 20. Mai bis 13. Juni jeweils am Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag um 20 Uhr.

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