WÜRZBURG

Africa Festival: Lebensfreude? Aber mit Sicherheit!

Africa-Festival Würzburg

Sicherheit wird groß geschrieben: 2400 Meter Zaun, 70 Security-Mitarbeiter, vier davon mit sogenannten Bodycams, und strenge Taschen- und Sicherheitskontrollen an allen Eingängen sollen bei dem an diesem Donnerstag beginnenden 29. Africa Festival auf den Würzburger Mainwiesen unterhalb der Talavera für die Sicherheit der Besucher sorgen.

„Unsere Mitarbeiter werden in jedes Gepäckstück, egal ob Tasche oder Rucksack hineinsehen“, kündigte Festivalchef Stefan Oschmann bei der letzten Pressekonferenz vor der Eröffnung am Dienstagvormittag an. Er erinnerte daran, dass auch schon in den Vorjahren Hunde, Glasbehälter oder eigene Getränke nicht mit aufs Gelände mitgebracht werden durften. Das ist auch dieses Jahr der Fall.

Hinweise auf geplante Anschläge gibt es nicht

Auch die Polizei ist wachsam. Konkrete Hinweise auf geplante Anschläge in Unterfranken gebe es auch nach dem Terroranschlag in Manchester derzeit nicht, sagt Kathrin Reinhart von der Pressestelle der Würzburger Polizei auf Anfrage.

Die Würzburger Polizei werde an Örtlichkeiten und Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen die Überwachungs- und Streifentätigkeit lageangepasst verstärken. „So werden wir auch beim Africa-Festival wieder im Einsatz sein – sowohl mit uniformierten, als auch zivilen Einsatzkräften“, sagt Reinhart. Allerdings lägen derzeit keine Hinweise auf konkrete Gefährdungen vor.

Jederzeit und sofort über Notruf 110 an die Polizei wenden

„Wichtig ist uns, dass die Bürgerinnen und Bürger keine Scheu haben, sich jederzeit und sofort über Notruf 110 an uns zu wenden“, so Reinhart weiter. „So sollten zum Beispiel verdächtige Personen oder Gegenstände umgehend mitgeteilt werden, damit wir schnell reagieren und alle erforderlichen Maßnahmen treffen können“, sagt die Pressesprecherin. Gerade bei Großveranstaltung sollten Besucher eine erhöhte Wachsamkeit an den Tag legen und sich vertrauensvoll an die Polizei wenden.

„Aber wir wollen gemeinsam Spaß haben“, erinnerte Oschmann bei der Pressekonferenz. So laute das Thema das Festival auch Lebensfreude“. Dies ist auch der Titel einer Ausstellung im Spitäle mit Bildern aus dem Senegal von Youri Lequette. Der Senegal ist neben den Kapverden in diesem Jahr einer der beiden Schwerpunkte des Festivals. „Die Hälfte der Bevölkerung des Senegal ist unter 18 Jahre alt“, so Oschmann. „Sie leben mit großen Hoffungen und großen Enttäuschungen, es gibt kaum Arbeit und eine schlechte Infrastruktur. Aber sie haben Lebensfreude“, wusste er. „Wir haben alles und sind oft unzufrieden. Aber das Leben ist endlich, wir sollten uns jetzt freuen und leben.“

Das Wetter wird gut

Die Aussichten sind auf jeden Fall gut. „Das Wetter wird gut“, sagte Oschmann. „Schlechtes Wetter ist immer stressig für uns, wir haben ja einen Etat von einer Million Euro, der muss wieder hereingewirtschaftet werden.“ Welcher Aufwand für die vier Tage Festival betrieben wird, zählte der Aufbau-Chef David Limmer auf. Neben den anfangs erwähnten 2400 Metern Zaun wurden 370 Quadratmeter Bühnen aufgebaut und 105 Zelte auf dem Gelände aufgestellt.

Hinzu kommen ein Kilometer Lichterketten und 400 Biertischgarnituren, auf denen dann rund 60 000 Liter Bier aus 36 Zapfhähnen in 20 000 Bechern getrunken werden sollen. Als emsige Geister werkeln ohne die 70 Securities rund 200 Mitarbeiter vor und hinter den Kulissen.

Und es gibt Neues zu berichten: „Wir haben ein neues Zirkuszelt für die Abendkonzerte, das hat 200 Sitzplätze mehr“, so der Festivalchef. Das Kinderzelt am anderen Ende des Festivalgeländes sei ebenfalls neu und habe erstmals einen festen Holzboden. Auch neu ist die Open Air Cocktail Lounge, in der Liegestühle zum Ausruhen einladen. „Die betreut ein Kubaner, der sorgt für klassische kubanische Cocktails ebenso wie für die kubanische Musik dazu.“

Eröffnung mit einer Modenschau

Und wenn wir schon bei Neuerungen sind: Auch die Eröffnung am Donnerstagabend für geladene Gäste wird nicht wie sonst mit Reden beginnen, sondern mit einer Modenschau und Überraschengen. Welche, verriet Oschmann nicht. Auch nicht, wer den Festival Award 2017 bekommen wird, der ebenfalls bei der Eröffnung verliehen wird.

Wichtig ist dem Festivalchef der Hinweis auf eine Podiumsdiskussion zum Thema Genitalverstümmelung bei afrikanischen Frauen am Sonntag um 11 Uhr im Havana-Club. Als Teilnehmer sind unter anderen Annette und Rüdiger Nehberg angekündigt, die seit Jahren gegen diese in 29 afrikanischen Staaten verbreitete, obwohl verbotene „negative Tradition“ kämpfen.

Kameras für mehr Sicherheit

Nochmals zurück zur Sicherheit: Vier der Mitarbeiter, die sich um die Sicherheit auf dem Gelände kümmern, tragen sogenannte Bodycams am Körper. „Die Mitarbeiter mit den Kameras sind leicht erkennbar. Die Kameras werden auch erst im Ereignisfall eingesetzt, und dies wird vorher den Betroffenen angekündigt“, erläuterte Oschmann. Die Erfahrungen der Bundespolizei, die ebenfalls mit solchen Kameras ausgerüstet sei, habe gezeigt, dass Zeitgenossen, die auf Krawall gebürstet seien, plötzlich viel ruhiger würden, wenn man ankündige ihr Verhalten plötzlich aufzuzeichnen. „Die Aggression verschwindet da oft ganz schnell“, berichtete Oschmann.

Africa Festival: Was, wann, wo?

Jedes Jahr Ende Mai kommt Afrika nach Würzburg. Am Donnerstag, 25. Mai, beginnt auf den Mainwiesen an der Talavera das 29. Internationale Africa Festival. Musiziert wird tagsüber auf der Offenen Bühne, am Abend im großen Zirkuszelt.

Die letzten Karten für die Abendkonzerte, bei denen Stars wie Salif Keita, Wally Seck oder Fatoumata Diawara zu erleben sind, gibt es am Donnerstag ab 10 Uhr an der Kasse am Haupteingang. Pro Konzert sind jeweils noch 50 Karten zu haben. Im Preis von 40 Euro sind der Eintritt fürs Konzert und auf das Festivalgelände enthalten. Eintritt: Wer nur auf das Gelände will, zahlt acht Euro, ermäßigt sechs Euro. Vier Tage kosten 28 Euro, eine Familienkarte gibt es für 25 Euro. Kinder unter zwölf Jahren sind frei.

Die Kasse öffnet täglich um 10 Uhr. Der Platz öffnet um 10 Uhr, Donnerstag, Freitag und Samstag bis 2 Uhr, Sonntag von 10 bis 24 Uhr.

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