WÜRZBURG

Aktion Zeichen setzen: Helfen, weil es Freu(n)de macht

Zeichen setzen       -  Schauspielerin Marie-Luise Marjan, bekannt als „Mutter Beimer“ aus der Fernsehserie Lindenstraße, erzählt im Gespräch mit Redakteur Andreas Jungbauer, warum und wie sie sich ehrenamtlich einsetzt.
Schauspielerin Marie-Luise Marjan, bekannt als „Mutter Beimer“ aus der Fernsehserie Lindenstraße, erzählt im Gespräch mit Redakteur Andreas Jungbauer, warum und wie sie sich ehrenamtlich einsetzt. Foto: Daniel Peter

Lauter „Gewinner“ begrüßte Main-Post-Chefredakteur Michael Reinhard bei der Preisverleihung der Ehrenamtsaktion Zeichen setzen in Würzburg. „Der einzige Unterschied: Die einen gehen mit ein paar Euro in der Tasche nach Hause, die anderen nicht“, scherzte er, um ernst und mit Nachruck fortzufahren: „Der Gewinn ist nicht wesentlich, denn Ihr Einsatz ist ohnehin nicht mit Geld zu bezahlen.“ 14 Initiativen hatte die Main-Post dieses Jahr im Rahmen einer Artikelserie vorgestellt, fünf von ihnen wurden bei dem Festabend im Vogel Convention Center mit Preisen bedacht.

Als diesjährige Patin der Aktion erzählte die Schauspielerin Marie-Luise Marjan aus ihrem Leben und warum sie ehrenamtliches Engagement für unabdingbar hält. Im Gespräch mit Redakteur Andreas Jungbauer blickte die 77-Jährige zurück auf Leben und Karriere, die schon lange vor ihrem Engagement bei der Serie „Lindenstraße“ ihren Anfang genommen hatte. Durch ihre Rolle als „Mutter Beimer“ habe sie Inge Meysel als „Mutter der Nation“ abgelöst, befand Jungbauer. Marjan konterte schlagfertig: „Inge Meysel hatte nur sechs Folgen, ich bis jetzt 1653.“

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Zeichen Setzen 2017 - die Gewinner

Prominenz für Projekte genutzt

Sie habe ihre Bekanntheit genutzt, um soziale Projekte zu unterstützen, beispielsweise das Kinderhilfswerk Plan International. Mit Unicef sei sie nach Brasilien auf die Müllberge gefahren, um dort zu sehen: „Die Menschen kommen aus eigener Kraft aus dem Elend nicht heraus.“ 2010 gründete sie die Marie Luise Marjan Stiftung, die sich unter dem Dach von Plan International einsetzt für eine bessere Zukunft der Kinder dieser Welt.

Die von Redakteurin Andrea Czygan eingangs vorgestellten Zeichen-Setzen-Initiativen fand Marjan allesamt „großartig“. „Die Menschen geben ihre Zeit und ihre Arbeitskraft“, würdigte sie den Einsatz der Ehrenamtlichen. Aus eigener Erfahrung wisse sie aber auch um die positive Kraft und Energie, die dieser Einsatz und das gemeinsame Tun hervorbringen. Sie riet, sich da zu engagieren, „wo es einem selbst Freude macht“ und appellierte an die fasziniert lauschenden und begeistert applaudierenden Zuhörer: „Lassen Sie sich nicht treiben, gehen Sie Ihren Weg!“

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Marie-Luise Marjan ist Patin der Aktion "Zeichen setzen!"

Verbindung zu Würzburg

Marjan ging auch auf ihre Verbindung zu Würzburg ein, wo sie, die als Adoptivkind im Ruhrgebiet aufgewachsen war, vor zehn Jahren Cousins und Cousinen gefunden und mit dem früheren Bischof Friedhelm Hofmann einen Weggefährten wieder getroffen hat. Zwei ihrer Verwandten saßen im Publikum. Zu der Festveranstaltung waren auch eine Reihe von Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie Kommunalpolitiker gekommen. Landtagspräsidentin Barbara Stamm wurde von Marjan als alte Bekannte begrüßt.

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Aktion Zeichen setzen

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Die Laudationes für die Preisträger hielten Klaus Vikuk (Fürstlich Castell'sche Bank), Edda Weise (Evangelisch-lutherisches Dekanat Würzburg), Klaus Vogt (Main-Post), Martina Reinwald (Lernwerk Volkersberg) und Lothar Wegener (Bürgerstiftung der VR-Bank Würzburg). Die Veranstaltung, die mit angeregten Gesprächen bei Essen und Trinken ausklang, wurde umrahmt vom Mad Bob Trio.

Zeichen setzen       -  Lothar Wegener (links) überreichte den Preis der Bürgerstiftung Würzburg an die Lesehörnchen (von links) Helen Zimmermann, Michelle Kraus, Franziska Keitel, Mara Schnorfeil und Silas Dietrich von der Arbeiterwohlfahrt.
Lothar Wegener (links) überreichte den Preis der Bürgerstiftung Würzburg an die Lesehörnchen (von links) Helen Zimmermann, Michelle Kraus, Franziska Keitel, Mara Schnorfeil und Silas Dietrich von der Arbeiterwohlfahrt. Foto: Daniel Peter
Zeichen setzen       -  Den Preis des Lernwerk Volkersberg überreichte Martina Reinwald (links) an die Vertreter der Kinder- und Jugendfarm Würzburg: (von links) Axel Demmel, Annette Schäfer, Renate Zimmermann.
Den Preis des Lernwerk Volkersberg überreichte Martina Reinwald (links) an die Vertreter der Kinder- und Jugendfarm Würzburg: (von links) Axel Demmel, Annette Schäfer, Renate Zimmermann. Foto: Daniel Peter
Zeichen setzen       -  Dekanin Edda Weise überreichte den Preis des Dekanats Würzburg an das Projekt Würzburg mit (von links) Michael Pfister, Benjamin Rohde, Max Schmitt, Steffen Preuß, Matthias Meyer und Jürgen Hofmann.
Dekanin Edda Weise überreichte den Preis des Dekanats Würzburg an das Projekt Würzburg mit (von links) Michael Pfister, Benjamin Rohde, Max Schmitt, Steffen Preuß, Matthias Meyer und Jürgen Hofmann. Foto: Daniel Peter
Zeichen setzen       -  Sie kochen für Senioren in Aidhausen (Lkr. Haßberge): Erna Kaiser, Ingrid Mees und Erna Heusinger (von links) mit Bürgermeister Dieter Möhring (links). Den Förderpreis der Main-Post übergab Redaktionsleiter Klaus Vogt.
Sie kochen für Senioren in Aidhausen (Lkr. Haßberge): Erna Kaiser, Ingrid Mees und Erna Heusinger (von links) mit Bürgermeister Dieter Möhring (links). Den Förderpreis der Main-Post übergab Redaktionsleiter Klaus Vogt. Foto: Daniel Peter
Zeichen setzen       -  Den Großen Förderpreis der Aktion Zeichen setzen verbunden mit 3000 Euro von der Fürstlich Castell'schen Bank überreichte Vorstandsmitglied Klaus Vikuk (ganz links) an Daniela Steuer (rechts), die zusammen mit dem Randersackerer Harley-Davidson-Händler Peter Schädel (nicht im Bild) Motorradtouren für Menschen mit Behinderung ins Leben rief. Diese Aktion setzt sie seit 28 Jahren mit ihrer Kollegin von den Mainfränkischen Werkstätten, Edith Kasamas (Mitte), und Bikerin Eva-Maria Blank um. Von Anfang an dabei Albert Renn (Zweiter von links).
Den Großen Förderpreis der Aktion Zeichen setzen verbunden mit 3000 Euro von der Fürstlich Castell'schen Bank überreichte Vorstandsmitglied Klaus Vikuk (ganz links) an Daniela Steuer (rechts), die zusammen mit dem Randersackerer Harley-Davidson-Händler Peter Schädel (nicht im Bild) Motorradtouren für Menschen mit Behinderung ins Leben rief. Diese Aktion setzt sie seit 28 Jahren mit ihrer Kollegin von den Mainfränkischen Werkstätten, Edith Kasamas (Mitte), und Bikerin Eva-Maria Blank um. Von Anfang an dabei Albert Renn (Zweiter von links). Foto: Fotos (6): Daniel Peter
 

Rückblick

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