Würzburg

Alltagshelden: An Feierabend ist in der Notaufnahme schwer zu denken

Sie sind Helden des Alltags: In einer Serie stellen wir Menschen vor, die das öffentliche Leben aufrecht erhalten. Heute: Notaufnahme-Leiter Tobias Niederhammer.
Tobias Niederhammer ist für die Organisation und Koordination der Pflege in den Notaufnahmen von Juliusspital und Missioklinik in Würzburg zuständig.
Tobias Niederhammer ist für die Organisation und Koordination der Pflege in den Notaufnahmen von Juliusspital und Missioklinik in Würzburg zuständig. Foto: Thorsten Kreutzer

"Schon Anfang Februar wurde die Zentrale Notaufnahme immer häufiger Anlaufstelle für verunsicherte Bürger, wodurch das tägliche Treiben in der schon gut ausgelasteten Notaufnahme häufig auch behindert wurde", erzählt Tobias Niederhammer. Er ist für die Organisation und Koordination der Pflege in den Notaufnahmen von Juliusspital und Missioklinik, beides Standorte des Klinikums Würzburg Mitte (KWM), zuständig.

"Durch den ersten positiv getesteten Fall in Würzburg nahm das Geschehen auch hier in der Notaufnahme weiter Fahrt auf. Mein persönlicher Arbeitsalltag hat sich noch weiter in die organisatorischen Tätigkeiten verschoben. Die Arbeit für mein Pflegeteam ist dagegen um einiges anstrengender geworden. Zu der Versorgung aller akuten Notfälle im Alltag einer Zentralen Notaufnahme kommen nun täglich mehrere Isolationen von Corona-Verdachtsfällen hinzu. 

Viele Gespräche mit dem gesamten Team der Notaufnahmen beider Standorte – Juliusspital und Missioklinik – über akute Ereignisse, Sorgen, Probleme, Neuerungen und Änderungen von Arbeitsabläufen stehen für mich auf der Tagesordnung ganz weit oben. Das alles gelingt nur durch ein riesengroßes Engagement meines gesamten Pflegeteams der KWM-Notaufnahmen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ärzten.

An Feierabend ist momentan schwer zu denken. Ich freue mich jeden Abend auf ein paar ruhige Stunden gemeinsam mit meiner Familie, habe aber die Lage in unseren beiden Notaufnahmen immer im Hinterkopf. Ich bin und bleibe aber zuversichtlich, dass wir die Lage weiterhin gut im Griff haben. Deshalb bitte ich auch noch einmal im Namen meines gesamten Teams: Wir bleiben für Euch da, bitte bleibt Ihr für uns zu Hause."

In unserer Serie "Alltagshelden" stellen wir regelmäßig Menschen aus der Region vor, die täglich ihr Bestes geben, um das öffentliche Leben trotz der Corona-Krise aufrecht zu erhalten. Viele können nicht von Zuhause aus arbeiten und müssen sich deswegen täglich neuen Herausforderungen stellen. Ein großes Dankeschön dafür!

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