ZELLERAU

Alpenverein lädt an diesem Sonntag ins neue Kletterzentrum

Verspielt sehen die bunten künstlichen Felsgriffe aus, eingeschraubt in eine Kletterwand. Sie formieren sich in der neuen Würzburger Spezialturnhalle zu fast 200 Routen, farbig markiert – und einige von ihnen liegen auf dem Schwierigkeitsgrad zehn.
Über das Kletterzentrum des Alpenvereins freuen sich Ausbildungsleiter Thomas Volpert und Alpenvereins-Vorsitzender Karlheinz Lang.
Über das Kletterzentrum des Alpenvereins freuen sich Ausbildungsleiter Thomas Volpert und Alpenvereins-Vorsitzender Karlheinz Lang. Foto: FOTO Obermeier

 „Gesteckt“, also entworfen hat diese höchsten Anforderungen Norbert Bätz, Würzburger und einer der Initiatoren der Freeclimbing-Bewegung.
 
„Das sind keine Routen mehr, die man mal so eben zur Decke raufsteigt“, erklärt Karlheinz Lang, Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins (DAV) Sektion Würzburg: „Da hat man ein paar Monate lang dran zu knacken und zu trainieren.“

Beginnen können die Alpinisten am 11. Oktober. Dann nimmt das DAV-Kletterzentrum in der Weißenburgstraße mit einem Tag der offenen Tür seinen Betrieb auf.

Denn die Gebirgsfreunde haben es nicht nur auf Vereinsmitglieder und rekordverdächtige Klettermaxe abgesehen: „Vom Kindergarten über Schulen bis Jugendzentren - jeder ist eingeladen, betont Lang. Und er freut sich, dass im Vogel Convention Center ein interessanter Nachbar nistet:

„Wenn da die Manager tagen und den ganzen Tag gesessen haben, ist das das Richtige für sie: mal den Schweinehund rauslassen und miteinander die Kräfte messen.“

Für Anfänger und Cracks


Für Anfänger und Schnupperer, aber auch für Cracks ist besonders gesorgt, und zwar mit extra niedrigen Trainingswänden. Die sind für das so genannte Bouldern eingerichtet: Klettern ohne Sicherung, ohne Ausrüstung, vielleicht barfuß gar. Wer runterfällt, landet einfach auf Matten.

Wer sich senkrecht in der kirchenschiff-hohen Halle bewegen möchte, braucht hingegen Spezialschuhe, Ausrüstung - und vor allem eine zweite Person, die ihn sichert. Den Teamgedanken und die Kommunikation sieht Karlheinz Lang hier deutlich im Vordergrund stehen. Deshalb leiste das Zentrum vor allem seinen Beitrag zur Förderung der Jugend.

Ausgerüstet ist es mit Bistro, Umkleiden, Duschen. Den Plan, eine Sauna einzurichten, ließ der Alpenverein wieder fallen. 2,3 Millionen verschlang die Halle auch so. Als Betreiber hat der DAV die Firma Orgasport eingesetzt, die die nötige Erfahrung aus anderen Hallen mitbringt. Lang:
 
„Unser Zentrum soll nicht nur Wohlfühlcharakter zeigen, sondern vom ersten Tag an laufen. Es wäre fatal, wenn es ihre Betriebskosten nicht voll einspielen würde.“ Deshalb sollen die Öffnungszeiten möglichst auf 9 bis 23 Uhr ausgeweitet werden. Klettern kann man täglich, außer Weihnachten und Neujahr, und nach drei bis vier Monaten werden neue Routen gesteckt, damit Abwechslung aufkommt.

Die zahlreichen Kurse organisiert DAV-Ausbildungsreferent Thomas Volpert. Da gibt es das Schnupper-Klettern an der Boulder-Wand, Basiskurse mit ersten Sicherungs- und Klettertechniken und zweitägige Seilseminare, an denen verschiedene Kletterscheine gemacht werden können. Kinderkurse sind bis zur Eröffnung noch nicht festgeschrieben.

Denn Volpert sammelt derzeit noch Interessenten, damit er geeignete Altersgruppen zusammenstellen kann. Vom Tag der offenen Tür erhofft er sich eine rege Verlängerung seiner Listen. Sorgen macht er sich nicht: „Ich bin überzeugt, die Halle wird vom ersten Tag an sehr voll.“

Programm


Eröffnung des Kletterzentrums Fr. 9. Oktober, 20 Uhr: Öffentlicher Vortrag der vierfachen Weltmeisterin im Eisklettern, Ines Papert, in der Uni am Sanderring.

10. Oktober: Eröffnungsfeier mit geladenen Gästen

11. Oktober, 10 bis 18 Uhr: Tag der offenen Tür, DAV-Kletterzentrum, Weißenburgstraße 55.

Weitere Informationen im Internet:

www.kletterzentrum-wuerzburg.de

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