GIEBELSTADT

Als Belohnung: Ein Dadord für Ehrenamtliche

Da liegt das Opfer: Der in Würzburg als Frauenheld und Anlageberater bekannte Rechtsanwalt Raimund Erdmann findet im Dad... Foto: Screenshot: Radio Rimpar TV

Der Ort ist ungewöhnlich. Die Zeit auch. Unter silbernen Discokugeln im großen Saal des Gasthauses Lutz sitzen am Freitagabend kurz vor acht gut 130 Menschen an Wirtshaustischen und warten auf den „Falschspieler“ – den neuesten Dadord von Radio Rimpar TV. Abseits der großen Würzburger Kinos soll die Sondervorstellung heute ausschließlich für Ehrenamtliche sein. Sozusagen als Anerkennung für ihren unentgeltlichen Einsatz.

Ungewöhnlich ist auch der Eintrittspreis. An der Kasse zeigen die Kinobesucher ihre Ehrenamtskarte plus und bezahlen jeweils einen Ehrenamtstaler, also einen Euro. Den Rest schießt die Ehrenamtsstelle des Landkreises zu. 2200 Ehrenamtskarten sind bereits im Landkreis Würzburg ausgegeben. Ziel sei es, zusammen mit der Stadt Würzburg auf 3500 zu kommen, so Hermann Gabel, Leiter der Servicestelle Ehrenamt und des Kreisjugendamtes.

Christa und Manfred Öchsner aus Greußenheim haben extra ihren Fastenurlaub an der Mosel unterbrochen, um sich den Dadord anzusehen. Christa Öchsner leitet die Abteilung Breitensport beim SV Greußenheim und ist darüber hinaus noch auf Kreis- und Bezirksebene beim Bayerischen Landessportverband tätig.

„Dafür gehen schon gut zehn Stunden in der Woche von meiner Freizeit weg“, sagt sie, ohne es zu bereuen. Christa Öchsner hat Freude daran, die Menschen zu bewegen und so auch einen Beitrag zu einer funktionierenden Dorfgemeinschaft zu leisten.

In der Ehrenamtskarte sieht sie eine Anerkennung für die Arbeit Ehrenamtlicher. Sie und ihr Ehemann Manfred nutzen sie erst seitdem sie auch im Wonnemar in Marktheidenfeld akzeptiert wird.

Robert Popp aus Giebelstadt weiß bis heute noch nicht, wem er die Ehrenamtskarte zu verdanken hat. Anfang des Jahres hatte er sie in seiner Post. Selbst beantragt hat er sie aber nicht. „Ich bin eigentlich nicht der Typ, der sich in den Vordergrund drängt“, sagt er. Der Giebelstädter arbeitet im Archiv der Gemeinde und macht dort die Bildbearbeitung.

Danach gefragt, wie viele Stunden Freizeit er denn dafür einbringt, winkt Robert Popp ab. „Die 250 hatte ich Mitte Februar schon voll“, lacht er. Den Dadord sieht er heute zum ersten Mal. Es ist auch die erste Veranstaltung, für die er seine Ehrenamtskarte nutzt. Bereut hat er es nicht. Im Gegenteil: „Es war ein schöner Abend“, sagt er. Auch seiner Frau Elsbeth hat's gefallen. „Der Film war einfach klasse.“

Gefallen hat der Film auch Wolfgang Trumpp aus Röttingen. „Der war saustark. Super lustig“, sagt der Vorsitzende des Weinbauverbandes Röttingen. Ebenso voll des Lobes ist er für die Ehrenamtskarte des Landkreises. „Das motiviert total“, sagt er und weiß, dass es solche Motivationen auch braucht, um Menschen für die Arbeit in Vereinen zu begeistern.

„Schauen Sie sich um“, sagt er. „Heute Abend sind viele Ältere da. Kaum junge Menschen.“ Darauf komme es aber an. „Die Jugend sollte mehr motiviert werden“, sagt Wolfgang Trumpp. Denn gerade in den Vereinen würde auffallen, dass der Nachwuchs rückläufig ist, so der Röttinger.

Vielleicht lockt Jugendliche ja das Angebot, mit der Ehrenamtskarte freien Eintritt ins Gerbrunner Bad zu bekommen. Michaela Meyer aus Randersacker, sie ist Jugendleiterin beim Ochsenfurter Carneval Club (OCC), nutzt diese Möglichkeit sehr intensiv. Zwei Mal in der Woche geht sie in Gerbrunn schwimmen. Und für ihre Freundin Gertrud Röll, sie ist Schriftführerin beim OCC, ist die Ermäßigung der Jahresgebühr in der Ochsenfurter Stadtbücherei eine Anerkennung ihres Engagements. Die beiden Frauen gehörten mit zu den ersten, die die Ehrenamtskarte beantragten.

„Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit“, sagt Gertrud Röll und freut sich auf weitere Veranstaltungen in diesem Jahr. Mit dem Schiff will sie nach Veitshöchheim fahren, die Geschichtstour nach Aub findet sie interessant und auch die Kräuterwanderung durch den Guttenberger Forst. Und wie war der Dadord? „Total klasse“, lobt Gertrud Röll.

Den Dadord gib's ab 17. April auf DVD bei Hugendubel in Würzburg und Schweinfurt, bei Schoeningh in Würzburg, beim Mulitmediaservice am Heidingsfelder Ostbahnhof und im Onlineshop unter www.radiorimpar.de für 10 Euro..

Begeistert vom Dadord: Wolfgang Trumpp vom Weinbauverband.
Ehrenamtlich beim OCC: (von links) Gertrud Röll und Michaela Meyer.
Ehrenamt beim SV Greußenheim (von links): Sabrina Sendelbach, Christa und Manfred Öchsner. Foto: Alle Thomas Fritz
Mitarbeiter im Gemeindearchiv: Robert Popp aus Giebelstadt.

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