Würzburg

Als Würzburg 1972 für zwei Tage Woodstock sein wollte

Vier Geschichten aus der neueren Würzburger Geschichte stellt das Stadtarchiv bei der Vortragsreihe "Wintergeschichte(n)" vor. Manche sind schon fast vergessen.
Das Plakat des Würzburger Popfestivals 1972. Längst nicht alle darauf angekündigten Bands sind auch tatsächlich bei dem Festival aufgetreten. Joe Cocker sang wirklich - sturzbetrunken.

Das Stadtarchiv Würzburg veranstaltet im Winterhalbjahr 2019/20 eine Vortragsreihe zu Aspekten der Würzburger Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch wenn die Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 das düsterste Kapitel in der jüngeren Geschichte war, war die Geschichte der Stadt keineswegs zu Ende. Die Vorträge widmen sich der Zeit danach und damit einer stadtgeschichtlichen Epoche, die bisher noch nicht allzu sehr im Fokus des wissenschaftlichen Interesses stand.

Anlässlich des 50. Jahrestages des legendären Woodstock-Festivals, das im August 1969 im US-Bundesstaat New York stattfand, erinnert Johannes Schellakowsky mit einem Vortrag an das heute weitgehend vergessene Pop-Festival am 8./9. Juli 1972 auf dem Würzburger Blosenberg. Mit einer Analyse der politischen Diskussionen in Würzburg, der Berichterstattung in den lokalen und überregionalen Medien und der Befragung von Zeitzeugen wird der Referent das Ereignis nachzeichnen.

Sein Vortrag findet am Freitag, 18. Oktober, um 18.30 Uhr im Vortragssaal des Stadtarchivs in der Neubaustraße 12 statt und wird gemeinsam mit der  Würzburger Gruppe des Frankenbunds veranstaltet. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die über Erinnerungen, Berichte, Fotos, Tonbandaufnahmen oder andere Quellen zum Festival auf dem Blosenberg verfügen, diese zur Veranstaltung mitbringen oder sich mit dem Stadtarchiv in Verbindung setzen.

Deutsch-afrikanische Partnerschaft

Weitere "Wintergeschichte(n)" gibt es in den kommenden Wochen und Monaten. Die Städtepartnerschaft Würzburgs mit Mwanza in Tansania als frühes Beispiel kommunaler Entwicklungszusammenarbeit wird am Donnerstag, 7. November, thematisiert. Die bereits 1966 eingegangene Partnerschaft war eine der ersten zwischen einer deutschen und einer afrikanischen Kommune. Referentin Larissa Wagner (München) wird Hintergründe sowie die Etappen der Partnerschaft bis Anfang der 1990er-Jahre im Rahmen ihres Vortrags erläutern. 

Was blieb von den US-Soldaten?

Über 60 Jahre lang hatte Würzburg mit den Leighton Barracks eine große amerikanische Militärgemeinde. Nach dem Abzug der Amerikaner entsteht dort gerade der neue Stadtteil Hubland. Was ist von den Amerikanern geblieben? Wie gestaltete sich das Zusammenleben und wie wird daran erinnert? Warum ist das Erinnern wichtig und wie könnte es in Zukunft gestaltet werden? Diese und andere Fragen will Maren Dürrschmid (Würzburg) am Freitag, 13. Dezember, um 17 Uhr im Stadtarchiv beantworten.

Das erste Spielzeugmuseum 

Der vierte und letzte Vortrag der "Wintergeschichte(n)" steht unter dem Motto "Puppen, Stuben, Dampfmaschinen - Würzburg, Nürnberg und die Sammlung Bayer". Dabei geht es um das Würzburger Museum von Lydia Bayer, das bei seiner Gründung 1962 das erste private Spielzeugmuseum der Bundesrepublik war. Heute erinnert sich kaum noch jemand daran, obwohl das Museum seinerzeit große überregionale Aufmerksamkeit erregte. Später übernahm die Stadt Nürnberg die Bestände des Museums, das nur drei Jahre existierte. Über das Museum berichtet Helmut Schwarz (Nürnberg) am Donnerstag, 6. Februar, 18.30 Uhr im Dauthendey-Saal des Falkenhauses am Marktplatz.

Alle anderen Vorträge finden im Vortragssaal im zweiten Obergeschoss des Stadtarchivs in der Neubaustraße 12 statt. Alle Interessierten sind zu diesen Vorträgen und zur Diskussion mit den Referentinnen und Referenten sehr herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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