WÜRZBURG

Als auch Würzburg Hexen jagte

Grausam ging es zu, wenn im 15./16. Jahrhundert Hexen gejagt und verbrannt wurden. Würzburg bildete da keine Ausnahme, was auch in „Der Aufruhr um den Junker Ernst“ zur Sprache kommt. Foto: Würzburg Liest ein Buch

Die diesjährige Leseaktion „Würzburg liest ein Buch“ um Jakob Wassermanns Novelle „Der Aufruhr um den Junker Ernst“ steht kurz vor ihrem offiziellen Start. Eines der zentralen Themen in dem Buch ist die Verfolgung und Verbrennung von Hexen in und um Würzburg. Deshalb wird es eine ganze Reihe von Veranstaltungen geben, die sich mit diesem Themenkreis beschäftigen.

Los geht es bereits an diesem Freitag, 1. April, mit einem Vortrag von Dr. Margarete Klein-Pfeuffer zum Thema „Hexenwahn und Wirklichkeit“ um 19 Uhr im Wappensaal neben dem „Hexenturm“ der Universität Würzburg, Zwinger 32 (an der Neuen Universität). Der Eintritt ist frei. Anmeldung per Mail an popp@zv.uni-wuerzburg.de bzw. Tel. (0931) 31 82 059. Den Glauben an die Existenz von Hexen gab und gibt es zu jeder Zeit. Die Archäologin Margarete Klein-Pfeuffer, Kuratorin der Ausstellung „Hexenwahn in Franken“ 2015 im Knauf-Museum Iphofen, belegt durch archäologische, volkskundliche und historische Quellen diesen bis heute nachwirkenden Aberglauben. Zu dem Vortrag laden die Uni Würzburg und der Kreisverband Würzburg der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ein.

Die VHS lädt am Mittwoch, 6. April, zum Vortrag „Hexenverfolgung um 1620 in Stadt und Hochstift Würzburg – Wahrnehmung und Quellen“ mit Robert Meier ein. Beginn ist um 19 Uhr im Zimmer 33 der Volkshochschule in der Münzstraße Zimmer 33. Der Eintritt beträgt zehn Euro. Das Bild von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn und seinen Nachfolgern als fanatische Hexenverfolger ist bis heute weit verbreitet. Vor Kurzem sind Originalunterlagen eines Gerichts von damals aufgetaucht, die ein ganz anderes Bild zeichnen. Der Vortrag stellt die neuen Quellen vor – unter Bezug auf Jakob Wassermanns „Junker Ernst“ im Kontext der Geschichte der Hexenverfolgung.

Eine Stadtführung zum Thema „Hexenverfolgungen in Würzburg“ findet am Samstag, 9. April, 14.30 Uhr statt. Elena Bräutigam erwartet ihre Gäste am Dom. Die Teilnahme kostet 5,50 Euro. Anmeldung im Matthias-Ehrenfried-Haus sowie telefonisch unter Tel. (0931) 38 66 87 00. Die Führung geht über Dom, Marktplatz und Rathaus zur Alten Mainbrücke und erhellt die Geschichte und die Hintergründe der 40 Jahre dauernden Hexenverfolgungen im Hochstift Würzburg.

„Friedrich Spee und die 'Cautio Criminalis'“ sind am 9. April Thema eines Vortrags von Prof. Eric Hilgendorf im Rahmen des Universitätsprojektes „Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz“. Beginn ist um 18 Uhr in der Alten Universität, Domerschulstraße. 16, Hörsaal 2.

„Eine Stadt in Angst – Würzburg im Zeitalter des religiösen Extremismus im 17 Jahrhundert“ lautet der Titel einer Führung von Stadtheimatpfleger Dr. Hans Steidle am 9. April um 20 Uhr. Treffpunkt: Hexenturm bei der Neuen Universität am Sanderring, die Teilnahmegebühr beträgt neun Euro. Anmeldung mit VHS Kursnummer 11009sg unter Tel. (0931) 35 59 30.

Zum Thema „Friedrich Spee – religiöser Aufklärer und Poet“ spricht Hans Steidle am Montag, 11. April um 19.30 Uhr, im Raum U3 der Volkshochschule in der Münzstraße. Eintritt 10 Euro. Anmeldung mit Kursnummer 11007sg telefonisch unter Tel. (0931) 35 59 30.

„Müssen Hexen brennen?“ Das Gespräch zwischen Friedrich Spee und Pater Gropp anhand von fiktiven Geheimdokumenten führen Martin Menner und Daniel Osthoff am Dienstag, 12. April, im Amtsgericht, Bibliothek im Ziviljustizzentrum im 2. Stock, Ottostraße 5, um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Am Freitag, 15. April, beteiligt sich der Autorenkreis unter dem Motto „Brandmale“ bei „Würzburg liest ein Buch“. Das „Verzeichniß“ der in Würzburg verbrannten „Hexen-Leut“ dient dem Autorenkreis als Rahmen für eigene Texte. Es lesen Ulrike Sosnitza, Barbara Wolf, Erhard Löblein und Hans-Jürgen Beck. Dazu improvisiert Erhard Löblein am Klavier. Beginn ist um 19 Uhr im Kunsthaus Michel, Semmelstraße 42. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende für die Flüchtlingshilfe gebeten.

„Hexenbilder“ ist ein Vortrag von Prof. Uwe Scheffler (Frankfurt/Oder) betitelt, der im Rahmen des Universitätsprojektes „Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz“ am 15. April um 18 Uhr, im Hörsaal 2 der Alten Universität in der Domerschulstraße stattfindet.

„Was geschah wirklich mit Junker Ernst? Hexenverfolgung in Würzburg“ – diese Frage stellt Angelika Serger bei einer Stadtführung am Sonntag, 17. April, um 15 Uhr. Treffpunkt ist am Eingang zum Juliusspital in der Juliuspromenade. Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro.

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