Würzburg

Als die Würzburger bei der Japan-Katastrophe halfen

Vor acht Jahren zerstörte das Erdbeben ein Kinderheim. Dank großer Spendenhilfe aus Würzburg wurde es wieder aufgebaut. Daran gibt's jetzt eine Erinnerung in Tokio.
Nach der Erdbebenkatastrophe: Schwester Maria Caelina erklärte damals den Kinder von Fujinosono den Entwurf für ihr neues Heim, das 2013 mit Würzburger Hilfe eröffnet wurde.  Foto: Wolfgang Klein-Langner

An diesem Montag jährt sich zum achten Mal die Tsunami-, Erdbeben- und Reaktorkatastrophe in Japan. Die tragischen Ereignisse am 11. März 2011 rund um Fukushima berührten damals auch viele der über 9000 Kilometer entfernten Menschen in Würzburg und der Region. Innerhalb kurzer Zeit spendeten sie rund eine Viertelmillion Euro für den Wiederaufbau eines vom Erdbeben zerstörten Kinder- und Waisenheimes, nur 150 Kilometer vom Katastrophenort Fukushima entfernt. Dass diese Hilfe nicht vergessen ist, daran erinnert jetzt eine Ausstellung im Tsukiji Information Center in Tokio, berichtet Wolfgang Klein-Langner, Würzburgs Japanexperte von der Siebold-Gesellschaft.                      

Ihm ist daran gelegen, dass "die Spender von damals erfahren, dass ihre Unterstützung noch nicht vergessen ist". Zahlreiche Fotos, Dokumente und Zeitungsartikel zeugen bei der Ausstellung in Tokio von der Zerstörung und dem Wiederaufbau des Kinderheimes von Fujinosono sowie von der Japanhilfe der Würzburger.

Eine Flut von Unterstützungsaktionen 

Diese hatte Klein-Langner damals maßgeblich mit angestoßen. "Da halfen unzählige Menschen", erinnert sich der 77-Jährige heute. Künstler gaben Benefizkonzerte, Berufsfachschüler am Uni-Klinikum massierten für den guten Zweck, der 2014 verstorbene Würzburger Maler Wolfgang Lenz verkaufte zugunsten der Aktion ein Poster mit einem von ihm gemalten Japan-Motiv, um nur einige Beispiele zu nennen.            

Den Erfolg der Aktion führt Klein-Langner nicht zuletzt darauf zurück, "dass wir damals ziemlich als erste ein konkretes Projekt zum Unterstützen hatten". Und durch den hier geborenen Arzt und Japanforscher Philipp Franz von Siebold und die Städtepartnerschaft mit Otsu hat Würzburg ohnehin eine besondere Beziehung zum Land der aufgehenden Sonne.     

Dankesbotschaft an die Spender

Klein-Langner, der schon 37-mal nach Japan reiste, besuchte mehrmals auch die Baustelle am Kinderheim und konnte sehen, wie nötig und gut angelegt die Hilfsgelder aus Würzburg waren. Das Heim wurde 2013 eröffnet und gilt aufgrund seines innovativen Sicherheits- und Energiekonzeptes als Vorzeigeobjekt. Klein-Langner freut sich, dass auch nach der Eröffnung die freundschaftlichen Kontakte bestehen blieben. Noch heute hat er Verbindung mit Franziskaner-Schwester Maria Caelina Mauer, die das Kinderheim, in dem rund 50 Kinder- und Jugendliche betreut werden, viele Jahre leitete und die Würzburger Hilfe nicht vergessen hat. "Am 11. März werde ich dankbar an sie alle denken", schrieb sie jetzt Klein-Langner.         

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