Würzburg

Als sich ein Wittelsbacher der Wohnungsnot annahm

Zum Jubiläum gibt es keine Feier, sondern Spenden für 'Stadt für Kinder' und DESWOS. Im Bild (von links) Vorstandsmitglied Wolfgang Heck, Wirtschaftsprüfer Andreas Pritschet, Vorstand „Stadt Für Kinder“, Barbara Lehrieder, Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, Präsident der Verwaltung des Herzogs von Bayern Baron Bechtolsheim, Vorstandsmitglied Christian Baumgart, Bürgermeister Adolf Bauer, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Stiftungsrat Wolfgang Voigt.
Zum Jubiläum gibt es keine Feier, sondern Spenden für "Stadt für Kinder" und DESWOS. Im Bild (von links) Vorstandsmitglied Wolfgang Heck, Wirtschaftsprüfer Andreas Pritschet, Vorstand „Stadt Für Kinder“, Barbara Lehrieder, Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, Präsident der Verwaltung des Herzogs von Bayern Baron Bechtolsheim, Vorstandsmitglied Christian Baumgart, Bürgermeister Adolf Bauer, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Stiftungsrat Wolfgang Voigt. Foto: Kronprinz-Rupprecht-von-Bayern-Stiftung

Eine sozial verantwortbare Wohnungsversorgung für breite Schichten der Bevölkerung sicherzustellen – diesen Auftrag erfüllt die Kronprinz-Rupprecht-von-Bayern-Stiftung nun seit 70 Jahren. Im Geschäftsjahr 2019 kann die Kronprinz-Rupprecht-von-Bayern-Stiftung auf 70 Jahre zurückblicken. Grund genug, sich die Gründung und die Entwicklung der Stiftung noch einmal vor Augen zu halten.

Als Kronprinz Rupprecht von Bayern, Sohn des letzten bayerischen Königs Ludwig III., im Mai 1949 Würzburg besuchte, musste er vier Jahre nach dem Kriegsende feststellen, wie schwer die Stadt noch immer vom Bombenangriff des 16. März 1945 gezeichnet war, heißt es in einer Pressemitteilung. Als er die Not im zerstörten Würzburg sah, schritt Kronprinz Rupprecht (1869 - 1955) zur Tat und entschloss sich einen Beitrag zum Wiederaufbau der Stadt zu leisten und so errichtete er am 23. Juni 1949 die nach ihm benannte „Kronprinz-Rupprecht-von-Bayern-Stiftung für den Wiederaufbau Würzburgs“.

Wiederaufbau in Würzburg fördern

Aus der Satzung des Gründungsjahres ist abzulesen, welchen Zielen die Kronprinz-Rupprecht-von-Bayern-Stiftung für den Wiederaufbau Würzburg dienen sollte. Zweck der Stiftung war es, den Wiederaufbau Würzburgs zu fördern. Insbesondere sollten die Mittel dem sozialen Wohnungsbau für Arbeiter, Körperbeschädigte und Heimatvertriebene zugeführt werden.

Von der Stiftung wurde in den Jahren 1949 und 1950 eine enorme Bauleistung vollbracht. Bereits im Jahr 1950 waren 408 Wohnungen errichtet und bezogen. In den Folgejahren ging die Bautätigkeit kontinuierlich weiter. Erst im Jahr 1982 folgte die Entscheidung, die Neubautätigkeit für Mietwohnungen einzustellen und sich voll auf die Modernisierung der Wohnanlagen zu konzentrieren. So wurden in den Jahren seit 1982 bis heute rund 51,0 Millionen Euro in die Instandhaltung und Modernisierung des Wohnungsbestandes investiert.

Erwirtschaftete Überschüsse kommen Mietern zugute

Bei den ganzheitlichen Modernisierungsmaßnahmen im Bestand und den Quartieren werden die Wohnungsbestände attraktiv, energiesparend und zeitgemäß modernisiert und dies bei Erhalt von bezahlbaren Mieten und geringen Wohnnebenkosten. Im Geschäftsjahr 2012 und in 2018 begann man wieder in Neubauten zu investieren, um den Bestand zu aktualisieren und auf die neuen Ansprüche und Anforderungen der Mieter auszurichten.

Die Stiftung wirtschaftet dabei nicht zur Maximierung der Rendite für Investoreninteressen, sondern einzig und allein für ihre Mieter. Erwirtschaftete Überschüsse werden in die Erhaltung und Modernisierung der Bestände, in Neubauten und in den Ausbau der Service-Angebote gesteckt und kommen damit ausschließlich den Mietern zugute. Während die Mieten in der Stadt sehr schnell steigen, das Wort „Mietpreisexplosion“ die Runde macht und nach Lösungen für eine Mietpreisbremse gesucht wird, bleibt die Stiftung auch 70 Jahre nach ihrer Gründung eine „sichere Bank“ für ihre Mieter. Ein Mieter der Stiftung hat die Möglichkeit der lebenslangen Nutzung einer Wohnung in einem spekulationsfreien Wohnraum für unterschiedliche Lebensabschnitte.

Mehr preisgünstiger Wohnraum 

Auch in der Zukunft wird die Stiftung sich mit den Themen der energetischen Modernisierung der bestehenden Gebäude und dem Neubau von bezahlbarem Wohnraum auseinandersetzen.

"Wir sind stolz darauf, für eine Institution tätig zu sein, die es sich sieben Jahrzehnte lang zur Aufgabe gemacht hat, Wohnungen zu bezahlbaren Preisen anzubieten", sagte Adolf Bauer, Stiftungsratsvorsitzender, mit Blick auf die Geschichte.

Das meint auch Vorstand Wolfgang Heck, der das Jubiläum zu einem Statement nutzte: Die Kommunen seien auch in der heutigen Zeit, so wie zu Zeiten der Gründung der Stiftung, in der Bereitstellung von bezahlbaren Wohnbauland in der Pflicht, damit mehr preisgünstiger Wohnraum gebaut werden könne. „Für bedarfsgerechte, allen Lebensphasen angepasste aber vor allem bezahlbare Wohnungen zu sorgen, ist heute genauso aktuell wie 1949“. 

Im Jubiläumsjahr verzichtete man auf Feierlichkeiten und spendete stattdessen je 3500 Euro an die DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen und an die Aktion „Stadt für Kinder“

Die Stiftung
Die Kronprinz-Rupprecht-von-Bayern-Stiftung wurde 1949 vom Haus Wittelsbach zum Wiederaufbau der Stadt Würzburg gegründet und versorgt seit nunmehr fast 70 Jahren breite Schichten der Bevölkerung mit Wohnraum im Stadtgebiet Würzburg.
Der Bestand umfasst derzeit 582 Wohnungen und 15 Gewerbeeinheiten. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 31,1 Millionen Euro, der Umsatz auf rund 3,9 Millionen Euro.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Würzburg
  • Adolf Bauer
  • Bayerische Königinnen und Könige
  • Bevölkerung
  • Energetische Modernisierung
  • Ludwig III.
  • Mieten
  • Mieterinnen und Mieter
  • Mietpreisbremsen
  • Mietwohnungen und Mietshäuser
  • Stadt Würzburg
  • Wiederaufbau
  • Wohnungen
  • Wohnungsknappheit
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!