Würzburg

Angst vor Coronavirus: Unterfranken decken sich mit Atemschutzmasken ein

Die Angst vor dem Coronavirus lässt in den hiesigen Apotheken die Nachfrage nach Mund- und Nasenschutz steigen. In Unterfranken sind sie vereinzelt bereits ausverkauft.
Der erste Fall des Corona-Virus in Deutschland hat die Nachfrage nach Atemmasken in Apotheken stark erhöht. In vielen Apotheken in Unterfranken sind die Masken bereits ausverkauft.  Foto: Fabian Strauch, dpa

In Deutschland gehen die Atemschutzmasken aus. Derzeit gebe es aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus und dem ersten bestätigten Fall in Bayern eine große Nachfrage, bestätigt Wolfgang Schiedermair, Pressesprecher des bayerischen Apothekerverbands für Unterfranken. In vielen Apotheken in der Region sei der Mund- und Nasenschutz bereits ausverkauft. Nicht nur in Würzburg und Schweinfurt, auch in der Rhön oder im Landkreis Main-Spessart würden sich die Menschen mit den Schutzmasken eindecken. Mittlerweile, so Schiedermair sei es bei einigen Großhändlern schwierig, Nachschub zu bekommen.

In der Würzburger Markt-Apotheke beispielsweise haben die Kunden in den vergangenen zwei Tagen die Vorräte aufgekauft. "Wir können auch keine Schutzmasken mehr bestellen. Unsere Lieferanten haben keine mehr“, sagt auch Apothekerin Claudia Richter von der Sankt-Kilians-Apotheke.

Großhandel hat Lieferschwierigkeiten

Der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels bestätigt, dass einzelne Grossisten die Nachfrage aus den Apotheken nicht mehr bedienen können. Schiedermair, der eine Apotheke in Würzburg führt, wartet selbst auch auf eine Lieferung vom Großhandel. "Normalerweise wird bei uns alle zwei Monate einmal nach einer Atemschutzmaske gefragt, aber im Moment mehrmals am Tag", sagt der Apotheken-Sprecher.

Gängig sind zwei Modelle, sagt Schiedermair: die einfachen Masken aus Fliesstoff (sechs Stück für ca. 5 Euro) und so genannte FFP3-Masken mit Ventil (pro Stück ca. 5 Euro), die bei der Sars-Epidemie 2002/2003 oder bei der Schweinegrippe 2009 und 2010 zum Einsatz kamen.

Ob in der U-Bahn, im Supermarkt oder auf der Straße: Mundschutzmasken gehören in Japan zum Alltag. Wird das auch bald in Unterfranken zum Straßenbild gehören? Foto: Kota Endo, dpa

Obwohl Experten darauf hinweisen, dass kein Grund zur Panik bestehe, sind offenbar viele Menschen verunsichert. "Vor allem Menschen, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen, also viel Bahn, Bus oder Straßenbahn fahren, wollen sich so schützen", sagt Schiedermair. Der einfache Mundschutz würde, so der Apotheker, im Falle des Falles nur begrenzt helfen, sich vor einer Infektion mit dem Erreger der Lungenkrankheit zu schützen. "Was die Masken verhindern können, ist der häufige Griff an Mund und Nase – also die Schmierinfektion." Wichtiger sei es aber, die üblichen Hygienemaßnahmen einzuhalten: Hände zu waschen und zwischendurch auch mal zu desinfizieren. 

RKI: Mundschutz nicht notwendig 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten einen Mund-Nasen-Schutz für die Allgemeinbevölkerung derzeit nicht für notwendig, solange es sich nicht um einen konkreten Verdachtsfall handelt oder man in Kontakt mit Erkrankten ist.

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