OBERPLEICHFELD/WÜRZBURG

Angst vor Krankenhäusern verlieren

Im Handumdrehen: Oberarzt Dr. Maik Hoberg konnte seine jungen Besucher aus Oberpleichfeld für medizinische Fragen begeistern. Foto: Markus Mauritz

Auch Puppenkinder brauchen dann und wann ärztliche Betreuung. Unter diesem Gesichtspunkt statteten vor kurzem elf Mädchen und Buben aus dem Oberpleichfelder Kindergarten der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus (KLH) in Würz-burg eine Stippvisite ab.

Dem Oberarzt Dr. Maik Hoberg, der die jungen Besucher im Handumdrehen für medizinische Fragen begeisterte, ging es bei der Aktion freilich mehr darum, den Vorschulkindern die Angst vor Krankenhäusern und Klinikärzten zu nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bezirks.

Aus dem OP-Saal hatte Hoberg etliche Original-Utensilien mitgebracht, denn ein medizinischer Eingriff will gründlich vorbereitet sein. Als allererstes wurde der Behandlungstisch sorgfältig mit einem speziellen Papiertuch abgedeckt, um den „bösen Keimen“ keine Chance zu lassen, „jemanden krank zu machen“, wie der Arzt seinen Zuhörern erläuterte.

Operation geglückt

Dann durften Ben und Clara, zwei der jungen Oberpleichfelder, in einen echten OP-Kittel schlüpfen, bekamen noch ein Häubchen verpasst und einen Mundschutz umgebunden, bis nur mehr zwei Paar neugierige Kinderaugen zu sehen waren. Zwei Gummihandschuhe, die für Kinderhände eigentlich viel zu groß waren, bildeten den Abschluss. Und weil auch medizinische Behandlungstische für richtig große Leute gedacht sind, brachte Hoberg eine Sitzbank an, auf der sonst Patienten auf ihre Behandlung warten. Dank dieses Möbels konnten Ben und Clara so richtig loslegen.

Angeleitet von Maik Hoberg und von ihren Kindergarten-Kameraden genau beobachtet, schraubten die beiden Puppen-Doktoren dem „Patienten“ einen speziellen Draht in den linken Fuß, ganz so wie bei einer richtigen OP. Nur eine örtliche Betäubung war in diesem Fall nicht notwendig. Und weil im Spielzeugland auch die schlimmsten Wunden ganz schnell heilen, konnte der Draht nach einer kurzen Prüfung wieder entfernt werden. Ein Heftpflaster auf den Fuß gab?s dann aber trotzdem.

Aber nicht nur Spielzeug-Puppen wurden von den Oberpleichfelder Kindern verarztet. Schließlich werden im König-Ludwig-Haus auch Knochenbrüche behandelt. Und so demonstrierte Maik Hoberg den Buben und Mädchen, wie man nach allen Regeln der medizinischen Kunst einen Gipsverband anlegt – und vor allen Dingen, wie man ihn wieder loswird. Nämlich mit einer Säge, die zwar gefährlich laut kreischt, aber völlig harmlos ist. Man kann sich mit ihr nicht schneiden, wie der Arzt den Buben und Mädchen vormachte. Auch diese Botschaft war eindeutig: Keine Angst vor Krankenhäusern und Klinikärzten.

König-Ludwig-Hausi

Die Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus ist eine Einrichtung des Bezirk Unterfranken und zugleich traditionsreicher Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, so dass hier Wissenschaft, Lehre und Forschung mit der Praxis eine effiziente Verbindung eingehen. Mit ihrem modernen Operationstrakt, drei aseptischen Sälen und einem septischen Saal, funktionsgerechter Diagnostik – Röntgen und Ultraschall, einer Politklinik mit Ambulanz und der physikalischen Therapie ist die Klinik auf einem hohen medizinisch-technischen Niveau.

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