WÜRZBURG

Anrudern auf dem Main: Boote soweit das Auge reicht

Imposante Flotte: Rund 40 Ruderboote – darunter vier Achter – nahmen am Mittwochvormittag an der offiziellen Saisoneröffnung teil.FRANZ NICKEL
Imposante Flotte: Rund 40 Ruderboote – darunter vier Achter – nahmen am Mittwochvormittag an der offiziellen Saisoneröffnung teil.FRANZ NICKEL Foto: Foto:

„Achtung – Los!“ – so lautete für 40 Boote des Akademischen Ruderclubs Würzburg (ARCW) und des Würzburger Rudervereins Bayern (WRVB) das Startkommando beim traditionellen Anrudern am 1. Mai. Wie es den jungen Sportler bis hin zu den etwas älteren Semestern gelang, sowohl Neptun und Poseidon als auch Wettergott Petrus milde zu stimmen, blieb zwar ein Geheimnis, nicht jedoch die Motivation, bei der offiziellen Saisoneröffnung dabei zu sein. „Es herrscht ein tolles Gemeinschaftsgefühl“, sagte Karin Rumpel, die mit Ehemann Max zum zweiten Mal mit von der Partie war.

„Inzwischen ist das Anrudern für mich ein Pflichttermin im positiven Sinn“, fügte Karin Rumpel hinzu. Im Doppelzweiter saß sie „auf Schlag“, was bei den Ruderern bedeutet, dass sie mit ihrem Rhythmus den Ton angibt. „Meistens reagiert mein Ehemann auch so, wie ich es will“, erklärte sie Augen zwinkernd.

Jürgen Cleve ist ein alter Hase, der schon seit 48 Jahren die Riemen ins Wasser taucht. „Ich bin jedes Mal wegen der schönen Atmosphäre beim Anrudern dabei.“ Der 60-Jährige saß heuer im Doppelvierer mit Bootsnamen „Röntgen“. Besonders freute ihn, dass ein Flusskreuzfahrtschiff zum Start die Sirene ertönen ließ.

Bereits vor Saisonbeginn war er sehr aktiv und ruderte in diesem Jahr schon rund 420 Kilometer gerudert. Jan Philipp Neumann, Vorsitzender des Regattavereins Würzburg, begrüßte als Organisator nicht nur die Sportler. Er sprach am Tag des Nazi-Aufmarsches in der Domstadt auch deutliche Worte. „Das Anrudern ist für uns ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit.“ Die beiden Rudervereine nahmen nur deshalb nicht am Bündnis gegen Rechts teil, weil die Demonstration zur gleichen Zeit wie das Anrudern stattfand.

Der Sport leiste nicht zuletzt durch seine internationalen Begegnungen einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung, ergänzte Neumann. Und: In den Rudervereinen würden die Jugendlichen auch zu verantwortungsbewussten und toleranten Persönlichkeiten weiterentwickelt.

Das Anrudern biete für die beiden Rudervereine immer eine gute Plattform zum Austausch, sagte Horst Laugwitz, Ehrenpräsident des ARCW. Das Fest mit Frühschoppen und Musik richten WRVB und ARCW im Wechsel aus. Und Laugwitz kündigte an, dass der ARCW beim Stiftungsfest Anfang Juli die Boots- und Sporthalle einweihen wird. Damit ende die zweijährige Bauzeit, in der der Verein sehr viel in Eigenleistung schaffte.

Einen weiteren Termin sollten sich Ruder-Interessierte in ihren Kalender eintragen: Am 19. Oktober findet die 24. Bocksbeutelregatta statt – ausgetragen auf der Langstrecke von Randersacker nach Würzburg.

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