WÜRZBURG

Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls

Ehrenamtliche Helfer in den Rettungsdiensten werden in Zukunft im Falle eines Einsatzes besser gestellt. Einer entsprechenden Initiative stimmte der Innenausschuss des Bayerischen Landtags zu. Die Einsatzkräfte erhalten nun einen gesetzlichen Freistellungs- und Lohnfortzahlungsanspruch, auch wenn kein Katastrophenfall vorliegt.

Christina Gold, Pressesprecherin der Malteser Würzburg, begrüßt diesen Beschluss. „Damit sind unsere ehrenamtlichen Helfer gleichgestellt mit denen der Feuerwehr“, sagte sie. Verlässt nun ein Mitglied einer Schnelleinsatzgruppe seinen Arbeitsplatz, beispielsweise aufgrund eines Brandes, wird er einen Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls haben. „Heute ist ein guter Tag für die Ehrenamtlichen in unseren Rettungsorganisationen“, kommentierte Innenpolitiker Manfred Ländner, Stimmkreis Würzburg-Land, die Initiative.

Auch das Bayerische Rote Kreuz ist zufrieden über die Einführung der Retterfreistellung: „Wir sind sehr glücklich“, sagte Paul Justice, Kreisbereitschaftsleiter des Kreisverbands Würzburg. Dass die Retter besser gestellt werden sei aber nur die eine Seite: „Durch den Beschluss ist auch die bessere Versorgung der Patienten gewährleistet“, sagte Justice. Vor allem in ländlichen Gebieten, in denen lediglich ein Rettungswagen vor Ort ist, kämen nun die freiwilligen Helfer schneller auf die Straße.

„Ich kann mich noch an das Hochwasser 2002 in Dresden erinnern. Wir sind nachts in Würzburg mit 135 Mann ausgerückt und erst Tage später wieder zurückgekommen. Da waren einige Helfer verunsichert, weil der Arbeitgeber nicht Bescheid wusste.“

Diese Unsicherheit soll es mit dem gesetzlichen Freistellungsanspruch nicht mehr geben. Die Lohnfortzahlung der ehrenamtlichen Retter übernimmt der Freistaat. Dennoch raten die Rettungsdienste ihren Helfern das Engagement im Vorfeld mit dem Arbeitgeber abzusprechen.

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