WÜRZBURG

Anstifter wollen Impulse setzen

Eine Stiftung für den Behindertensport: Am Donnerstag unterzeichneten (von links) Universitätspräsident Alfred Forchel, Thomas Lurz und Dieter Schneider im Senatssaal der Universität die Stiftungsurkunde. Foto: Theresa Müller

Den ersten Wettkampftag der Paralympischen Spiele in London wählten Thomas Lurz und Dieter Schneider, um im Senatssaal der Universität am Sanderring ihre neue Sportstiftung der Presse vorzustellen. „Die Thomas Lurz und Dieter Schneider Sportstiftung wird Projekte und Forschungen aus dem Bereich Behindertensport der Universität Würzburg unterstützen“, erläuterte Unipräsident Professor Alfred Forchel.

Jeder der beiden hatte die Hälfte des Startkapitals von 50 000 Euro beigesteuert. Lurz, frisch gebackener Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele und amtierender Welt-, Europa-, und Deutscher Meister über fünf und zehn Kilometer Freiwasserschwimmen, begründete sein Engagement damit, dass er nach seinen zahlreichen sportlichen Erfolgen nun in der Pflicht sei, „etwas zurück zu geben“. „Ich hatte so viel Glück in meinem Sportlerleben, da war es nun einfach mal an der Zeit dazu“, sagte Lurz, studierter Sozialpädagoge und Lehrbeauftragter an der Universität.

Der einzige Zweck der Stiftung sei es, die Aktivitäten behinderter Sportler an der Universität zu fördern, sagte Schneider. Er ist Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Buena la Vista AG. Schneider nahm als Säbelfechter an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles und 1988 in Seoul für Deutschland teil. „Wir wollen von der Fürsorge zur Teilhabe auf Augenhöhe kommen“, sagte Schneider. Stichwort hierbei sei die Inklusion – „da wollen wir von Würzburg aus Impulse setzten für das ganze Land“, so Schneider.

Inklusion heißt, jeder Mensch erhält die Möglichkeit, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, unabhängig von individuellen Fähigkeiten, Behinderung, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter. „Wir sollen soweit kommen, dass anders sein normal ist in unserer Gesellschaft“, so Schneider weiter. Diese Stiftung sei seines Wissens bislang einzigartig in Deutschland und stoße daher auf große Resonanz.

Die Initiatoren sind sich bewusst, dass der Stiftungsbetrag bei weiten nicht ausreichend ist für die groß gesetzten Ziele. „Da sind wir auf weitere Spenden und Zustiftungen angewiesen“, so Schneider. Es lägen bereits Zusagen aus Wirtschaft und aus dem sportlichem Bereich vor. „Sport verbindet Menschen am Besten, völlig egal welcher Herkunft, ob mit oder ohne Behinderung. Das habe ich jetzt in London erst wieder gemerkt, und auch die Paralympischen Spiele zeigen uns, was in diesem Bereich alles möglich ist“, fügte Lurz hinzu.

Noch gebe es keine konkreten Projekte, die gefördert werden sollen. Verwaltet wird die Sportstiftung über den Universitätsbund. In den kommenden Monaten können Interessenten ihre Förderanträge einreichen, im Frühjahr werde der Gesellschafterrat über die Vergabe der Mittel entscheiden, dann auch zum ersten Mal für Projekte, die das Ziel der Sportstiftung erfüllen: die „Förderung und Unterstützung von Projekten aus dem Behindertensport“, wie es in der Satzung heißt.

Zuwendungen zur Stiftung sind möglich an das Konto „Universitätsbund Würzburg, Sportstiftung“, KtoNr. 10 00 19 05 00, bei der Castellbank Würzburg, BLZ 790 300 01. Die Kennzeichnung als Spende oder Zustiftung wird erbeten, eine Spendenbescheinigung wird ausgestellt. Kontakt: Dieter Schneider, Tel. (09 31) 6 66 33-40, E-Mail: dieter.schneider@buena-la-vista.de

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