Würzburg

Antwort auf Samstagsbrief: Ein Telefon für Ängste rund um Corona

Der vergangene Samstagbrief dankte Wiebke Schmidt und ihrem Team vom Bügertelefon. Sie kümmern sich um Anrufer, die befürchten sich infiziert zu haben. Das ist die Antwort.
Wibke  Schmitdt, Leiterin der Corona-Servicestelle 'Bürgertelefon' im Landratsamt in Würzburg. 
Wibke Schmitdt, Leiterin der Corona-Servicestelle "Bürgertelefon" im Landratsamt in Würzburg.  Foto: Silvia Gralla

In unserem Samstagsbrief haben wir Wibke Schmidt, Leiterin des Bürgertelefons von Stadt und Landkreis Würzburg, und ihrem Team für ihre Arbeit in Zeiten des Coronavirus gedankt. Nun hat sie geantwortet:

Sehr geehrter Herr Wildmeister,

zunächst möchte ich mich stellvertretend für das Team des Bürgertelefons von Stadt und Landkreis Würzburg für Ihren Dank und Ihre wertschätzende Berichterstattung bedanken. Ihre zu Beginn gestellte Frage an mich, ob ich mir am Anfang des Jahres hätte vorstellen können, dass eine Krankheit Namens COVID-19 das öffentliche Leben bestimmt, kann ich ganz klar mit einem „Nein“ beantworten. Auch ich wurde von den aktuellen Entwicklungen völlig überrascht und hätte mir nicht träumen lassen, dass Ministerpräsident Söder Mitte März 2020 den Katastrophenfall für Bayern ausspricht. So etwas kannte ich bis dato nur aus dem Fernsehen.

Auch mich verunsichern die aktuellen Entwicklungen: Schließung der Schulen, Kindergärten, Grenzen und des Einzelhandels. Das macht mich sehr nachdenklich. Dennoch versuche ich mir immer wieder bewusst zu machen, dass bisher mehr als 80 Prozent der Krankheitsverläufe „mild“ waren.  

Ein Stück Sicherheit vermitteln 

Uns allen – und damit meine ich nicht nur das Team vom Bürgertelefon - ist es wirklich ein großes Anliegen, für die Bürgerinnen und Bürger da zu sein, Informationen zu geben und damit auch ein Stück Sicherheit zu vermitteln. In Zeiten, in denen alle Maßnahmen verständlicherweise von Kontaktreduktion geprägt sind und persönliche Begegnungen eingeschränkt werden, um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, ist es aus meiner Sicht von elementarer Bedeutung, dass zumindest ein telefonischer Kontakt möglich ist, um sich mit seinen Ängsten, Sorgen und Fragen mitzuteilen.  

Für uns ist es das größte Lob, wenn sich Anrufer verstanden fühlen oder das Telefonat als hilfreich erleben. Das motiviert uns zum Weitermachen. Sicherlich können wir nicht alle Fragen der Bevölkerung beantworten. Das sollte bei der Flut von Informationen, Veränderungen und Entwicklungen auch nicht unser Anspruch sein. Das Wichtigste ist: Wir versuchen bestmöglich zu unterstützen. Und sollten wir einmal nicht weiterhelfen können, versuchen wir zumindest den richtigen Ansprechpartner zu vermitteln.  

Anrufer sollen es ruhig mehrfach probieren

Wir bitten die Bevölkerung auch um Verständnis, wenn sie beim Bürgertelefon nicht gleich eine freie Leitung bekommen. Aber aufgrund der hohen Anzahl an eingehenden Anrufen sind unsere Telefonapparate ausgelastet. Daher die Bitte, einfach einen zweiten oder dritten Versuch zu starten. Zusätzlich gibt es tagesaktuell viele Informationen auf unserer Internetseite unter www.landkreiswuerzburg.de/coronavirus .

Ich persönlich hoffe sehr, dass wir bald wieder auf ruhigere Zeiten blicken können. Und Herr Wildmeister, ich gebe Ihnen völlig Recht: Auch in schwierigen Zeiten ist ein Scherz erlaubt. Hätte mich vor Wochen jemand gefragt, welche Artikel im März 2020 in Supermärkten am gefragtesten sind, wäre mir so einiges dazu eingefallen. Aber ich hätte definitiv nicht auf Toilettenpapier getippt.    

Herzliche Grüße,

Ihre Wibke Schmidt

Einer bekommt Post: Der "Samstagsbrief"
Jedes Wochenende lesen Sie unseren "Samstagsbrief". Was das ist? Ein offener Brief, den ein Redakteur unserer Zeitung an eine reale Person schreibt – und tatsächlich auch verschickt. An eine Person des öffentlichen Lebens, die zuletzt Schlagzeilen machte. An jemanden, dem wir etwas zu sagen haben. An einen Menschen aus der Region, der bewegt hat und bewegt. Vielleicht auch mal an eine Institution oder an ein Unternehmen. Oder ausnahmsweise an eine fiktive Figur.
Persönlich, direkt und pointiert formuliert soll der "Samstagsbrief" sein. Mal emotional, mal scharfzüngig, mal mit deutlichen Worten, mal launig – und immer mit Freude an der Kontroverse. Der "Samstagsbrief" ist unsere Einladung zur Debatte und zum Austausch. Im Idealfall bekommen wir vom Adressaten Post zurück. Die Antwort und den Gegenbrief, den Briefwechsel also, finden Sie dann auf jeden Fall bei allen "Samstagsbriefen" hier. Und vielleicht bietet die Antwort desjenigen, der den "Samstagsbrief" zugestellt bekommt, ja auch Anlass für weitere Berichterstattung – an jedem Tag der Woche.

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