Zell

Antworten auf die Anträge der Zeller Bürger

Die Staatsstraße 2300, die an Zell am Main vorbeiführt, wird in der ersten Hälfte der Sommerferien aufgrund von Lärmschutzmaßnahmen gesperrt sein. Foto: Jörg Rieger

Fast wäre es gleich zu Beginn der Diskussion zum Eklat gekommen: Als der Zeller Gemeinderat über die teils umfangreichen Anträge auf der Bürgerversammlung (vom 21. November) beriet, monierte die Fraktion SPD/Bürgerbündnis/Grüne Alternativ, dass es diesmal von Seiten der Verwaltung keinerlei Beschlussvorschläge zu den einzelnen Anträgen gebe. Tobias Lahl unterstellte Bürgermeisterin Anita Feuerbach (CSU/Freie Zeller Bürger) indirekt, dass sie aus ihrer Sicht unliebsame Ansinnen nicht ernsthaft weiterverfolge. Feuerbach wies dies entschieden zurück – und unterstrich, dass sie der Diskussion im Gemeinderat nicht vorweggreifen wolle.

Keine Gefahr für das Zeller Grundwasser

Als man wieder auf der Sachebene angekommen war, ging es größtenteils um Klima- und Umweltthemen. So hatte die Grünen-Ortsvorsitzende Jessica Hecht den Antrag gestellt, dass die Gemeinde die Grundwassermessungen im Bereich der Firma CC im Neuen Hafen erfragt und veröffentlicht. Nach Rücksprache mit dem Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Würzburg erklärte Feuerbach, dass es keine regelmäßigen Untersuchungen gebe. Im Winter 2018/19 habe eine solche durch das Wasserwirtschaftsamt als Sachkundigenstelle stattgefunden. "Hierbei wurden eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit und eine erhöhte Chlorid-Belastung festgestellt", so Feuerbach weiter. Die Ursache könne aber nicht eindeutig auf die Schlackehalde zurückgeführt werden, da oberströmig auch erhöhte Werte ermittelt worden seien, die beispielsweise durch Streusalz bedingt sein könnten.

"Von Seiten der Stadt Würzburg wurde uns jedoch versichert, dass keine Gefahr für das Zeller Grundwasser und die Zeller Stollen besteht, da der Grundwasserspiegel in Zell circa zwei bis drei Meter höher und der Main noch als trennendes Oberflächengewässer dazwischen liegt. Dadurch ist eine Verunreinigung des Zeller Grundwassers durch die Schlackehalde physikalisch nicht möglich", so Feuerbach. Ungeachtet dessen will man die konkreten Ergebnisse der Messung beim Wasserwirtschaftsamt erfragen. Gleiches gilt für einen Antrag, der eine Untersuchung des Main-Flussbodens auf Schwermetalle und mehr zum Gegenstand hat.

Informationen vom Klimaschutzmanager

Weitere Bürger-Ansinnen befassten sich mit etwaigen Klimaschutzmaßnahmen. Dabei geht es beispielsweise um Förderprogramme, Aktionspläne, den Erlass einer Baumordnung oder die Ernennung von ehrenamtlichen Energiebeauftragten. Die Gemeinderäte waren sich weitgehend einig, dass man hier nicht untätig sei, es aber sicher noch viel Potenzial gebe. Als Nächstes wolle man den Klimaschutzmanager aus Veitshöchheim zu einem Infoabend nach Zell einladen, um über weitere Schritte entscheiden zu können.

Einen Antrag einer Bürgerschaft auf Erlass einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 20 Stundenkilometer in einem Teilbereich der Scheckertstraße sorgte für unterschiedliche Ansichten. So befürchtet Lenz Antretter (CSU/Freie Zeller Bürger) weitere solcher Anträge, wenn man diesem statt gibt. "Das würde zu einer Zerstückelung der erlaubten Geschwindigkeiten führen. Dabei haben wir schon jetzt fast überall die 30 Stundenkilometer", sagte Antretter. 

Bernd Spengler (SPD/Bürgerbündnis/Grüne Alternative) argumentierte hingegen, dass eine große Mehrheit der Anwohner, überwiegend junge Eltern, unterschrieben hätten und sich aufgrund der Kurvenlagen Sorgen um ihre spielenden Kinder machen würden. Letztlich verständigte man sich darauf, das Ansinnen in den Bauausschuss zu geben. Dieser will sich nun die entsprechende Stelle in der Scheckertstraße, aber auch andere neuralgische Punkte vor Ort anschauen und anschließend entscheiden.

Ansonsten beschloss der Gemeinderat mehrere Vergaben für den fortschreitenden Neubau der Kita in der Falkenstraße, die Erneuerung der Duschen in der Maintalhalle und die dortige Installation von Schließanlagen.

Die Staatsstraße 2300, die an Zell am Main vorbeiführt, wird in der ersten Hälfte der Sommerferien aufgrund von Lärmschutzmaßnahmen gesperrt sein. Foto: Jörg Rieger

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