Rimpar

Artenreiche Wildpflanzen-Wiesen sollen Nitratwerte senken

Mit Sondervereinbarungen mit den Landwirten will die Marktgemeinde die Wasserqualität der beiden Brunnen im Wasserschutzgebiet Maidbronner Forst spürbar steigern. Die entsprechenden Verträge wurde bereits geschlossen. Sorgen bereitet vor allem eine Biogas-Anlage, die bisher mit Mais oder Raps betrieben wurde. Mit dem Projekt "Bunte Biomasse", das der Landwirtschaftsmeister-Experte Werner Kuhn aus Güntersleben im Marktgemeinderat vorgestellt hat, möchte die Gemeinde zudem eine alternative und für das Grundwasser unschädliche Erzeugung von Biomasse erproben.

"Bunte Biomasse" ist eine Saatgutmischung heimischer Wildpflanzen, die das "Netzwerk Lebensraum Feldflur" entwickelt hat. Es kommt ohne Pflanzenschutzmittel und eine intensive Bearbeitung des Bodens aus. Der Anbau ist auf sieben Jahre ausgelegt. In dieser Zeit entwickelt sich über verschiedene Stadien eine besonders artenreiche Wiese.

Boden wird nicht verdichtet

Für die Landwirte entfällt aufwendiges Düngen sowie die Bearbeitung des Bodens durch schwere Traktoren mit der Folge, dass sich der Boden verdichtet. Er sei früher ein Kritiker von Biogasanlagen gewesen, gestand Kuhn den Räten. Er hat lange für die Landanstalt Gartenbau in Veitshöchheim gearbeitet und befindet sich seit kurzem im Ruhestand. Siene Einschätzung habe sich jedoch geändert: "Inzwischen sehe ich auch die Chancen und den Nutzen."

Bei einer Verwendung der Saatgutmischung sei die Ausbeute an Trockenmasse, die sich in einer Biogas-Anlage verwerten lässt, mit etwa elf Tonnen pro Hektar zwar ein Drittel bis um die Hälfte geringer als bei Mais. "Wir werden die Marktleistung von Mais nie schaffen, davon sind wir weit entfernt", ließ Kuhn denn auch keinen Zweifel daran, dass im direkten Vergleich nicht konkurrenzfähig ist.

670 Insektenarten auf der Fläche

Beachte man allerdings, dass auf diese Weise große Mengen an Stickstoff über einen langen Zeitraum gebunden würden, sei die Bilanz eine andere. Auch konnten die Entwickler auf einer solchen Fläche 670 Insektenarten nachweisen. Sogar Feldlerchen, Fledermäuse oder Rebhühner, von denen es bei Rimpar noch einige Bestände gibt, würden sich in einer solche Wiese wohlfühlen.

Kuhn empfiehlt darum auch, Teile nicht abzuernten. Einen gewissen Ausgleich für den geringeren Ertrag biete eine Förderung für Landwirte, die auf die Saatmischung zurückgreifen. In Rimpar sollen von dem insgesamt 180 Hektar großen Wasserschutzgebiet immerhin 20 bis 30 Hektar mit "Bunter Biomasse" eingesät werden. Die Marktgemeinde hofft damit, die Qualität des Trinkwassers zu verbessern. Die Nitratwerte eines der beiden Brunnen liegen zum Teil nur knapp unter dem gesetzlichen Grenzwert. Nur dadurch, dass das geförderte Wasser gemischt wird, gelingt es derzeit, diese deutlich zu unterschreiten.

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