Würzburg

Aschermittwoch der FDP: Applaus für Stellungnahme zur AfD

Fraktionsstärke im Stadtrat erreichen, die AfD klein halten, und erreichen, dass Oberbürgermeister Christian Schuchardt wiedergewählt wird. Das sind die Ziele der FDP.
Die Freien Demokraten Würzburg-Stadt waren zum politischen Aschermittwoch im Hofbräukeller. Als Gastredner kam der Haushaltspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Beisitzer im Bundesvorstand Otto Fricke (vorne sitzend). Begrüßt wurde er von seinem Bundestagskollegen und FDP-Kreisvorsitzenden Andrew Ullmann. Foto: Thomas Obermeier

Es war eine überschaubare, fast familiäre Runde beim politischen Aschermittwoch der FDP Würzburg-Stadt am Mittwochabend in der Schönbornstube des Hofbräukellers, zu der gegen Ende auch noch Oberbürgermeister Christian Schuchardt stieß. Rund 30 Zuhörer jeden Alters waren gekommen, um den Worten ihres Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Andrew Ullmann, ihrer Spitzenkandidatin für die Stadtratswahl Julia Bretz und des Bundestagsabgeordneten Otto Fricke zu lauschen. Fricke ist Haushaltspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Beisitzer im Bundesvorstand der Partei.

"Es wird keine Zusammenarbeit mit der AfD geben."
Andrew Ullmann, FDP-Kreisvorsitzender Würzburg-Stadt

Ullmann machte den Zuhörern klar, was von den Geschehnissen im Thüringer Landtag vor knapp 14 Tagen zu halten sei: "Wir haben schmerzliche Tage erleben müssen, es ist eine schwierige Zeit, wenn die Partei verletzt wird", so Ullmann. Aber es sei "blödsinnig", wenn man sage, die FDP sei eine rechte Partei. "Es wird keine Zusammenarbeit mit der AfD geben. Wir sind Demokraten", betonte Ullmann und erntete dafür großen Applaus.

Ullmann übt Kritik an anderen Parteien

Für die SPD und die Grünen fand er kritische Worte. Die SPD sei in Hamburg noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen und bundesweit mittlerweile ein Schatten ihrer selbst, stellte er fest. Und wenn der "Lieblingsschwiegersohn" von den Grünen, Robert Habeck, sage, Verbote seien Bedingung für die Freiheit, "dann wird mir als Liberalem Angst", so Ullmann.

"Wir wollen Fraktionsstärke im Stadtrat erreichen, die AfD klein halten, und unseren Oberbürgermeister Christian Schuchardt wiedergewählt haben", formulierte er die liberalen Ziele für die Kommunalwahl und bekam auch dafür Applaus. 

"Wir sind mit der CSU oft einer Meinung, aber es gibt Unterschiede"

Auch Julia Bretz fand deutliche Worte. "Wir sind mit der CSU oft einer Meinung, aber es gibt Unterschiede", sagte sie. Ein Beispiel sei die Sperrzeitverlängerung. "Das Thema haben CSU-Stadträte auf die Tagesordnung gebracht, und jetzt veranstaltet die Partei Info-Abende um eine drohende Verlängerung abzuwenden", so Bretz. Und die SPD, die ständig betone, man brauche neue Wohnungen, habe im Stadtrat in den letzten Jahren immer gegen die Ausweisung neuer Wohngebiete in der Stadt gestimmt. 

Der grüne OB-Kandidat Martin Heilig spreche zwar viel über den Verkehr in der Stadt, aber immer sehr unkonkret, beklagte sie. In der Realität sehe es aber so aus, dass das Geld dafür nicht vom Himmel falle. "Und wie steht es mit der Einbahnregelung für die Zeller Straße, mit der Busspur in der Ludwigstraße und der Leistenstraße, was machen wir mit der?", fragte sie. "Da redet Herr Heilig nicht darüber, aber unser Oberbürgermeister tut das."

Bretz: Integration der Flüchtlinge hat in Würzburg besser geklappt

Es habe Gründe, dass die AfD in Würzburg bislang keinen Fuß auf den Boden gebracht habe, fuhr sie fort. Unter anderem sei das der Fall, weil die Integration der Flüchtlinge in Würzburg besser geklappt habe, als in anderen Städten. "Und das liegt an der guten Zusammenarbeit der bürgerlichen Parteien. Wer will, dass das so weiter geht, muss am 15. März neben uns auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt wählen", folgerte sie und erhielt reichlich Applaus.

Otto Fricke warf abschließend aus Sicht der Bundespolitik einen Blick auf die Kommunen. Diese sollten seiner Meinung nach einen höheren Anteil an der Mehrwertsteuer bekommen. "Wenn die Leute mehr sehen, was sie für ihre Kommune zahlen, würde das helfen, dass die Bürger ein anderes Verhältnis zu ihrer Kommune bekommen", so Fricke. Das sei es, woran es derzeit in Deutschland noch fehle.

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