VEITSHÖCHHEIM

Auf 574 Seiten eine Reise in die Vergangenheit

Neuerscheinung: Der Veitshöchheimer Architekt Walter Schilling übergab ein frisch gedrucktes Exemplar seines Buches „Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens' an Elisabeth Birkhold für die heimatgeschichtliche Abteilung  der Bücherei im Bahnhof.
Neuerscheinung: Der Veitshöchheimer Architekt Walter Schilling übergab ein frisch gedrucktes Exemplar seines Buches „Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens" an Elisabeth Birkhold für die heimatgeschichtliche Abteilung der Bücherei im Bahnhof. Foto: dieter gürz

Im Lesecafé der Bücherei im Bahnhof stellt der Veitshöchheimer Walter Schilling am Mittwoch, 19. September, um 20 Uhr sein im Echter Verlag erschienenes Buch „Die Burgen, Schlösser und Herrensitze Unterfrankens“ vor.

Walter Schilling hat berufsmäßig viele historische Kirchen restauriert. Darunter auch die Vituskirche in seinem Heimatort. Nebenbei baute er aber auch Neuartiges wie die Mainfrankensäle, den Kindergarten Sankt Martin oder die Aussegnungshallen in den beiden Veitshöchheimer Friedhöfen.

Nun hat sich der auch im hohen Alter noch aktive Architekt als Autor verewigt. In seinem mit Mitteln des Bezirks Unterfranken geförderten Buch lädt der Heimatforscher auf 574 Seiten ein zu einer Reise in die Vergangenheit.

Mit feinen Stiftzeichnungen der über 300 Burgen, Schlösser und Herrensitze und kurzen, allgemein verständlichen Beschreibungen jedes historischen Bauwerkes macht Walter Schilling auf unbekannte, oft ungesehene Meisterwerke der Baukunst aufmerksam, die sich in Unterfranken verstecken. Seit 18 Jahren zeichnet Schilling historische Bauwerke. Es sind alles Unikate, die er vor Ort anfertigte und mit vielen Notizen versah. Seine Arbeit, so Schilling, soll nicht nur eine Katalogisierung der Baudenkmäler darstellen, sondern auch zu deren Besuch anregen. Nicht nur für Kenner würden sich neue Perspektiven auf Vergangenes eröffnen, darunter eine ungeahnte Vielfalt an Baustilen.

Schilling: „Was ich in all den Jahren auf meinen vielen Reisen und bei meinen Recherchen nebenher so erlebte, damit könnte ich ein separates Buch füllen.“ Über solche Erlebnisse will der Autor auch bei seiner Buchvorstellung am 19. September erzählen. Bis auf einige private Schlossbesitzer, die ihn aus ihrem Hof verwiesen, so Schilling, habe er bei seinen Arbeiten überall Unterstützung erfahren. So habe auch der Bezirksheimatpfleger sein Vorhaben gefördert.

Stadt-Wappen verweigert

Nur das Kulturamt der Stadt Würzburg habe ihm als einzige Gebietskörperschaft verwehrt, im Lageplan der historischen Baudenkmäler das offizielle Stadt-Wappen zu verwenden. Dabei skizzierte Schilling allein in Würzburg 20 historische Bauwerke. Hier behalf er sich damit, dass er eine eigene Schwarz-Weiß-Version eines Stadtsiegels aus dem 14. Jahrhundert kreierte.

Überall suchte Schilling auch das Gespräch mit den Hausbesitzern. Oft seien es auf dem Land als Heimatpfleger des Ortes tätige Lehrer gewesen, an die man ihn verwiesen habe.

Nicht ganz einfach war es für den Autor, das zurzeit leer stehende und somit dem Verfall preis gegebene Schloss Greifenstein zu skizzieren, das sich seit 1937 auf dem Territorium des Truppenübungsplatzes Hammelburg, also im Bundesbesitz befindet. Ebenfalls nur mit Genehmigung des Kommandeurs konnte er zur ebenfalls auf diesem Gebiet liegenden malerischen Ruine der Burg Reußenberg gelangen. Als Schilling diese Ruine ein zweites Mal in der Meinung aufsuchte, die für das erste Mal erteilte Genehmigung berechtige ihn dazu, flogen nicht weit weg von ihm plötzlich Kugeln des Schießbetriebs.

Zu seinem großen Bedauern musste der Heimatforscher allerdings feststellen, dass einige seiner Zeichnungen zwischenzeitlich schon überholt sind, wie beispielsweise beim Bronnbacher Hof in Würzburg. Hier wurden das Gebäude kürzlich bis auf einen kleinen Mauerrest auf der Südseite abgerissen und von einem Bauträger Läden und Eigentumswohnungen aufgebaut, wobei als einzige denkmalpflegerische Geste die Übernahme des Arkadenmotivs erfolgte.

Schillings Heimatort Veitshöchheim ist ebenfalls vertreten: So präsentiert er zum berühmten Rokokogarten einen einmaligen Blickwinkel auf den Hofgartensee von der Spitze des benachbarten 44 Meter hohen Vituskirchturms. Natürlich fehlt auch nicht die Ruine Ravensburg (Rabensburg) an der Gemarkungsgrenze auf Thüngersheimer Gebiet.

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