Randersacker

Auf dem Main gilt wieder freie Fahrt

Die Schleusensperre ist aufgehoben. Die Lieferkette für den Güterverkehr auf dem Main ist damit wieder intakt.
Für den Austausch des Mitteltors war die 300 Meter lange Schleusenkammer der Schleuse Randersacker für knapp drei Wochen trockengelegt worden.
Für den Austausch des Mitteltors war die 300 Meter lange Schleusenkammer der Schleuse Randersacker für knapp drei Wochen trockengelegt worden. Foto: WSA Schweinfurt

Knapp drei Wochen nach Beginn der Schleusensperre ist die Schifffahrt auf dem Main seit Donnerstag Mittag wieder ungehindert möglich. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nutzt die alljährliche Schifffahrtspause zur Instandsetzung der Schleusenanlagen. Größte Maßnahme war in diesem Jahr die Erneuerung des Mitteltors an der Schleuse Randersacker. Rund zwei Millionen Euro wurden dabei in die 70 Jahre alte Anlage investiert.

Gut auf die Coronakrise vorbereitet

"Die Arbeiten sind gut vorangekommen", sagt der Leiter des Wasser- und Schiffahrtsamts (WSA) Schweinfurt, Heinrich Schoppmann, auf Anfrage der Redaktion. "Die Wasser- und Schiffahrtsverwaltung war auf die Coronakrise eingestellt und gut vorbereitet." Neben der Schleuse Randersacker standen kleinere Instandsetzungsarbeiten an den Schleusen in Erlabrunn, Goßmannsdorf, Schweinfurt, Rothenfels und Steinbach auf dem Programm.

Mitarbeiter des Würzburger Unternehmens DSD Noell bereiten die neuen Schleusentore für den Einbau vor.
Mitarbeiter des Würzburger Unternehmens DSD Noell bereiten die neuen Schleusentore für den Einbau vor. Foto: Gerhard Meißner

Die neue, insgesamt über 30 Tonnen schwere Toranlage an der Schleuse in Randersacker, war bereits vor zwei Jahren bei der Würzburger Firma DSD Noell in Auftrag gegeben worden. Damals war das alte Tor zu Vermessung ausgebaut worden. In der Regel, so Heinrich Schoppmann, werden Schleusen turnusgemäß alle sechs Jahre trockengelegt, auf Schäden untersucht und genau vermessen.

"Gerade jetzt in der Coronakrise muss die Versorgung der Wirtschaft mit Güter gesichert werden, damit wichtige Bereiche weiter produzieren können."
Heinrich Schoppmann, WSA Schweinfurt

Neben Randersacker waren in den vergangenen drei Wochen auch die Schleusen in Würzburg, Gerlachshausen bei Schwarzach und Limbach bei Eltmann außer Betrieb und trockengelegt. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg hatte die Schleusensperre vor dem Hintergrund der Coronakrise abgesagt. Deshalb war der Main während der Sperrzeit noch bis Würzburg schiffbar. Dort warteten am Donnerstag inzwischen zehn Frachtschiffe auf die Weiterfahrt mainaufwärts.

Wichtige Güter werden über Wasserstraßen transportiert

Die Wasserstraßen leisten einen wesentlichen Beitrag zu Sicherstellung des Güterverkehrs, insbesondere für den Transport von Energierohstoffen und landwirtschaftlichen Gütern, betont WSA-Chef Schoppmann. "Gerade jetzt in der Coronakrise muss die Versorgung der Wirtschaft mit Güter gesichert werden, damit wichtige Bereiche weiter produzieren können", so Schoppmann weiter.

Große Autokranen waren nötig, um die rund 17 Tonnen schweren Flügel des Schleusentors zu montieren.
Große Autokranen waren nötig, um die rund 17 Tonnen schweren Flügel des Schleusentors zu montieren. Foto: Gerhard Meißner

Jährlich verkehren auf dem Main rund 5000 Fracht- und 1000 Fahrgastschiffe. Die Leiterin der WSA-Außenstelle Marktbreit, Martina Michel, geht davon aus, dass vor allem das zuletzt boomende Aufkommen von Hotelschiffen in diesem Jahr einen herben Einbruch erleben wird und auch die Zahl der Ausflugsschiffe stark zurückgeht. Die Saison für die Personenschifffahrt beginnt normalerweise an Ostern und endet im Oktober.

Wehranlagen sollen erneuert werden

Die ältesten Schleusenanlagen am Main tun inzwischen seit rund 90 Jahren ihren Dienst. Seit rund zwei Jahrzehnten läuft der Austausch der Toranlagen und ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Ein nächster großer Schritt wird die Erneuerung der Wehranlagen sein. Mit Hilfe großer, stählerner Wehrtrommeln wird der Fluss aufgestaut, um eine ausreichende Fahrwassertiefe zu gewährleisten. In den vergangenen Jahren wurden bereits vereinzelt die Antriebe Steueranlagen dieser Wehrtrommeln erneuert. In den kommenden Jahrzehnten soll nun auch die Trommeln selbst instand gesetzt oder erneuert werden.

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