Leinach

Auf den Spuren eines Leinach-Bach-Bewohners

Die Aufmerksamkeit der Teilnehmer des Winterflurgangs galt mehreren Bauwerken im Leinach-Bach, die von einem besonderen "Neubewohner" dort seit geraumer Zeit geschaffen werden. Zwei mächtige und mehrere kleinere Biber-Dämme stauen den sonst nur etwa einen Meter breiten Bach zu einem rund fünf Meter breiten Gewässer auf. Foto: Herbert Ehehalt

Einem neuen Bewohner am Leinach-Bach galt die  Aufmerksamkeit der 70 Teilnehmer des Winterflurgangs der Gemeinde Leinach zum Jahresbeginn. Dabei hatte Bürgermeister Uwe Klüpfel (CFW) mit den "Siebenern" des unteren Leinach im Streckenverlauf auf so manche Besonderheit in der Gemarkung hingewiesen. Doch noch bei der kulinarischen Stärkung zum Abschluss des winterlichen Fußmarsches waren die mächtigen Biberdämme im Bachbett das herausragende Thema.

Die nördliche Route, überwiegend entlang der Gemarkungsgrenze zu Zellingen und gleichzeitigen Landkreisgrenze, unter der Führung von Feldgeschworenen-Obmann Matthias Franz und "Siebener" Karl-Heinz Weisenberger, stand beim Flurmarsch zum Jahresbeginn auf dem Programm. "Viele bekannte Gesichter des Jahresauftakts" begrüßte hatte Bürgermeister Uwe Klüpfel und dessen Stellvertreter Erhard Franz (CSU) am Bauhof.

Auf der rund zwölf Kilometer langen Strecke wurden auch alte Flurbezeichnungen in Erinnerung gerufen, deren Namen der jungen Generation und vor allem Neubürgern unbekannt sind. Die örtliche Zuordnung von "Eschel" unterhalb der Gemeinschaftskirschenanlage am Hausberg, die Nordel und Saugrube, oder auch Bettelmann und Tennach wurde so den Teilnehmern möglich.

Der Vergangenheit des Wirtschaftswachstums auf der Spur waren die Teilnehmer im Streckenverlauf am "Eschel", an der ehemaligen Hausmüll-Deponie des unteren Leinach. Zur Überwachung deren Sickerwassers werden nach Klüpfels Erläuterungen dort durch die Gesellschaft für Altlastenbeseitigung und - Überwachung mehrere Grundwasser-Messstellen "GWMS) betrieben. Bisher seien glücklicherweise jedoch noch keine Belastungen registriert worden, bestätigte Klüpfel.

Vorbei über die "First" und "Glumpberg", mit dem Weinberg des Würzburger Bürgerspitals, führte der Marsch dem Leinach-Bach, in der Senke des Leinachtals, der Behausung eines besonderen "Neubürgers" entgegen. Wie bei den meisten Biber-Populationen gingen auch unter Leinachs Flur-Wanderern die Meinungen zu dem unter Naturschutz stehenden Mitbewohner auseinander.

Als beeindruckende Beweise für dessen Existenz im Leinach-Bach befinden sich dort auf einer Länge von etwa 500 Metern seit geraumer Zeit neben zwei großen, auch mehrere kleinere Biberdämme. Ob diese einem oder mehreren Tieren zu verdanken sind, konnte auch Siebener-Obmann Matthias Franz nicht sagen. 

Dass Biber dort aktuell aktiv sind, bestätigten auch zahlreiche typische Biss-Spuren am Ufer-Bewuchs. Der betreffende Bereich befindet sich allerdings unmittelbar an der Gemarkungsgrenze zu Zellingen, auf Gebiet der Nachbargemeinde. Durch zwei, bis zu drei Meter hohe Dämme ist der üblicherweise nur einen Meter breite Leinach-Bach auf eine beachtliche Tiefe und bis zu etwa fünf Metern Breite aufgestaut.

Als "Baumaterial" für die beachtlichen Dämme benutzte der oder die Nager die dicken Stängel von Sonnenblumen, die auf Feldern entlang des Baches angebaut wurden. Sollte sich der Biber am Leinach-Bach dauerhaft ansiedeln, werde sich daraus eine landschaftliche Veränderung ergeben, prognostizierte Klüpfel.

Die unverkennbaren Spuren eines Bibers sind an vielen Bäumen entlang des Leinach-Bach zu finden. Foto: Herbert Ehehalt

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