Auf der Suche nach dem Landkreis-Feeling – 40 Jahre Landkreis Würzburg

Landrat Eberhard Nuß.LANDRATSAMT WÜRZBURG Foto: FOTO

Die Gebietsreform, die 1972 mit der Neuordnung der bayerischen Landkreise begann, brachte auch im Landkreis Würzburg den „Wind der Veränderung“. Auch wenn sich in manchen Gemeinden der damaligen Landkreise Würzburg und Ochsenfurt zunächst Entrüstung breitmachte, war es für alle Beteiligten ein Gewinn. Die sinnvolle Neuordnung zum heutigen Landkreis brachte Würzburg voran.

Bemühungen um ein kommunales Miteinander

Schon bei den Haushaltsberatungen für den ehemaligen Landkreis Würzburg im Februar 1972 stellte Landrat Dr. Wilhelm fest, dass sich gewisse Grundtendenzen abzeichneten: „Das redliche Bemühen um ein kommunales Miteinander, von dem alle Kreisbürger des über 130 000 Einwohner starken Großlandkreises gleichberechtigte Chancen erwarten können.“

Die Zusage der gleichberechtigten Chancen für alle Landkreisbürger – unabhängig von der Entfernung vom Zentrum Würzburg – ist bis heute ein Thema der Kreispolitik. Erst seit diesem Jahr konnte als letztes Puzzleteil eine Kooperation mit den Gemeinden im südlichen Maindreieck auf den Weg gebracht werden. Damit ist der Landkreis Würzburg flächendeckend mit einem Netz an kooperativen kommunalen Zusammenschlüssen versorgt. Mit den Konzepten Leader plus und Integrierte Ländliche Entwicklung (ILEK) sind die Gemeinden in den verschiedenen Regionen des Landkreises zu einem Schulterschluss eingeladen, der für alle gewinnbringend in der Entwicklung ist. Vor allem der Bereich Tourismus und Wein wird davon profitieren, ebenso die Zusammenarbeit bei Schulverbänden, beim Radwegebau oder bei der Breitbandversorgung.

Die politische Kultur der Selbstverwaltung begann bereits vor 160 Jahren mit der Gründung der Distriktgemeinden als Vorgänger der Landkreise. 1862 wurde diese politische Reform mit der Schaffung der Bezirksämter – als Vorläufer der heutigen Landratsämter – fortgesetzt. Für die heutige Gestalt des Landkreises Würzburg waren jedoch die letzten 40 Jahre entscheidend.

Dort leben, wo andere Urlaub machen

Heute leben rund 160 000 Einwohner im Landkreis Würzburg, das sind deutlich mehr als in der Kreisfreien Stadt Würzburg mit rund 134 000 Einwohnern. Der Landrat des Landkreises Würzburg, Eberhard Nuß, ist davon überzeugt, dass man zur Feier des 40. Landkreisjubiläums durchaus von einem „Landkreis-Feeling“ sprechen kann: „Auch wenn wir ein ausgedehnter Flächenlandkreis mit 968 Quadratkilometern sind – in der Nord-Süd-Erstreckung 52 Kilometer, Ost-West 41 Kilometer – so ist in vier Jahrzehnten längst zusammengewachsen, was zusammengehört“, so Nuß.

Der Main durchzieht einen großen Teil des Landkreises als verbindende Lebensader; ausgedehnte Ackerflächen im Ochsenfurter Gau und die grünen Lungen der Wälder im Norden und Westen ergänzen sich zu einer weitgehend intakten, abwechslungsreichen Landschaft, in der immer mehr Menschen nicht nur gerne leben und arbeiten, sondern auch ihren Urlaub verbringen.

Ein Landkreis für Jung und Alt

Der Landkreis Würzburg bietet in seiner Vielfalt heute für jede Generation die besten Voraussetzungen. Familien, sagt Nuß, fänden hier eine hohe Dichte von Kindertageseinrichtungen. „Zwei Gymnasien und zwei Realschulen in Trägerschaft des Landkreises schaffen beste Rahmenbedingungen für erfolgreiche Bildung. In den letzten Jahren investierte der Landkreis beispielsweise insgesamt rund 28 Millionen Euro in die beiden Realschulen in Höchberg und Ochsenfurt“, so der Landrat.

Attraktiver Wirtschaftsstandort

Aber auch die Eltern der Kinder erwarten im Landkreis beste Bedingungen: Eine stabile Arbeitslosenquote von deutlich unter drei Prozent eröffnet gute Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

Als Wirtschaftsstandort ist die Region nicht nur wegen ihrer zentralen Lage in Deutschland und den besonders guten Verkehrsverbindungen mit der Bahn, auf dem Main und auf den Autobahnen attraktiv. Das gute Lebensumfeld für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewegen manches mittelständische Unternehmen zur Ansiedlung.

Viele Angebote für Senioren

Die ältere Generation kann aus einem großen Angebot an Seniorenwohnanlagen die passende Betreuung auswählen. Eberhard Nuß: „Gerade in den letzten Jahren konnten wir neue Seniorenzentren in Kürnach, Eibelstadt, Ochsenfurt und Estenfeld eröffnen, die von der ambulanten Betreuung der Tagespflege über Pflegeheime bis zum Servicewohnen für rüstige Senioren alle Facetten der Altenhilfe bieten.“

Das mit der Stadt Würzburg gemeinsam entwickelte Seniorenpolitische Gesamtkonzept wurde von Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer mit dem 1. Förderpreis „Kommunale Seniorenpolitik“ ausgezeichnet.

Mobil im Flächenlandkreis

Ein Flächenlandkreis wie der Landkreis Würzburg bietet für den Öffentlichen Nahverkehr besondere Herausforderungen. Zu den Angebotsverbesserungen seit 2008 – die bei den Nutzern sofort ankommen – gehören die neu eingerichteten Taktverkehre.

Kulturbegeisterten bietet sich im Landkreis Würzburg ein wirklich vielfältiges Angebot: Festspiele, Kleinkunstbühnen, Konzerte, Ateliertage, Museen, das Programmkino Casablanca in Ochsenfurt oder – gerade wieder ganz aktuell – die bunte Palette von Kunst und Kultur beim jährlichen Kulturherbst des Landkreises. Burgen und Schlösser, Klöster, Kirchen und Kapellen prägen neben liebenswerten Fachwerkensembles viele Dörfer und Städtchen im Landkreis.

Einheitliche Beschilderungen für Freizeitradler

Sportliche können ein sehr gut ausgebautes Radwegenetz nutzen. „Seit meinem Amtsantritt 2008 konnten wir ein Radwegeprogramm auf den Weg bringen, mit dem die Gemeinden zahlreiche Lückenschlüsse im Radwegenetz verwirklichen können“, sagt Nuß. Zudem wurde ein einheitliches Beschilderungssystem erstellt, das die Freizeitradler ohne Kartenstudium durch den Kreis führt.

Spaziergänger und Wanderer finden auf vielen Routen durch Weinberge, Wälder und Fluren Erholung. Zahlreiche Gemeinden haben Themenrundwege gestaltet, die Natur- und Kunsterlebnis, Information und gesunde Bewegung zusammenbringen.

Die Geselligkeit kommt bei den zahlreichen Wein- und Dorffesten nicht zu kurz, und das Vereinsleben von der Feuerwehr bis zum Sportverein, vom Katholischen Frauenbund bis zum Schützenverein bietet jedem, der Anschluss sucht, vielfältige Betätigungsfelder.

Engagement für eine saubere Umwelt

Was die Lebensqualität angeht, gehört neben den Freizeitangeboten von Radweg bis Weinfest, von Kultur bis Vereinsleben natürlich auch die Sorge um eine intakte Umwelt dazu. „Deshalb ist mir und auch dem Kreistag die Energiewende ein großes Anliegen“, betont Nuß. Ein neu erarbeitetes Energiekonzept wird die Grundlage liefern, auf dem Weg zu einem energieautarken Landkreis. Nuß: „Ich bin überzeugt davon, wir werden erfolgreich sein, wenn alle Akteure ihre Verantwortung für die Zukunft der kommenden Generationen übernehmen.“

„Landkreis-Feeling“: Bunt, vielfältig, lebendig

Das „Landkreis-Feeling“ ist heute, nach 40 Jahren gemeinsamer Wegstrecke, geprägt von der bunten, belebenden Vielfalt des Landkreises. Das Zusammenwirken von Politik und Verwaltung hat stets zum Ziel, den Landkreis Würzburg in eine nachhaltige Zukunft zu führen, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird. „Der Landkreis Würzburg – das sind die Menschen in den 52 Gemeinden mit ihren 117 Ortsteilen – und die 52 Landkreisgemeinden sind eine Schicksalsgemeinschaft, die aufeinander angewiesen ist, um Stärken zu bündeln und somit noch besser für die Daseinsfürsorge und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger einstehen zu können“, resümiert Eberhard Nuß: „Im Rückblick auf 40 Jahre Landkreis Würzburg darf ich sagen: Es hat sich gelohnt, im Wind der Veränderung durch die Gebietsreform Windmühlen zu bauen statt Mauern.“

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