Würzburg

Ausflugtipps: Burgen, Schlösser und Ruinen in Unterfranken

Es muss nicht immer Würzburgs Residenz sein. Welche Burgen und Schlösser kann man in der Region abseits der großen Sehenswürdigkeiten besichtigen? Eine kleine Auswahl.
Über Unterfranken verteilen sich zahlreiche Burgen und Schlösser. Hier im Bild das Jagdschloss Holzberghof bei Bischofsheim (Lkr. Rhön-Grabfeld). Foto: Ruppert

Ein Wehrturm mit vier Meter dicken Mauern, Kellerverliese, schummrige Gänge, prunkvolle Säle, Deckenmalereien in Schwindel erregender Höhe: Willkommen in der Welt der Vergangenheit. Willkommen in der Geschichte Mainfrankens. Willkommen in der Welt der Burgen und Schlösser.

Über Unterfranken verteilt sich eine Vielzahl solcher Prachtbauten und Herrschaftshäuser. Zu den bekanntesten zählen sicher die Residenz in Würzburg oder die Festung Marienberg, Schloss Weikersheim oder Schloss Johannisburg in Aschaffenburg. Doch es gibt weit mehr ehemalige Adelssitze in der Region, die man auch heute noch besichtigen kann. Wir stellen eine Auswahl vor.

Kleinod im Landkreis Würzburg: Schloss Grumbach in Rimpar.  Foto: Thomas Obermeier

Schloss Grumbach in Rimpar

Stolzes Wahrzeichen von Rimpar (Lkr. Würzburg) ist das Grumbach-Schloss. Bis ins 14. Jahrhundert reicht die Entstehungsgeschichte des mächtigen Bauwerks zurück. Anno 1371 werden die Herren von Grumbach erstmals erwähnt. Diese Dienstadelsfamilie entstammte dem Geschlecht derer von Wolfskeel. Später war Schloss Grumbach Sitz einer der schillerndsten Figuren des 16. Jahrhunderts: Reichsritter Wilhelm von Grumbach (1503 bis 1567), der den Fürstbischof Melchior von Zobel zu Giebelstadt ermorden ließ. Dass das Schloss heute noch erhalten ist und besichtigt werden kann, ist dem Verein Freundeskreis Schloss Grumbach und seinem Vorsitzenden Edwin Hamberger zu verdanken. Er hat mehrere Bücher und wissenschaftliche Arbeiten über das Bauwerk und seine Geschichte verfasst.

Prächtige Stuckdecken und filigrane Säulen: der Rittersaal von Schloss Grumbach. Foto: Thomas Obermeier

Fünf kleine Museen sind im Schloss verteilt untergebracht: ein Archäologisches Museum, das Bäckereimuseum, das Maurer- und Zimmermann-Museum, das Kriminalmuseum im Burg-Gefängnis und ein Trachtenmuseum. Höhepunkt der Ausstellungen ist mit Sicherheit das Richtschwert des Wilhelm von Grumbach: 1,16 Meter lang, mit zweischneidiger, noch heute messerscharfer Klinge mit abgerundeter Spitze. Ein todbringendes Meisterstück der Schmiedekunst, das einen der prominentesten Rimparer den Kopf gekostet hat.

Die Museen sind an den Sonntagen 29. September sowie 6., 13. und 20. Oktober von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen sind ganzjährig ab fünf Personen nach Voranmeldung bei Edwin Hamberger (Tel. 09365/9245) möglich.

Im Schloss Waldmannshofen ist seit 1967 ein Feuerwehrmuseum untergebracht. Foto: Redaktion Ochsenfurt

Schloss Waldmannshofen

Im Schloss Waldmannshofen in Creglingen (Main-Tauber-Kreis) befindet sich seit über 50 Jahren ein Feuerwehrmuseum –und zwar eines der ältesten in Deutschland. Das Schloss wurde bereits 1405 erstmals urkundlich erwähnt. Besitzer waren damals Hans und Fritz Truchseß von Baldersheim, ab Ende des 15. Jahrhunderts folgten die Herren von Rosenberg. Kunz von Rosenberg ließ die Burg in den Jahren 1544 bis 1548 als Wasserschloss neu errichten. Für die Umgestaltung zum Renaissance-Wasserschloss waren im 17. Jahrhundert die Grafen von Hatzfeld verantwortlich. Mittlerweile gehört das Bauwerk der Stadt Creglingen. 

Uniformen und Gerätschaften der Feuerwehr gibt es im Feuerwehrmuseum im Wasserschloss Waldmannshofen zu sehen. Foto: Herbert Schlerf

Auf drei Etagen mit über 1200 Quadratmetern werden Geräte, Fahrzeuge, Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der Feuerwehr aus mehr als 200 Jahren gezeigt. Für Kinder gibt es Hunderte Spielzeugfeuerwehren aus aller Welt zu sehen. Beeindruckend ist auch die umfangreiche Sammlung von  Helmen: von Messing- und Lederhelmen über Stahl- und Aluminiumhelme bis hin zu speziell für die Feuerwehren konzipierten High-Tech-Gebilden aus Kunststoffen.

Das Museum ist von Anfang April bis Ende Oktober jeden Samstag sowie jeden 1. und 3. Sonntag eines Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für Besuchergruppen nach Anmeldung (Tel. 09848/712) auch an anderen Tagen und zu anderen Zeiten. Führungen können unter der Telefonnummer 07931/2677 oder über schnirch@feuerwehrmuseum-schloss-waldmannshofen.de vereinbart werden.

Schloss Hallburg liegt zwei Kilometer von Volkach entfernt, umgeben von Weinbergen, in pittoresker Landschaft.  Foto: Patty Varasano

Schloss Hallburg

Seit 1806 gehört das Schloss Hallburg schräg gegenüber der Vogelsburg über dem Main bei Volkach (Lkr. Kitzingen) sowie seine Ländereien und Weinhänge zum Besitz der Grafen von Schönborn. Ursprünglich als keltische Fliehburg erbaut, wird dort seit über 1000 Jahren Weinbau betrieben. Auch heute, unter der Leitung von Paul Graf von Schönborn, gehört die Herstellung des köstlichen Rebensafts zu einem wichtigen Zweig des familiengeführten Mischbetriebs. Hierbei setzt das Team um Gutsverwalter Georg Hünnerkopf auf qualitativ hochwertige Produkte und deren nachhaltige Erzeugung im Einklang mit der Natur. 

Besonders schön sitzt man im Sommer im Biergarten vor Schloss Hallburg. Foto: Patty Varasano

Im Jahr 2016 gab es einen Großbrand in dem historischen Gebäude, das als Restaurant genutzt wurde. Dabei wurden die Innenräume des Erdgeschosses und ersten Stockes weitgehend zerstört. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten kann das Restaurant vermutlich im Frühjahr 2020 wieder eröffnet werden. Neben der Gutsanlage gehört zu Schloss Hallburg auch die Vinothek im Jägerhaus. Dort können Weine sowie Sekte und Brände aller Betriebe des Grafen von Schönborn probiert und erworben werden. Neben Weinproben werden auch Weinbergs- und Kellerführungen angeboten. 

Weingut und Vinothek sind von April bis Oktober, Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Von November bis März, Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr. Der Biergarten hat bei gutem Wetter von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Das Schloss Castell befindet sich im Privatbesitz der Familie Castell-Castell und kann nicht besichtigt werden. Für die Öffentlichkeit zugänglich ist der Schlosspark. Foto: Torsten Schleicher

Schloss Castell

Die Spur der Familie Castell lässt sich bis ins Jahr 1057 zurückverfolgen. Das Schloss, das auch heute noch von der Familie Castell-Castell bewohnt wird, kann zwar nicht besichtigt werden. Dennoch ist der kleine Ort im Landkreis Kitzingen einen Ausflug wert. Die dreiflügelige Schlossanlage, wie sie sich heute präsentiert, ist wohl Ende des 17. Jahrhunderts entstanden. Sie entspricht dem Selbstverständnis der Familie: kein zur Schau getragener Pomp, dafür Gediegenheit und – soweit das bei einem Schloss dieser Zeit möglich war – sogar etwas Sachlichkeit. 

Castell ist immer einen Ausflug wert: Friedlich grasen die fürstlichen Lusitano-Pferde im Schlosspark - mit Schloss, Kirche und Schlossberg im Hintergrund. Foto: Gerlinde Schadel

Das Haus, das dem Hochadel angehört, wird von Ferdinand Fürst zu Castell-Castell geführt. Der untere Teil des Casteller Schlossparks ist ständig für Besucher zugänglich, außerdem finden im Park regelmäßig öffentliche Veranstaltungen wie zum Beispiel die Casteller Landhaustage oder das Casteller Weinfest statt. Der Garten ist ein englischer Landschaftspark, an seinem südlichen Ausläufer wurde der sogenannte Grafensee angelegt.

Das Fürstlich Castell’sches Domänenamt ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, am Samstag von 10 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet. Für Schlosskeller- und Weinbergsführungen sollte man sich im Vorfeld per E-Mail anmelden: weingut@castell.de

Einmal im Jahr findet auf der Homburg ein Weinfest im Hof der Burgruine statt. Foto: Helmut Hussong

Ruine Homburg

Erhaben liegt sie über dem Werntal auf dem Setzberg bei Gössenheim (Lkr. Main-Spessart): die Homburg, Deutschlands zweitgrößte Burgruine. Sie war einst Herrschaftswohnsitz, Steinbruch und Heimaterbe. Heute kann man dort bei historischen Führungen in die Vergangenheit eintauchen. Im Jahr 1008 kamen die Brüder Adolf und Reinhard von Hohenberg aus Hessen nach Franken. Reinhard war mit Anna von Trimberg vermählt und baute 1018 eine Burg, die Homburg. 

Die Ruine Homburg bei Gössenheim ist ganzjährig kostenlos zu besichtigen. Foto: Christine Jeske

Ab dem Jahr 1680 begann nach einem Brand im Herrenhaus der Verfall der Hauptburg. 1780 teilte die Fürstbischöfliche Hofkammer den Besitz auf: Die Gemeinde Karsbach erhielt den Schlosshof, die Gemeinde Gössenheim das Hauptschloss. Doch die Homburg verfiel zusehends. Zum Steinbruch für die umliegenden Ortschaften degradiert, trugen die Bewohner nach und nach die Gemäuer ab. Erst ab 1960 setzte sich der neu gegründete Denkmalschutzverein Homburg für den Erhalt der Ruine ein. 

Die Burgruine kann ganzjährig kostenlos besichtigt werden. Die Gemeinde und der Denkmalschutzverein bieten Führungen für Gruppen an. Kontakt: Erich Fenn, Tel. 09358/1404, E-Mail: erichfenn@t-online.de

In dem Schloss in Lohr am Main ist Maria Sophia von Erthal aufgewachsen, die für das historische Vorbild für das Märchen Schneewittchen gehalten wird.  Foto: Barbara Grimm

Schloss Lohr

Früher war es Adelssitz, später waren dort Ämter untergebracht. Heute befindet sich das Spessartmuseum in der Schlossanlage mit den vier Türmen. Das Schloss in Lohr (Lkr. Main-Spessart) wurde 1340 von den Grafen von Rieneck erbaut. Seit dem späten 15. Jahrhundert umgaben das Bauwerk ein Graben und eine Schlossmauer, die auch heute noch gut erhalten ist. Nach dem Tod des letzten Rienecker Grafen übernahmen 1559 die Kurfürsten von Mainz das Schloss.  

Seit 1972 befindet sich das Spessartmuseum im Schloss: Wer dem Museum einen Besuch abstattet – das tun mehr als 20 000 Menschen im Jahr – kann viel über den Spessart und seine Bewohner erfahren. Die Not, die in dem Waldgebiet einst herrschte, wird genauso beleuchtet, wie die Wirtschaftszweige, die dort wegen des Reichtums an Bäumen entstanden sind. Natürlich werden auch die legendären Spessarträuber hinreichend gewürdigt. Liselotte Pulver und das Wirtshaus im Spessart lassen grüßen.

Schneewittchen-Dreharbeiten am Schloss in Lohr: Angeblich stand hier die Wiege der Märchen-Figur. Foto: Heinz Scheid

Und dann wäre da noch etwas. Etwas, das vor allem Kinderherzen höher schlagen lässt: Im Lohrer Schloss stand angeblich die Wiege von Schneewittchen. Das zumindest hat der Lohrer Apotheker Karlheinz Bartels herausgefunden. Seinen Recherchen zufolge wurde Schneewittchen am 19. Juni 1729 im Lohrer Schloss als Maria Sophia Margaretha Catharina Freifräulein von Erthal geboren. Und die Legende wird seitdem aufrechterhalten.

Das Spessartmuseum ist von Dienstag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr, sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Mehr Informationen unter www.spessartmuseum.de

Bei einem Rundgang durch das Schloss Sulzheim wird die Geschichte des ehemaligen Amtshofes der Zisterzienser erläutert. Foto: Tom Söllner

Schloss Sulzheim

Imposant und anmutig liegt es inmitten der rund 1000 Einwohner zählenden Gemeinde Sulzheim (Lkr. Schweinfurt) und gilt als Wahrzeichen des Ortes: Schloss Sulzheim. Die prächtige Anlage mit dreistöckigem Mittelbau und zwei Seitenflügeln, die 1728 fertiggestellt wurde, war einst Verwaltungsgebäude der Zisterzienserabtei Ebrach. Erbaut wurde sie unter Abt Wilhelm Söllner (1714 bis 1741). Er leitete seinen Namen vom lateinischen sol wie Sonne ab und führte daher in seinem Wappen eine stilisierte Sonnenblume, die an vielen Bauelementen noch heute zu finden ist.

Bis heute kann man eine stilisierte Sonnenblume an vielen Bauelementen in Schloss Sulzheim entdecken. Foto: Patricia Kaspar

Ab 1815 gehörte das Schloss dem Fürstenhaus Thurn und Taxis. In den 1970er Jahren wurde es verkauft und ist seitdem in Privatbesitz. Auf Anfrage steht es für geschlossene Gesellschaften, wie Hochzeiten, Geburtstage oder Firmenfeiern zur Verfügung. In den letzten Jahren fand dort auch ein Weihnachtsmarkt statt.

Der Förderkreis Schloss Sulzheim bietet immer wieder Führungen an. Kontakt: Armin Pöter, Tel. 09382/8628 oder E-Mail an info@schloss-sulzheim.de. Zu empfehlen sind Abstecher in die historische Altstadt von Gerolzhofen mit dem Stadtmuseum oder in die umliegenden Weinorte.

Begegnungsstätte bei Wetzhausen: Schloss Craheim. Foto: Anand Anders

Schloss Craheim

1910 begannen auf einem Hügel nahe Wetzhausen (Lkr. Schweinfurt) die Bauarbeiten für eines der jüngsten Schlösser Bayerns. Schloss Craheim sollte der neue Wohnsitz für Crafft Freiherr Truchsess von und zu Wetzhausen und seine Frau Clara Erhart werden. Bis 1943 lebte die Familie im Schloss, dann begann dessen wechselvolle Geschichte. Es diente sowohl der Wehrmacht als auch den Amerikanern als Lazarett. Später war es Heim für Kriegsblinde und für Russlandheimkehrer. 1968 wurde die Evangelische Landeskirche Trägerin das Hauses und es zog die Lebensgemeinschaft für die Einheit der Christen ein.

Besonders sehenswert in Schloss Craheim sind die Decken mit teils aufwendigen Stuckarbeiten. Foto: Anette Tiller

Heute befindet sich in dem Schloss eine christliche Begegnungsstätte, angeboten werden Seminare und Freizeiten mit seelsorgerischer und meditativer Ausrichtung. Außerdem leben und arbeiten dort Menschen mit unterschiedlicher konfessioneller und geistlicher Prägung. 

Immer wieder werden auf Anfrage Führungen durch das Schloss angeboten: Sehenswert sind die Ahnengalerie in der Kuppelhalle, die im englischen Stil gehalten ist, der Goldene Salon, der barocke Spiegelsaal, die Bibliothek im Renaissance-Stil sowie der Speisesaal im Empire-Stil. Eine Besonderheit ist der prachtvolle Wintergarten im Tiffanystil und die teils mit aufwendigen Stuckarbeiten versehenen Decken der Räume. 

Führungen sind nach telefonischer Absprache möglich. Kontakt: Tel. 09724/910020

Im Deutschordensschloss in Münnerstadt ist seit vielen Jahren das Henneberg-Museum untergebracht.  Foto: Dieter Britz

Das Münnerstädter Schloss

Etwas versteckt im Schatten der übermächtigen Stadtpfarrkirche liegt es, das ehemalige Schloss der Deutschordensritter in Münnerstadt (Lkr. Bad Kissingen). Über 500 Jahre – von 1240 bis 1805 – prägte der Deutsche Orden die Stadt. Seit 1970 befindet sich das Henneberg-Museum in dem Gebäude. Die schlossartige Anlage mit ihrem malerischen Innenhof ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Über die Ursprünge des Schlosses gibt es keinerlei Aufzeichnungen. Bekannt ist, dass der Bildhauer und Maler Veit Stoß im Jahre 1504 für einige Wochen im Schloss lebte. Für die Münnerstädter war dies ein Glück, denn er hinterließ vier Bilder der Kilianslegende, die heute in der Stadtpfarrkirche hängen.

Eine Fratze aus Stein am Deutschordensschloss in Münnerstadt. Foto: Petzold Michael

Die modern gestaltete Dauerausstellung im heutigen Museum lädt auf etwa 1100 Quadratmetern zu einer Zeitreise durch die Geschichte und Kultur Münnerstadts und der Rhön ein. Man begegnet den Grafen Henneberg, den Fürstbischöfen von Würzburg als Stadtherrn, den Bürgern und dem Rat, den Augustinern, den Deutschordensrittern sowie den Handwerkern der Stadt. Anhand der unterschiedlichsten Objekte, vom Tonkrug bis zur sakralen Plastik, vom mittelalterlichen Stadtsiegel bis zum Webstuhl, wird das Leben früherer Zeiten lebendig.

Das Henneberg-Museum im Deutschordensschloss ist von Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 15 Uhr und am Samstag sowie sonn- und feiertags von 12 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Winterpause macht das Museum vom 7. Januar bis 31. März.

Schloss Oberschwappach war früher Sommersitz der Äbte des Zisterzienserklosters Ebrach. Heute beherbergt es unter anderem ein Museum mit einer archäologischen und einer kunstgeschichtlichen Sammlung.  Foto: Gemeinde Knetzgau

Schloss Oberschwappach

Das Schloss in Oberschwappach (Lkr. Haßberge) befand sich in den 1980er Jahren in einem desolaten Zustand und sollte abgerissen werden. Die Rettung kam 1985: Damals entschied sich die Genmeinde Knetzgau, das Anwesen zu kaufen. In den folgenden zehn Jahren verwandelte sich die halbe Ruine wieder in ein prächtiges Schloss. Mit zuständig für die Sanierung war der Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach, der knapp 200 Mitglieder hat. Unter Abt Wilhelm I. Sölner wurde das barocke Schloss 1716 in der Ortsmitte erbaut. Es diente zur Verwaltung der in der Umgebung gelegenen Besitzungen des Zisterzienserklosters Ebrach, zudem wurde es für den Sommeraufenthalt der Ebracher Äbte genutzt.

Blick in die Räume der archäologische Sammlung im Keller des Schlosses Oberschwappach.  Foto: Ulrike Langer

Heute stellt die Gemeinde das Schloss der Allgemeinheit zur Verfügung. Sie nutzt den Ostflügel des Haupttraktes als Museum mit Ausstellungsräumen, das Verwaltungsgebäude als Kindergarten, den Spiegelsaal für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen. Die Erdgeschossräume im Westteil und die einstige Remise (Fahrzeug-/Geräteraum) beherbergen das Schlossrestaurant "Zeitlos". Den Schlosshof nutzen örtliche Vereine für ihre Feste. Im Schlosspark, mit Jahrhunderte altem Baumbestand, befindet sich ein Skulpturengarten. Auf der oberen Etage der Terrassengärten vor dem Schloss wurde ein Kräutergarten angelegt.

Im Museum Schloss Oberschwappach werden 130 Kunstwerke aus den Sammlungen der Diözese Würzburg gezeigt. Es gibt eine archäologische und eine kunstgeschichtliche Abteilung. Das Museum ist von April bis Oktober immer sonntags von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Immer einen Ausflug wert: die Ruine Raueneck unweit der Stadt Ebern im Landkreis Haßberge. Foto: Deutscher Burgenwinkel, Tourist-Information Ebern

Ruine Raueneck

Die Ruine Raueneck liegt auf dem 431 Meter hohen Haubeberg, westlich der Stadt Ebern (Lkr. Haßberge) und wurde etwa um 1180 erbaut, zwölf Jahre nach der Zerstörung der Bramburg. Bei ihren Erbauern soll es sich um die von dort vertriebenen Ritter gehandelt haben, die nun den Namen ihres neuen Besitzes, von Ruheneke, annahmen. Sie starben aber bereits 1250 aus. Schon vorher hatten sie sich unter die Lehenshoheit des Hochstiftes Würzburg begeben.

Überwucherte Mauerreste: die Burganlage der Ruine Raueneck stammt aus dem 13. Jahrhundert. Foto: Klaus Gimmler

Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg geplündert, aber nicht zerstört. Sie war viele Jahre Amtsburg der Würzburger Bischöfe und damit das Machtzentrum im Oberen Haßgau. Erst 1720 räumte man die Burg und verlegte den Amtssitz nach Ebern. Bis 1745 fanden in der Burgkapelle noch Gottesdienste statt. In der Folgezeit verfiel die Burg allmählich. Vor etwa zehn Jahren hat der Landkreis Haßberge die Bedeutung der Ruine erkannt und eine Sanierung der Anlage in Auftrag gegeben, denn sie ist Teil des Burgenkundlichen Lehrpfades.

Die Burgruine ist frei zugänglich und kann jederzeit besichtigt werden. 

Das Jagdschloss Holzberghof in der Rhön wurde im 16. Jahrhundert von den Freiherren von Thüngen erreichtet. Foto: Sonja Demmler

Jagdschloss Holzberghof

Im frühen 16. Jahrhundert errichteten die Freiherren von Thüngen auf dem waldreichen Holzberg bei Bischofsheim (Lkr. Rhön-Grabfeld) eine Eisenschmelze. Hier wurde im Tagebau gefördertes Eisenerz zu Gußeisen geschmolzen. Im Jahr 1614 kaufte der Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn das Anwesen und ließ dort ein Forst- und ein Jägerhaus erbauen. Sein Wappen, sowie die Jahreszahl der Errichtung, sind über der Tür des Forsthauses zu sehen. Neben der Eisenschmelze wurde auch eine Maultierzucht betrieben, die jährlich etwa 30 Lastmulis züchtete.

Eine alte Aufnahme vom Jagdschloss Holzberghof. Foto: Eckert

In den folgenden Jahrhunderten wechselte der Besitz häufig unter den Rhöner Adelsgeschlechtern. Erst im Jahre 1910 ließ die damalige Besitzerin Gräfin Schimmelmann an das Forsthaus das heutige Schloss anbauen. Dieser Anbau ist die Kopie des dänischen Wasserschlosses Frederikstein. Deshalb wird das Schloss von vielen Besuchern für wesentlich älter gehalten.

Seit 1954 befindet sich das Schloß im Besitz der Familie Meinschäfer, die es zu einem Restaurant machte und auch Zimmer vermietet. Aufgrund der malerischen Lage abseits der Ortschaften ist der Holzberghof erst seit 2009 an das Stromnetz angeschlossen. Deshalb essen die Gäste abends immer noch in der gemütlichen Gaststube im Schein von Petroleumlampen.

Im Jagdschloss Holzberghof befindet sich heute ein Restaurant. Man kann dort auch Zimmer und Ferienwohnungen mieten. Der Gasthof ist ganzjährig geöffnet. Kontakt: Bernd Meinschäfer, Tel. 09772/1207. 

Stattlicher Amtssitz für die Königin der Instrumente: das Schloss Hanstein in Ostheim. Foto: Georg Stock

Schloss Hanstein

Ostheim vor der Rhön (Lkr. Rhön-Grabfeld) erlebte im 16. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Adelssitze, wie Schloss Hanstein, sind steinerne Zeugen dieses Wohlstands. Schloss Hanstein – ehemals Kemenate genannt – ist mit seinen gotischen Treppengiebeln noch stark mittelalterlich geprägt. Die massiven äußeren Bruchsteinmauern sind fast einen Meter dick und mit einer Höhe von über 20 Metern ist das Schloss eines der höchsten steinernen Gebäude Ostheims. Heute summt, brummt, knittert und knattert es dort: Wo einst königlich gelebt wurde, geben heute königliche Instrumente den Ton an. Seit 1988 befindet sich dort ein Orgelbau-Museum.

Dieser Raum dokumentiert die Herstellung von Orgeln, wie sie früher üblich war.  Foto: Fred Rautenberg

Zunächst aber wohnten adelige Damen und Herren im Schloss, 1830 zog erstmals mit Johann Breitung ein Nichtadeliger in das feine Anwesen. Danach wurde es städtisches Krankenhaus, Flüchlingswohnheim und Armenhaus. Heute beleben die alten Instrumente das Gebäude. Der Orgelbau blickt in Ostheim auf eine mehr als 400-jährige Tradition zurück. Instrumente aus Ostheimer Produktion fanden weit über die Grenzen der Rhön hinaus in ganz Deutschland Verbreitung.

Das Orgelbau-Museum ist Mittwoch bis Samstag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr.

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