HÖCHBERG

Außer der Oma bekommt jeder sein Fett weg

Der Pfarrer und sein Vogel: Komödiantisches Talent zeigte Pfarrer Matthias Lotz auf der Bühne der Höchberger Faschingsgilde Helau Krakau.

Kaum ist die Weihnachtszeit vorbei, schon ist der Fasching da. Und dann auch noch so kurz, da kommen die Narren ja überhaupt nicht zur Ruhe, war die Befürchtung im voll besetzten Saal bei der ersten Prunksitzung der Höchberger Faschingsgilde Helau Krakau. Das hatte auch keiner vor, denn das Programm der Prunksitzungen – es gibt wie jedes Jahr fünf Sitzungen – war geladen mit viel Schwung, schmissigen Tänzen und vielen kreativen Wortbeiträgen.

Dabei spielte das Lokale genauso eine Rolle wie der pure Spaß am Witz – eine echte Prunksitzung eben, die Sitzungspräsident Michael Kiesel und sein Stellvertreter Stefan Seubert bravourös organisiert hatten. Gleich drei Gastvereine wollten dem bunten Treiben in Höchberg folgen, und es sei vorweggenommen: Alle hatten riesigen Spaß.

Generationswechsel steht an

Dazu trug auch das Höchberger Prinzenpaar der Session 2017/18 bei. Thomas I. und ihre Lieblichkeit Margit I. gingen voll mit und waren immer für eine Einlage gut. Welche deren Wurzeln sind, darüber berichtete „Protokollerin“ Melanie Rülicke. Sie hat den Job von Herbert Kiesel übernommen, der jahrelang als Identifikationsfigur auf der Bühne stand.

Überhaupt merkt man einen Umbruch bei der Faschingsgilde. Viele jüngere und begabte Akteure auf und neben der Bühne zeigen einen Generationswechsel auf. So übernahm beispielsweise der letztjährige Faschingsprinz Thorsten den Platz seines Vaters Elmar im Elferrat, nachdem er ihn schon als Prinz beerbt hatte. Viele neue Trainer bei den Tanzformationen sind ein Zeichen, dass die Nachwuchsarbeit der Höchberger aktuell sehr hoch bewertet wird.

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Höchberger Narren

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Nicht ganz als Nachwuchskraft, obwohl erst das zweite Mal auf der Bühne, kann man Pfarrer Matthias Lotz bezeichnen. Wie der Ortsgeistliche mit seinem Vogel den Narren den Spiegel vorhielt, war aller Ehren wert. „Wer mehr von ihm erleben will, muss einfach in seine Gottesdienste kommen, die sind an 52 Wochen im Jahr und nicht nur in der Faschingszeit“, lud Michael Kiesel zum Besuch der Höchberger Kirchen ein.

Frauen wollen in den Elferrat

Die „Höchberger Lausbuben“ Manuel und Dominik Münch ließen wieder einmal ein Feuerwerk der guten Laune vom Stapel. Fein sezierten die jungen Büttenredner das Höchberger Ortsgeschehen. Da bekam jeder sein Fett weg, egal ob Bürgermeister oder Gastronom. „Nur über unsere Oma lästern wir nicht“. Ansonsten mutierten sie von Lausbuben zu Motzbuben.

Gut motzen konnte auch ihre Mutter Sabine mit ihrer Schwester Melanie als „Lästerschwestern“. Die hatten sich den Elferrat einmal genauer vorgenommen und forderten vehement die Aufnahme von Frauen in den Männerzirkel. Das würde Abwechslung bringen und das Niveau heben. Natürlich waren auch Stargäste unter den Akteuren. So ließ es sich Starkoch Paul Bocuse, alias James Schmid, nicht nehmen, für die Gilde zu kochen. Und Howard Carpendale, in Gestalt von Markus Münch, schmachtete die Damen an.

Die Frage nach dem Zweck der Kulturscheune

Das rief natürlich die „Kühbachpolizei“ auf den Plan. Martin Hupp und Stefan Seubert hatten sich wieder einiges einfallen lassen, um den Prinzen und seinen Beruf ins Programm zu übertragen. Der ist im wahren Leben Polizist auf dem Wasser. Mit ihrem Schlauchboot passten sie hervorragend zum Rinnsal Kühbach, denn einen echten Fluss der Gewässerklasse I hat Höchberg eben nicht. „Wofür braucht Höchberg denn eine Wasserschutzpolizei, wenn wir gar keinen Fluss haben?“, fragte Stefan Seubert. Martin Hupp antwortete ihm: „Gegenfrage, wofür brauchen wir eine Kulturscheune im Ort?“ Er nahm damit Bezug auf das geplante Bauwerk im Wallweg, das im Ort sehr kontrovers diskutiert wird.

Zum Glück kam das Männerballett zum Abschluss des Abends. Mit ihrem Thema „Baywatch“ retteten sie alle Gestrandeten und zu ertrinken drohenden Gäste und beendeten eine der längsten Prunksitzungen, die Höchberg je erlebt hatte.

Weitere Prunksitzungen: Samstag 20.1., Freitag 26.1., Samstag 27.1., Samstag 3,2.; Weibersitzung: Donnerstag 8.2. (alle 19:33 Uhr); Kinder-und Jugendsitzung Sonntag 21.1. um 14 Uhr im Pfarrheim in der Jägerstraße. Restkarten für alle Sitzungen bei Schreibwaren Lenzer (Kister Straße).

Die Akteure der Faschingsgilde Helau Krakau

Tanz Gardetanz „Blaue Garde“, Gardetanz „Rote Garde“, kleines Tanzmariechen Marie Werner, Schautanz Purzelgarde „Wilde Hühner“, Tanzmariechen Jana Hochstein, Junioren Schautanz „Cinderella“, Pfarrhofsänger „Village People“, Krackentanzgrüpple „Männer & Frauen-Klischees“, Gaudiexpress „Wilder Westen“, Ü15 Schautanz „Zeitreise“, Männerballett „Baywatch“. Gastgarden: Hettstadter Häracha, Winterhäuser Kümmeltürken, Goßmannsdorfer Krackenblitze.

Bütt Melanie Rülicke „der neue Protokoller“, Manuel & Dominik Münch „Höchberger Lausbuben“, James Schmid „Der Gildenkoch“, Markus Münch „Der Schlagersänger“, Melanie Rülicke & Sabine Münch „Lästerschwestern in der Tat“, Anna Thiele „Pubertät versus Fußball“, Pfarrer Matthias Lotz „Der Pfarrer und sein Vogel“, Wolfgang Knorr „Ich hatte keine Zeit eine Bütt zu schreiben“, Martin Hupp & Stefan Seubert „Wasserschutzpolizei Kühbach“, Wiltrud & Bernd Wilhelm „Vroni und Schorsch“.

Eine Zeitreise in die Antike bot bei der Prunksitzung der Höchberger Faschingsgilde Helau Krakau der Schautanz der Ü15-G... Foto: Matthias Ernst

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