WÜRZBURG

Ausstellung: Versöhnung nach der Vertreibung

Die Ausstellung „Vertreibung, Integration, Versöhnung“ wurde von Studenten von Professor Matthias Stickler (Zweiter von links) und der Geschäftsführerin des Riesengebirgler Heimatkreises Trautenau, Andrea Huber, initiiert. Links Bürgermeister Adolf Bauer, rechts der Vorsitzende des Heimatkreises, Rainer Rosenbaum. Foto: Claudia Penning-Lother

Über zwölf Millionen Deutsche wurden am Ende des von Hitler-Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieges aus Osteuropa evakuiert, deportiert und ausgewiesen. Nicht nur daran erinnert die Ausstellung „Gemeinsam Brücken bauen: Vertreibung, Integration, Versöhnung“ im Foyer des Rathauses. Wie die Heimatvertriebenen selbst schlägt auch die Ausstellung Brücken zwischen der alten und der neuen Heimat.

1956 lebten etwa 15 000 Heimatvertriebene in Würzburg, die meisten davon aus dem Sudetenland. Häufig wurden sie in der fast völlig zerstörten Stadt nicht mit offenen Armen aufgenommen. Doch sie integrierten sich schnell und bauten Würzburg mit auf. Im Jahr 1956 beschloss der Stadtrat daher, die Patenschaft für die aus Stadt und Landkreis Trautenau vertriebenen Deutschen zu übernehmen.

„Kulturelle Bereicherung“

Als Begegnungsstätte überließ Würzburg den Heimatvertriebenen die Riesengebirgsstube, „eine kulturelle Bereicherung“, wie Bürgermeister Adolf Bauer sagte. Besiegelt wurde die Partnerschaft mit der Städtepartnerschaft mit dem heutigen Trutnov im Jahr 2008.

Genau dieses Brückenbauen zwischen der alten und neuen Heimat, zwischen Trutnov und Würzburg, zeigt die Ausstellung bis zum 29. April. Erarbeitet wurde sie von Studenten im Rahmen der Lehrveranstaltung „Historisch orientiertes Projekt“ bei Professor Matthias Stickler vom Lehrstuhl für Neueste Geschichte II, und der Geschäftsführerin des Riesengebirgler Heimatkreises, Andrea Huber. Die Exponate zeigen die Geschichte der Heimatvertriebenen und laden dazu ein, Brücken zu bauen.

Rainer Rosenbaum, Vorsitzender des Riesengebirgler Heimatkreises, betonte, dass die traumatischen Erlebnisse der Vertreibung nicht „unter den Teppich gekehrt werden“ dürften. Denn: „Nur aus der Aufarbeitung kann Versöhnung entstehen.“

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