Remlingen

Austausch beim BLOP-Stammtisch zur Müllvermeidung

Auf Plastik verzichten liegt im Trend. Nun trafen sich gleichgesinnte Müllvermeider zum ersten Mal in Remlingen unter dem Motto "Besser leben ohne Plastik"
Eva-Maria Stenke von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz Remlingen (links) im Gespräch mit der Bloggerin Julia Schreck. Auf dem Tisch ist eine Auswahl an vermeidbaren Plastikverpackungen. Foto: Dorothea Fischer

Plastik bestimmt unser Leben: Verpackungsfolien, Einweggeschirr oder Einkaufstüten sind allgegenwärtig und kaum aus dem Alltag wegzudenken. Auch Mikroplastik in Duschgel, Shampoo oder Flüssigwaschmittel begegnet einem ständig, ohne dass man es sieht. In Remlingen haben sich nun Gleichgesinnte zum ersten BLOP-Stammtisch (Besser Leben Ohne Plastik) getroffen.

Zu dem Treffen, das zukünftig an jedem letzten Donnerstag im Monat jeweils um 19.30 Uhr in der Pfarrscheune (Am alten Keller) stattfinden soll, kamen nicht nur Menschen aus dem Ort, sondern auch aus Nachbardörfern. Interessierte sind eingeladen, beim nächsten Stammtisch am 28. März, dazu zu stoßen. Alle 31 Teilnehmer informierten sich bereits vorab und versuchen, weniger Kunststoffprodukte zu konsumieren, egal ob auf der Arbeit oder zu Hause. In manchen Bereichen sei dies einfacher als in anderen, sagte eine Frau beim Stammtisch. "Ich war Plastik gegenüber schon immer argwöhnisch." Sie experimentiere deshalb schon eine Weile mit der idealen Anleitung für Waschmittel.

Ideen zur Müllvermeidung ausgetauscht

Eine "Zero-Waste"-Erfahrene erzählte, dass sie vor etwa eineinhalb Jahren auf die Bewegung des kompletten Abfallvermeidens aufmerksam wurde. Ihr Bruder, der für einige Monate in Australien verweilte, brachte den Anstoß von dort mit. Jetzt sei sie auf der Suche nach neuen Rezepten, etwa wie man Spülmittel für den Geschirrreiniger selbst herstellen kann. Ein paar Stühle weiter wusste jemand etwas dazu zu sagen. "Super Tipp, das probiere ich mal aus."

Eva-Maria Stenke von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz Remlingen erklärt den Teilnehmern des ersten Plastikfrei-Stammtischs die für Menschen und Umwelt schädlichen Auswirkungen von Plastikverpackungen und hat Alternativen parat. Foto: Dorothea Fischer

Tipps gibt es auch auf dem Blog www.o-müll.de, den die erst seit kurzem in Remlingen lebende Julia Schreck betreibt. Eva-Maria Stenke, Vorsitzende der Ortsgruppe des Bund Naturschutz, erklärte, warum Plastik so schädlich für Menschen und die Umwelt ist. Auch sie hatte einige Vorschläge parat, was man tun kann, um Plastikabfall zu vermeiden: Taschentücher aus Stoff verwenden, Wäsche mit Efeu oder Kastanien waschen, getrocknete Kräutertees in der Apotheke mischen lassen oder Obstbrei einwecken anstatt Quetschbeutel kaufen. Eine kleine Ausstellung auf dem Tisch zeigte, worin Plastik enthalten ist, aber auch, was man nutzen kann, um es zu vermeiden.

Idee zum Stammtisch kam nach einen Vortrag

Unverpackte Lebens- und Kosmetikartikel kann man in Remlingen schon an einigen Stellen erwerben: Obst, Gemüse, Trockenfrüchte, Käse oder Seife gibt es zum Beispiel im Hofladen des Biobetriebs "Remlinger Rüben". In der Bäckerei Kachel kann man seine Backwaren im mitgebrachten Beutel transportieren. Fleisch und Wurstwaren legen die Mitarbeiter der Metzgereien Schuhmacher und Fertig sowie des Lammhof Schewe in eigene Behälter. Ein lokaler Einkaufsführer zeigt weitere Anlaufstellen für unverpackte Waren an und gibt Tipps zum nachhaltigen Einkaufen.

Die Idee zu einem Plastikfreien-Stammtisch nahmen Mitglieder des Kirchenvorstandes bei einem Vortrag von Nadine Schubert mit. Die Bloggerin hat bereits selbst Bücher veröffentlicht, in dem sie von den Erfahrungen ihrer Familie berichtet, auf Plastik so weit wie möglich zu verzichten. Pfarrerin Gudrun Mirlein schwärmte von der positiven Lebensfreude, die Schubert verströmte und die dazu angeregt hätte, es ihr nachzutun. "Ich kann nicht die ganze Welt verändern. Aber ich kann im Kleinen bei mir anfangen", fasste Mirlein zusammen.

Ein "heißer Tipp" von Schubert: Joghurt selbst herstellen oder kaufen. Durch ein Sieb gepresst entsteht leckerer Frischkäse und Molke. Diese wiederum eignet sich hervorragend zum Putzen, zum Beispiel gegen Kalkflecken auf Badezimmerfliesen.

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