BERGTHEIM/UNTERPLEICHFELD

B 19-Umleitung: Blechlawine blieb bislang aus

Seit dem 26. Mai wird die Ortsdurchfahrt auf der Bundesstraße 19 in Unterpleichfeld generalsaniert und am 29. Juni soll es auch mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt in Bergtheim los gehen. Die B 19 muss auf einer Umleitungsstrecke über Prosselsheim, Püssensheim und Dipbach großräumig umfahren werden. Das befürchtete Verkehrschaos ist bislang zum Glück ausgeblieben.

„Man fragt sich, wo die ganzen Autos und Lkw geblieben sind, die täglich zwischen Schweinfurt und Würzburg pendeln“, staunen die Bergtheimer und Unterpleichfelder. Sie stutzen darüber, dass die Fahrer im Zuge der Straßensperrung „nun wohl endlich die parallel verlaufende Autobahn A 7 von und bis zur Anschlussstelle Estenfeld nutzen“. Freilich, zu gewissen Stoßzeiten habe der Verkehr auf der Umleitungsstrecke zugenommen. Aber zu manchen Tageszeiten sei es geradezu „gespenstig ruhig“ dort.

Thomas Bäumel weiß, „dass die großräumige Umgehung noch zu keinerlei Beschwerden beim Staatlichen Bauamt geführt hat“. Der Geschäftsstellenleiter der Gemeinde Unterpleichfeld führt das auf die guten Absprachen bei den Jour-fix-Terminen zurück und darauf, dass die Kommune alles tut, um die Wege zum Kindergarten und den Geschäftsleuten zu ermöglichen. Innerörtliche Straßenstücke für kleine Umwege würden mit Einbahnstraßenregelungen und Halteverboten für den Verkehrsfluss frei gehalten.

Bäumel lobt das Entgegenkommen etlicher Privatleute zum Überfahren ihrer Grundstücke und wirbt um Verständnis dafür, dass „die Kundschaft der Geschäftsleute nicht wie gewohnt direkt bis vor die Haustür fahren kann“. Der öffentliche Personennahverkehr ist über die Straße Schloßweth geregelt. Diesen Weg haben auch Dorfbewohner und Auswärtige entdeckt. Einige Lkw hätten allerdings im engen Kurvenbereich dort schon böse Erfahrungen gemacht und würden diese Möglichkeiten nun meiden.

„Von einer spürbaren Entlastung der Anwohner würde ich nicht sprechen“, argumentiert dagegen Michael Wild von der Bürgerinitiative Ortsumgehung B 19. Der Verkehrslärm werde durch Baumaschinen und Abbrucharbeiten ersetzt. Auch Gemeinderätin Martina Wild (CSU) ist zurückhaltend. In den ersten Tagen der Sperrung habe es an Informationen für die Anwohner, einer ordentlichen Beschilderung und greifbaren Verantwortlichen als Ansprechpartner gefehlt. Das Durcheinander habe sich inzwischen allerdings gelegt. Bürgermeister Alois Fischer (UWG) war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am 22. Juni wird wegen des Abrisses des Eckhauses die Einfahrt zur Burggrumbacher Straße gesperrt. Am 25. Juni sind die Anwohner in der Haupt- und Kirchstraße von Trinkwasserabsperrungen betroffen. Jetzt wird auch die Grumbachbrücke abgerissen. Zwölf Wochen sind für die Brückensanierung eingeplant.

„Entspannter als erwartet.“
Birgit Börger (CSU) Bürgermeisterin in Prosselsheim

Erleichtert reagiert Bürgermeisterin Birgit Börger (CSU) aus Prosselsheim. „Es ist mehr Verkehr bei uns, aber bei Weitem nicht so viel wie befürchtet.“ Bisher habe es auf der A 7 zum Glück ja noch keinen Unfall gegeben, der eine Umleitung aller Fahrzeuge nach sich gezogen hätte.

Obwohl die Situation „entspannter ist als erwartet“, rät sie weiterhin vor allem den Kindern zu besonderer Vorsicht beim Überqueren der Dorfstraßen in Prosselsheim und Püssensheim. „Vorsorge ist besser als Nachsorge“, sieht sie den „ungewohnten Berufsverkehr“ als gefährlich.

Auch in der Unteren Hauptstraße in Bergtheim ist es relativ ruhig. Bürgermeister Konrad Schlier habe von Geschäftsleuten im Dorf von Umsatzeinbußen gehört, weil der Durchgangsverkehr fehlt. Und dass es dort wegen der Umleitungsstrecke aktuell ein Halteverbot auf beiden Seiten gibt, sei für Anwohner und Straßenbenutzer so super, dass sie diese Regelung am liebsten auf Dauer hätten.

Etliche Autofahrer hätten zudem noch nicht begriffen, dass die Vorfahrt an der Kreuzung in Bergtheim momentan geändert ist. „Das Stoppschild und der dicke gelbe Strich auf der Straße wird oft übersehen“, sagt Bürgermeister Schlier. Dass die Umleitungsstrecke wegen des Ausbaus der Ortsdurchfahrt Unterpleichfeld funktioniert, macht ihm Hoffnung auf den Ausbau im eigenen Dorf. Der erste von fünf Bauabschnitten über insgesamt 500 Meter soll am 29. Juni beginnen. Bis November ist die B 19 somit gleichzeitig in Unterpleichfeld und Bergtheim gesperrt.

FW-Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Fahn warf kürzlich bei einem Ortstermin in Unterpleichfeld, zu dem sich Politiker und Staatlichen Bauamt trafen, noch einmal die Frage ein, ob angesichts dieser Baumaßnahmen eine Ortsumgehung in Unterpleichfeld, Bergtheim und Essleben nun endgültig vom Tisch sei. Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) antwortete, eine Umgehung sei „nicht in Sichtweite.“ Er schlug vor, erst einmal die begonnen Baumaßnahmen in Unterpleichfeld und Bergtheim auf ihre Wirksamkeit hin abzuwarten. Das gemeinsame Ziel müsse es sein, die bewohnten Durchgangsstraßen wie in Unterpleichfeld und Bergtheim und später auch in Opferbaum und Eßleben für den Lkw-Verkehr so unattraktiv wie möglich zu machen.

Wird gerne übersehen: Das Stoppschild auf der B 19 an der Kreuzung in Bergtheim wegen der geänderten Vorfahrtsstraße wird von den Autofahrern oft nicht wahrgenommen. Foto: Irene Konrad

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