Veitshöchheim

BFW-Haus ist mit 220 Rehabilitanden voll belegt

Nach zwei Jahren im Amt hatte Geschäftsführer Karsten Hohler beim Neujahrsempfang des Berufsförderungswerk Würzburg in Veitshöchheim wieder allen Grund zur Freude.
Nach zwei Jahren im Amt hatte Geschäftsführer Karsten Hohler beim Neujahrsempfang des Berufsförderungswerk Würzburg in Veitshöchheim wieder allen Grund zur Freude. Foto: Dieter Gürz

"Einschneidende Zäsur nach Geschäftsführerwechsel beim in Veitshöchheim ansässigen Berufsförderungswerk Würzburg (BFW)", so lautete vor zwei Jahren beim Neujahrsempfang der Bildungseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte die Schlagzeile. Kurz zuvor war der seit 1980 in Veitshöchheim beheimatete "Dampfer" des  BFW  in heftige Stürme geraten. Nach zwei Jahren im Amt hatte nun Geschäftsführer Karsten Hohler beim Neujahrsempfang wieder allen Grund zur Freude. Er konnte verkünden, dass wieder Ruhe im Haus eingekehrt ist.

Das Dampferbild vom BFW, so Hohler, könne nun getrost beerdigt werden, denn die Einrichtung habe sich aus eigener Kraft freigeschwommen mit ihren 100 Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit Partnern und Kostenträgern sowie mit blinden und sehbehinderten Menschen, die ihre Zukunft mit dem BFW verknüpfen.

Vor den 60 Gästen, darunter auch viele Vertreter aus Politik und Partner des BFW, berichtete der Geschäftsführer, dass die Belegung mit aktuell 220 Rehabilitanden einen Riesenerfolg darstelle. Auch sei die Hochrechnung für 2019 positiv, dass noch etwas überbleibt, obwohl fast eine Million Euro in die Einrichtung investiert wurde. So hat das BFW ein Blockheizkraftwerk bekommen, wurden die Aufzüge saniert, werde gerade der Pausenhof saniert und man bekomme neue Zimmer.

Weiter wurden in den EDV-basierten Betrieb, in dem jeder der Rehabilitand einen PC hat, bereits zweimal bis zu 70 Arbeitsplätze ausgetauscht und Kabelverbindungen gelegt.

Investitionen für 2,2 Millionen Euro

Im Plan seien nun 2,2 Millionen Euro für weitere Investitionen eingestellt. Es gehe aber nicht nur technisch, sondern auch konzeptionell und strukturell weiter. Im Februar laufen laut Hohler das modellhafte Drei-Millionen-Euro-Projekt zur Integration langzeitarbeitsloser Blinder und Sehbehinderter ins Arbeitsleben und damit auch die Bundesförderung aus. Nun mache das BFW weiter mit eigenen Mitteln.

Mit dem Zitat "Nichts ist so kontinuierlich wie der Wandel" verdeutlichte Aufsichtsratsvorsitzende Judith Faltl, dass das BFW  vor großen Herausforderungen stehe. Deshalb gelte es, sich immer wieder neu zu erfinden und die Rehabilitanden so auszubilden, dass sie einen Beruf in einer digitalisierten Welt gut ausüben können.

Sie freuten sich über die Aufwärtsentwicklung der Bildungseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte freuen sich traditionellen Neujahrsempfang des Berufsförderungswerks Würzburg (BFW) in Veitshöchheim. Sitzend von links: stellvertretende Landrätin Christine Haupt-Kreutzer, die blinden Integrationskurs-Teilnehmer Ahamd Msalam und Yasser Alhussain (Kurzbeiträge) und die BFW-Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Bayerischen Blindenbundes Judith Faltl; stehend: stellvertretender Landrat Ernst Joßberger, Landrat Eberhard Nuß, BFW-Geschäftsführer Karsten Hohler, stellvertretende Landrätin Karen Heußner, Bezirksrätin Christina Feiler, Bürgermeister Jürgen Götz und der Würzburger Bürgermeister Adolf Bauer.
Sie freuten sich über die Aufwärtsentwicklung der Bildungseinrichtung für Blinde und Sehbehinderte freuen sich traditionellen Neujahrsempfang des Berufsförderungswerks Würzburg (BFW) in Veitshöchheim. Sitzend von links: stellvertretende Landrätin Christine Haupt-Kreutzer, die blinden Integrationskurs-Teilnehmer Ahamd Msalam und Yasser Alhussain (Kurzbeiträge) und die BFW-Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Bayerischen Blindenbundes Judith Faltl; stehend: stellvertretender Landrat Ernst Joßberger, Landrat Eberhard Nuß, BFW-Geschäftsführer Karsten Hohler, stellvertretende Landrätin Karen Heußner, Bezirksrätin Christina Feiler, Bürgermeister Jürgen Götz und der Würzburger Bürgermeister Adolf Bauer. Foto: Dieter Gürz

Das BFW  wird laut Hohler versuchen, auch den Menschen, die bisher nicht zu der Einrichtung gefunden haben, den Weg in die berufliche Reha zu ermöglichen. Mit der IHK will er deshalb über die Ausweitung des E-Learning reden, eine Trainerakademie einrichten und das Peer-Coaching weiterentwickeln. So sollen in der Fläche in Süddeutschland in den kleineren Ballungszentren Mini-Jobber des BFW neben ihrem anderen Job Menschen beraten, begleiten und mit dem Case-Manager koordinieren. Nach Zustimmung der Kostenträger könne dieses Projekt nun gestartet werden.

Zwei Syrer berichteten von ihrer Flucht

Das BFW hat auch Zulauf aus der ganzen BRD von durchschnittlich 40 blinden oder sehbehinderten Menschen mit Flucht- und  Migrationshintergrund. Sie machen hier einen Sprachkurs bis B 2 und erste Teilnehmer sind nun in der Grundreha. Zwei von ihnen, die blinden Syrer Ahmad Msalam und Yasser Alhussain, lösten beim Empfang Betroffenheit aus, als sie über ihre Flucht im Jahr 2015 berichteten. Durch die Ausbildung im BFW haben sie nun wieder eine Zukunft. Nach Absolvierung der Grundreha möchte der 26-jährige Yasser eine Ausbildung zum Physiotherapeuten machen und der 32-jährige Ahmad strebt beim BFW eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten an.

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