WÜRZBURG

Bahn frei für Straba in Grombühl

Während für die neue Straßenbahnlinie 6 ans Hubland noch viele Details zu klären und Hürden aus dem Weg zu räumen sind, hat die Straba-Verlängerung in Grombühl einen entscheidenden Schritt vorwärts gemacht: Die Regierung von Unterfranken hat Baurecht erteilt. Das gab sie am Freitag bekannt.

Nach aktuellem Stand könnten damit die Linien 1 und 5 voraussichtlich ab 2012/13 vom Hauptbahnhof durch Grombühl und das Gelände der Uniklinik bis zur Wendeschleife am Lindleinsberg (gegenüber Ex-Tenniscenter) fahren. Josef-Schneider-Straße und Oberdürrbacher Straße werden entsprechend ausgebaut.

Aufgrund der schwierigen Abstimmung zwischen den Behörden und der Komplexität durch die Bedürfnisse der Klinik hatte sich das Projekt und das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung verzögert. Den ersten Vorentwurf hatte die Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) schon im Juli 2006 eingereicht. Nun ist am Peterplatz die förmliche Prüfung abgeschlossen. Die WSB kann den Bau des 1,3 Kilometer langen Stückes konkret vorbereiten. Mit einem Baubeginn ist nach jüngsten Aussagen von Straßenbahnchef Thomas Schäfer im nächsten Jahr zu rechnen. Damit verlängert sich das Würzburger Straßenbahnnetz auf 44,6 Kilometer. Die Kosten belaufen sich nach Angaben der WSB auf 10,5 Millionen Euro.

Die neue Straßenbahn schließt als zweigleisige Strecke am Ende der Petrinistraße an das bestehende Netz an (siehe Grafik). Haltestellen sind in der Josef-Schneider-Straße (Frauen- und Kopfklinik) sowie in der Oberdürrbacher Straße (Eingang ZOM/ZIM) vorgesehen – plus die Endhaltestelle in der Oberdürrbacher Straße gegenüber dem ehemaligen Tenniscenter.



Die Regierung weist in einer Mitteilung darauf hin, dass durch die Verlängerung der Nordteil des Uni-Klinikums direkt von der Straßenbahn erschlossen und umsteigefrei an die Innenstadt angebunden wird. Damit entfallen Wechsel von Bus auf Straba, außerdem reduziere sich die derzeitige Fahrzeit von durchschnittlich 20 Minuten vom Bahnhof bis zum Bereich der künftigen Endhaltestelle etwa um die Hälfte.

Durch den Einsatz von Niederflurfahrzeugen werde „ein barrierefreies, behindertengerechtes ÖPNV-Angebot“ geschaffen. Laut Regierung benutzen in Würzburg bereits jetzt jeden Tag durchschnittlich über 60 000 Fahrgäste, an Werktagen sogar über 100 000 Fahrgäste die Straßenbahn. Busse oder Autos könnten diese Mobilitätsbedürfnisse nicht bewältigen: „Die Kapazitäten der Straßenbahn sind weitaus höher als die eines Linienbusses. Mit einer Straßenbahn können zirka dreimal so viele Fahrgäste befördert werden als mit einem Bus“, schreibt die Regierung.

Zudem diene die Verlängerung der Linien 1 und 5 dem Umweltschutz: Eine Straßenbahn verbrauche pro so genanntem Platzkilometer durchschnittlich nur zehn Prozent der Energie eines Pkw und nur 25 bis 35 Prozent der Energie von Bussen.

Den Planfeststellungsbeschluss hat die Regierung im Internet veröffentlicht: www.regierung.unterfranken. bayern.de (Rubrik „Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung“)

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