Würzburg

Bald fahren die ersten Elektro-Busse in der Stadt

Ab Juli setzt die WSB die ersten Elektro-Busse in Würzburg ein. Obwohl, es nichts zu entscheiden gab, kam zu einer kontroversen Debatte im Stadtrat.
Unser Symboldbild zeigt die Tachometeranzeige mit Ladezustand in einem Elektrobus. Die WSB hat jetzt zwei davon bestellt. Foto: Christian Charisius

Das Zeitalter der Elektro-Busse beginnt bei der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) in diesem Sommer: Ab Juni sollen die ersten beiden komplett elektrisch angetriebenen Omnibusse im Linienverkehr eingesetzt und auf Herz und Nieren getestet werden. "Wir können die allermeisten unserer Linien mit diesen Fahrzeugen abbilden", erläuterte Bernd Karl von der WSB vergangene Woche im Planungs-Ausschuss und am Donnerstag im Stadtrat.

"Die Entwicklung geht an uns vorbei"
Jürgen Weber - Alt-Oberbürgermeister

Die bei der polnischen Firma Solaris georderten Fahrzeuge mit einer Reichweite von etwa 200 Kilometern sind aber nur der Anfang der Elektro-Busflotte: Im kommenden Jahr kommen drei Midi-Busse für Quartierslinien und die Festungslinie dazu. Bis 2024 will die WSB insgesamt 18 elektrisch betriebene Omnibusse – darunter vier Gelenkbusse – angeschafft haben. Geladen werden zumindest die ersten beiden Fahrzeuge über Nacht im Betriebshof auf dem Heuchelhof. Ob und wann es zusätzliche Ladeeinrichtungen an den einzelnen Linien geben wird, will die WSB im Testbetrieb herausfinden. "Wir wissen noch nicht, ob es besser ist, auch auf der Strecke zu laden. Darauf wird beim Pilotbetrieb unser Hauptaugenmerk liegen", sagte Karl.

Es sind erhebliche Investitionen notwendig

Um eine neue EU-Richtlinie umzusetzen, soll ein Fünftel der gesamten Busflotte bis 2024 elektrisch fahren. "Damit sind wir auf einem guten Weg und werden in den nächsten Jahren eine gute Mischung haben", sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt.

Dafür sind erhebliche Investitionen notwendig: Die beiden Solo-Busse, die jetzt bestellt wurden, kosten pro Fahrzeug 530 000 Euro, auf dem Preisschild eines modernen Dieselbusses stehen dagegen nur 220 000 Euro. "Die Umsetzung der EU-Richtlinie wird zu einer Erhöhung des WSB-Defizits führen. Wir müssen sehen, dass sich die finanziellen Zusatzbelastungen nicht häufen", warnte Kämmerer Robert Scheller im Ausschuss.

Obwohl es sich nur um eine Bekanntgabe handelte und es nichts zu entscheiden gab, kam es im Stadtrat zu einer kontroversen Debatte – vor allem Jürgen Weber (Würzburger Liste) war überhaupt nicht zufrieden mit der Strategie der WSB. "Die erste und grundsätzliche Entscheidung müsste sein, überhaupt keine Dieselbusse mehr anzuschaffen. Das haben schon über 30 andere Großstädte so gemacht. Die Entwicklung geht an uns vorbei", schimpfte der Alt-Oberbürgermeister. Auch Joachim Spatz (FDP) wünschte sich "mehr Offenheit für neue Technologien, auch wenn man dabei mal ein paar Euro riskiert".

Für die Umsetzung der stadtweiten Neuplanung des Liniennetzes braucht die WSB in nächster Zeit zehn zusätzliche Busse, die noch mit Diesel nach Euro-6-Norm fahren werden: "Das sind hocheffiziente Hybridfahrzeuge mit sehr niedrigen Emissionswerten", sagte Bernd Karl. Würzburg ist auch nicht der letzte Abnehmer: Unter anderem hat Hamburg laut Karl kürzlich mehr als 600 neue Dieselbusse bestellt, "wohl wissend, dass sie damit mittelfristig gut aufgestellt sein werden".

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