Zellingen

Bald weniger Chlor im Trinkwasser - und ein Abkochgebot

In den kommenden drei Wochen wird die Chlorung des Trinkwassers in den meisten Gemeinden im westlichen Landkreis Würzburg zurückgefahren - mit einer Ausnahme.
Am Hochbehälter Zellingen (Lkr. Main-Spessart) dauern die Bauarbeiten voraussichtlich noch bis Mitte dieses Jahres an.
Am Hochbehälter Zellingen (Lkr. Main-Spessart) dauern die Bauarbeiten voraussichtlich noch bis Mitte dieses Jahres an. Foto: Thomas Obermeier

Bald soll das Trinkwasser in den meisten Gemeinden im westlichen Landkreis Würzburg nicht mehr nach Chlor riechen oder schmecken. Dies gab Eva von Vietinghoff-Scheel, die Werkleiterin des Zweckverbands Trinkwasserversorgung Mittelmain (FWM), jetzt bekannt. Da seit Oktober vergangenen Jahres keine Fäkalkeime mehr in den ein- bis zweimal wöchentlich untersuchten Proben nachgewiesen wurden, hat das Gesundheitsamt Würzburg nun entschieden, dass die Chlorung schrittweise zurückgefahren werden kann.

Baustelle am Zellinger Hochbehälter verzögert sich

Nicht mehr gechlort werden muss demnach in den Hochbehältern Kühruh, Neubrunn, Höchberg und Kist. Aufatmen können die Verbraucher in den Gemeinden Hettstadt, Waldbüttelbrunn mit Roßbrunn und Mädelhofen, Höchberg, Eisingen, Kist, Uettingen, Helmstadt mit Holzkirchhausen und Neubrunn mit Böttigheim im Landkreis Würzburg. Je nachdem, wie viel Wasser verbraucht wird und wo man sich befindet, mache sich die Chlorreduktion aber erst in den nächsten ein bis drei Wochen bemerkbar, so die Werkleiterin der FWM und schränkt ein: Spuren von Chlor könnten unter Umständen weiter wahrgenommen werden. Denn bevor das Wasser durch die chlorfreien Hochbehälter fließt, muss es den zentralen Hochbehälter Zellingen (Lkr. Main-Spessart) passieren, von dem aus das Wasser östlich und westlich des Mains weiter verteilt wird.

Und dieser Behälter wird auf Anordnung des Gesundheitsamtes Main-Spessart weiter gechlort. Denn hier waren im September 2018 mehrfach Enterokokken (Fäkalkeime) und coliforme Keime entdeckt worden, die im Trinkwasser nichts zu suchen haben. 50 000 Menschen in der Region mussten fast drei Wochen lang ihr Leitungswasser abkochen. Seitdem wird das Wasser gechlort.

In Leinach schmeckt das Wasser weiter nach Chlor

Eine Ausnahme der Chlorreduktion gibt es: Das Wasser der mehr als 3000 Einwohner der Gemeinde Leinach (Lkr. Würzburg) wird wohl auch in den kommenden Monaten nach Chlor schmecken. Denn die Leinacher sind die ersten, die das Wasser aus dem Zellinger Hochbehälter beziehen, bevor es im nächsten Hochbehälter neu gemischt wird.

So sieht der Rohrkeller des Zellinger Hochbehälters mit seinen drei Wasserkammern der beiden Wasserversorger FWM und TWV von innen aus. 
So sieht der Rohrkeller des Zellinger Hochbehälters mit seinen drei Wasserkammern der beiden Wasserversorger FWM und TWV von innen aus.  Foto: Thomas Obermeier

Am Zellinger Hochbehälter wird seit August 2017 gebaut. Die Arbeiten sollten ursprünglich im März 2018 beendet sein. Doch es hätten sich unvorhersehbare Schwierigkeiten ergeben, so Eva von Vietinghoff-Scheel. Das Dach des Gebäudes müsse abgedichtet werden. Daher heißt es jetzt: Voraussichtlich Mitte des Jahres 2019 soll alles fertig sein. Sicherheitshalber werde das Wasser auch so lange gechlort.

Die Ursache für die Verunreinigung ist allerdings immer noch unklar. Eine mögliche Eintragsquelle, ein Rohrbruch in sieben Metern Tiefe, ist seit Ende Dezember beseitigt.

Schon länger chlorfrei ist das Wasser in den Gemeinden Zellingen (Lkr. Main-Spessart), Erlabrunn und Zell am Main (beide Lkr. Würzburg), die von der Trinkwasserversorgung Würzburg (TWV) direkt aus den Zellinger Brunnen versorgt werden und so den betroffenen Hochbehälter umgehen. Ebenso chlorfrei ist das Wasser von Thüngersheim (Lkr. Würzburg) und Retzbach (Lkr. Main-Spessart), die seit dem Störfall mit Wasser der Fernwasserversorgung Franken (FWF) versorgt werden.

Jetzt muss das Wasser in Oberaltertheim abgekocht werden

Unterdessen meldet das Würzburger Gesundheitsamt, dass im Wassernetz von Altertheim (Lkr. Würzburg) Enterokokken entdeckt wurden. Betroffen sind aber nur die Ortsteile Oberaltertheim und der Aussiedlerhof Niederhofen. Deren Einwohner werden dazu aufgefordert, bis auf weiteres ihr Leitungswasser abzukochen oder auf Flaschenwasser umzusteigen. Für Fragen ist das Gesundheitsamt von Montag bis Freitag, 7.30 bis 12 Uhr, und von Montag bis Donnerstag, 14 bis 16.30 Uhr, unter der Telefonnummer 0931-8003-5984 erreichbar.

 

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