EISINGEN

Banker in Latzhosen schaffen Platz der Begegnung

Karolin Steger wollte unbedingt die neue Spezialschaukel ausprobieren. Werner Scheller, Vorsitzender der Mitgliederversammlung des St. Josefs-Stifts, und die Vorsitzenden der beteiligten Genossenschaftsbanken aus der Region unterstützten sie dabei gerne. Foto: Matthias ERnst

Dank des Einsatzes der Auszubildenden der drei Raiffeisenbanken im Landkreis (Höchberg, Bütthard-Gaukönigshofen, Estenfeld-Bergtheim) und der VR-Bank in Würzburg ist der „Platz der Begegnung“ renoviert worden und um einige Attraktionen reicher.

„Einrichtungen wie das St. Josefs-Stift sind etwas ganz Besonderes. Sie in der Region zu unterstützen und zu erhalten und damit den Bezug zur Heimat für bedürftige Menschen im gewohnten Umfeld zu schaffen, das halten wir für einen wichtigen Beitrag, den wir auch finanziell würdigen wollen“, sagte Edgar Bauer, Vorsitzender des Kreisverbandes der Genossenschaftsbanken.

Normalerweise führen die Auszubildenden der einzelnen Genossenschaftsbanken in Stadt und Land ein einzelnes Projekt durch. In den vergangenen zwei Jahren kam es zu einer übergreifenden Zusammenarbeit von knapp 30 Auszubildenden verschiedener Bankhäuser der Genossenschaften in der Region.

„Das Azubi-Projekt soll die jungen Banker anhalten, zu planen, zu organisieren, zu besprechen, organisatorische und sonstige Hindernisse zu überwinden, alle notwendigen Mittel, besonders auch finanzielle zu besorgen. Und letztlich müssen dann auch die notwendigen Entscheidungen getroffen werden“, beleuchtete Bauer die Hintergründe der Aktion. Ziel ist die Stärkung der sozialen Kompetenzen und die Ermutigung zum Treffen eigener Entscheidungen. In Eisingen war alles eine Dimension größer.

Angeregt durch eine Mitarbeiterin der Bank, die von der Renovierungsbedürftigkeit des alten Spielplatzes berichtete, wurde schnell klar: das soll das Azubi-Projekt werden. Im Herbst 2015 wurde das Gelände erkundet, erste Pläne erarbeitet und die Finanzen überschlagen. Dabei wurde deutlich, dass die Dimension eines normalen Azubi-Projektes bei weitem nicht ausreicht. Daraufhin wurde weitere finanzielle Unterstützung gesucht, Sachspenden erbeten, Crowdfunding bei Kunden durchgeführt und vor allem selbst Hand angelegt.

Meist am Freitagnachmittag trafen sich mindestens fünf Auszubildende und gestalteten zusammen mit den Handwerkern des Stiftes den Platz der Begegnung. Ihnen machte die körperliche Arbeit viel Spaß – vor allem, weil das Ziel sie zusätzlich motivierte, wie einer aus ihrer Mitte berichtete. Teambildung spielte dabei eine wesentliche Rolle. Die Auszubildenden waren begeistert von der Arbeit am Projekt, aber auch vom Austausch der einzelnen Mitglieder aus unterschiedlichen Banken. So etwas passiert sonst eher selten. Umso stolzer waren alle beim jetzigen Übergabetermin.

Der Vorsitzende der Mitgliederversammlung des St. Josefs-Stift, Werner Scheller, dankte vielmals für den Einsatz der „Banker in Latzhosen mit Schaufel, Hammer und Säge“, wie es Edgar Bauer beschrieben hatte.

Insgesamt 15 000 Euro betrug letztlich die Spendensumme, die in das Projekt an Geldmitteln floss. Dazu müssen noch Sachspenden wie Pflastersteine der Würzburger Pflasterbau oder ein gewaltiger Preisnachlass bei den Spielgeräten durch Spessart-Holzspielgeräte und natürlich die Einsatzzeiten der Auszubildenden gezählt werden.

Was wurde alles erneuert: zwei Hochbeete, ein Tastkasten, zwei Sonnensofas, ein Außenspiel „Vier gewinnt“, eine Schaukel mit Spezialsitz für Rollstuhlfahrer, Bewegungsgeräte, Bänke und Fallschutzmatten. Allein an dieser Aufstellung kann man ermessen, wie groß der Einsatz der Auszubildenden war.

Sie wollen auch weiterhin das Projekt begleiten und ihre neuen Kontakte, die in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung entstanden sind, fortführen. Pfarrerin Kirsten Müller-Oldenburg erinnerte daran, dass nach dem Buch Mose im Garten das ganze Leben begonnen hat und Adam und Eva dort miteinander gespielt haben – so wie es jetzt Behinderte und Nichtbehinderte auf dem Platz der Begegnung tun können.

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