Würzburg

Barbara Stamm als „Patrona Bavariae“ auf der großen Leinwand

Barbara Stamm hat viel über ihr Leben zu erzählen. Wie vielseitig es war, können nun auch Zuschauer in einem Film des Bayerischen Rundfunks erleben.
Auf ein außergewöhnlich vielseitiges Leben kann Barbara Stamm zurückblicken. Nun hat der BR einen Film über sie gedreht. Foto: Daniel Peter

Auf ein außergewöhnlich vielseitiges Leben kann Barbara Stamm zurückblicken. Am 29. Oktober feiert die Erzieherin, dreifache Mutter, Stadträtin, Ministerin und Landtagspräsidentin ihren 75. Geburtstag. Bewegende Momente ihres Lebens hat ein Filmteam des Bayerischen Rundfunks in "Lebenslinien" festgehalten. Der einstündige Film mit dem Untertitel "Barbara Stamm – direkt, bodenständig, fränkisch" wurde jetzt als Vorschau im Kino Central im Bürgerbräu gezeigt.

Zu Tränen gerührt

Zu Beginn öffnet sich ein Fenster in die schwierigen Jugendjahre Barbara Stamms, die in Bad Mergentheim als Tochter einer taubstummen Schneiderin geboren wurde und ihren Vater nie kennen gelernt hat. Nach der Geburt kam sie zu Pflegeeltern. Im Film erzählt Barbara Stamm von ihrer Stiefschwester, die sich liebevoll um sie gekümmert habe. Die Schwester saß im Publikum und verfolgte tränengerührt die Szene.

Mit im Saal war natürlich ihre treue Tochter Sissi Stamm, nicht aber ihr Ehemann Ludwig, den sie nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin in Gemünden am Main in Würzburg kennen gelernt hatte. Er musste wegen Krankheit passen und verpasste so das Lob seiner Frau, dass er ein wunderbarer Mann sei. Er selbst sagte im Film, dass er sein "Junggesellendasein" mit viel Bücherlesen erfüllt und seine Frau nicht mit Barbara, sondern als Frau Stamm oder "Frau Abgetrocknete" angesprochen habe.

Niederlage als Glücksfall

Mit im Saal saß Altoberbürgermeister Jürgen Weber, mit dem sie für die CSU 1972 als Jüngste in den Würzburger Stadtrat eingezogen war. 1990 war Weber mit seiner eigenen Liste gegen sie bei der OB-Wahl angetreten und gewann. Heute sagt sie, dass es ihr großer Traum gewesen sei, Oberbürgermeisterin in Würzburg zu werden. Weber sagt im Film, dass ihre Niederlage ein Glücksfall für Bayern geworden ist.

1976 war sie als Nachrückern in den Landtag gekommen, wurde 1987 Staatssekretärin, 1993 Gesundheitsministerin und 2008 Landtagspräsidentin. Als erste Frau in diesem Amt durfte sie ihre Tochter Claudia als damalige Abgeordnete der Grünen begrüßen. Den Film genoss auch Caritas-Chef Domkapitular Clemens Bieber, mit dem die "Patrona Bavaria" in ihrem unruhigen Ruhestand nun häufiger am Tisch sitzt und Schafkopf spielt.

Ausgestrahlt wird das Porträt am Montag, 28. Oktober, um 22 Uhr im BR-Fernsehen.

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