PROSSELSHEIM

Basecap öffnet Prosselsheimer die Türen zu Partys und Promis

Er will hoch hinaus: Der Prosselsheimer Daniel Kirch designt Basecaps für Promis wie Paris Hilton oder Ashton Kutcher. Foto: New Fuckin' York

Als Daniel Kirch ans Telefon geht, ist er gerade zu Besuch in seiner alten Heimat Prosselsheim (Lkr. Würzburg). Das letzte Mal war er im Februar hier. Dabei ist er gerne in Deutschland, das betont er. Viel Zeit hat er diesmal trotzdem nicht, eine Woche nur. Gerade genug, um die Familie zu sehen und zum Arzt zu gehen. Dann will er weiterfliegen, nach München oder Ibiza und danach nach Stockholm, zur Fashion Week.

Die Liste der Reiseziele, von denen Kirch erzählt, ist lang. Doch der 25-Jährige möchte keinen Urlaub machen. Er ist geschäftlich unterwegs, für ein Produkt, zu dem ihn seine neue Heimat inspiriert hat. Kirch verkauft Basecaps mit dem Aufdruck „New Fuckin' York“.

Seine Geschichte beginnt 2013, als der frisch gebackene Uni-Absolvent nach New York kommt. Kirch hat in Deutschland BWL studiert und anschließend ein Praktikum bei einer Unternehmensberatung in Florida absolviert. Danach schaute er noch bei einem Freund in New York vorbei. In der Metropole fiel dem Prosselsheimer auf, wie viele Touristen Caps der New Yorker Baseballmannschaft Yankees trugen. „Die kaufen die doch nicht, weil die so auf Baseball stehen, sondern als Hommage an die Stadt“, dachte er.

Weil er selber ein Basecap-Fan ist, ließ er sich eine einfache schwarze Kappe mit großen weißen Buchstaben bedrucken. „New Fuckin' York“, die Worte kamen ihm einfach in den Sinn. „Das 'Fucking' ist positiv gemeint, weil es den Begriff New York noch verstärkt“, sagt er.

Aus Kirch wird Jonas

Kirch trägt seine New-York-Mütze von Anfang an fast überall. Dass sich mit dem Slogan möglicherweise Geld verdienen lässt, merkt er aber erst, als immer mehr Menschen von ihm wissen wollen, wo er die Mütze gekauft habe. Kirch strebt zu diesem Zeitpunkt eigentlich eine Karriere in der Unternehmensberatung an. Jetzt beginnt er aber darüber nachzudenken, aus den Mützen ein Geschäft zu machen. Als er dann durch Zufall eine Einladung zu einer großen Super-Bowl-Party bekommt, sieht er seine Chance. „Ich habe nachgeschaut, welche Celebrities zur Party kommen und mich vorbereitet.“ Kirch lässt weitere Mützen bedrucken, baut eine Website und ersetzt seinen Nachnamen durch Jonas, den Namen eines Kumpels. „Daniel Jonas ist für Amerikaner viel einfacher auszusprechen und zu verstehen als Daniel Kirch“, begründet er die Entscheidung für seinen Firmennamen.

Der Prosselsheimer hat Glück, denn sein Konzept geht auf. Daniel Jonas und seine Mützen werden auf der Party bemerkt, er lernt Leute kennen, knüpft in den nächsten Monaten weitere Kontakte. Heute, über ein Jahr später, erinnert sein Instagram-Account an die Homepage der Gala. Kirch postet Selfies mit Schauspieler Matthew McConaughey oder Fußballer Holger Badstuber. Paris Hilton oder Ashton Kutcher posieren mit seinen Mützen. Auf einer Veranstaltung gelang es ihm sogar, Barack Obama eine zensierte Version der Basecap zu überreichen.

Wie er das geschafft hat? „Das Geheimnis ist, dass man immer präsent ist und auch auf Events geht, wenn man manchmal keinen Bock hat.“ Partybesuche sieht Kirch als Teil seines Geschäftsmodells, seine Auftritte sind stets durchdacht. „Oft gehen wir mit mehren Leuten aus dem Team auf die Veranstaltungen, dann werden die Gäste schneller auf die Mütze aufmerksam“, sagt er. Auf Facebook, Twitter und Co. dokumentiert er seine Ausflüge in die Welt der Stars.

Australien ist das nächste Ziel

Mittlerweile hat Kirch eine US-Firma gegründet und seine Kollektion erweitert: „Miami Fuckin' Beach“ und „Los Fuckin' Angeles“ sind dazugekommen sowie Stoffmützen und exklusivere Ausführungen aus Lammleder. Weltweit lieferbar, alles zu haben für einen Preis zwischen 30 und 140 Euro. Doch Kirch möchte es nicht dabei belassen. Er und sein Team planen, ein Modelabel aufzubauen, T-Shirts, Lederjacken und Handyhüllen herauszubringen. Zusammen mit einem Freund hat er einen Algorithmus entwickelt, mit dem er Mode-Trends ausfindig machen möchte.

Deshalb die vielen Reisen. Für Australien etwa fehle ihm noch ein Vertriebspartner, der die Auslieferung der Produkte gewährleistet. Darum möchte er sich bald kümmern. Wann er es das nächste Mal nach Prosselsheim schafft, weiß Kirch noch nicht.

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