LANDKREIS WÜRZBURG

Bayerische Staatsmedaille für Gesundheit und Pflege

Staatsministerin Melanie Huml (links) überreicht Ewald Kraus die Urkunde
Staatsministerin Melanie Huml (links) überreicht Ewald Kraus die Urkunde Foto: Daniel Breidt

Die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um Gesundheit und Pflege wird jedes Jahr vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege verliehen. Geehrt werden Personen die sich im Gesundheits- und Pflegebereich langjährig ehrenamtlich engagiert haben.

Nun verlieh Staatsministerin Melanie Huml (CSU) die Staatsmedaille in Nürnberg an zehn engagierte Bürger, unter ihnen auch drei aus dem Landkreis Würzburg.

Ein Sprecher für die Patienten

Ewald Kraus aus Margetshöchheim wurde für sein langjähriges Engagement als Sprecher der Patienten ausgezeichnet, die einen medizinischen Behandlungsfehler vermuten. Dabei galt sein Einsatz vor allem den Vereinen „Notgemeinschaft Medizingeschädigter – Patient im Mittelpunkt – Bayern“ und dem „Bundesverband der Notgemeinschaft Medizingeschädigter in Deutschland“. Jahrelang unterstütze er Medizin geschädigte Patienten sowie Unfallopfer dabei, Schmerzensgeld und Schadensersatzansprüche durchzusetzen, hieß es in der Laudatio.

Dabei informierte er Hilfesuchende über mögliche Vorgehensweisen im Schadensfall und klärte die Öffentlichkeit über die Situation geschädigter Patienten auf. Er machte sich für ein partnerschaftliches Arzt-Patienten-Verhältnis stark und setzte sich für die Durchsetzung eines modernen Patientenschutzgesetzes ein, heißt es in der Begründung des Ministeriums. Auch im „Bundesverband der Notgemeinschaften Medizingeschädigter“, den er im Jahr 2000 mit gegründet hat, war er auf verschiedenen Positionen tätig. Kraus hat ferner in verschiedenen Arbeitsgruppen des „Aktionsbündnisses Patientensicherheit“ mitgearbeitet und regelmäßig an den Sitzungen „Runder Tisch Patientenrecht“ und an der Arbeitsgruppe „Patientenfürsprecher“ des ehemaligen Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit teilgenommen.

Dr. Klaus Ottmann aus Ochsenfurt war von 1976 bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2001 als niedergelassener Urologe in Kitzingen tätig und über 30 Jahre lang in unterschiedlichen berufspolitischen Bereichen engagiert. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand hat er mit seinem Engagement nicht aufgehört. Sein andauerndes Wirken steht im Interesse der bayerischen Ärzte, Patientinnen und Patienten, hieß es in der Begründung für die Ehrung.

Viele Jahre war er unter anderem Mitglied der Vertreterversammlung und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der „Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns“.

Für ärztliche Freiberuflichkeit

Sein besonderes Interesse lag dabei auf dem Erhalt der ärztlichen Freiberuflichkeit in den Praxen. Zudem habe er sich intensiv der ärztlichen Qualitätssicherung gewidmet. Neben vielen weiteren Engagements, ist er seit 2003 zusätzlich als Vizepräsident des Verbandes „Freier Berufe in Bayern“ tätig. Seinen Schwerpunkt setzt er dabei auf Gesundheitspolitik. In dieser Funktion fallen für ihn zahlreiche wichtige Termine an. Wichtige Veranstaltungen wie der „Parlamentarische Abend“, der „Tag der Freien Berufe“ und die „Verleihung des Ehrenpreises der Freien Berufe“ gestaltet er mit.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand 2001 hat er ein weiteres wichtiges Amt übernommen. Er wurde 2013 unparteiisches Mitglied des „Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen“. Bei seinen Tätigkeiten gilt er als sehr gradlinig und dynamisch.

Reinhilde Rath aus Höchberg engagiert sich seit über 25 Jahren für die Belange der Hospizarbeit und der Palliativmedizin. Mit großem Engagement hat sie 1991 den „Hospizverein Würzburg“ mitgegründet und maßgeblich an der Hospizbewegung in Unterfranken mitgewirkt. 15 Jahre lang war sie Vorsitzende des „Hospizvereins Würzburg“.

Mit großer Zielstrebigkeit und klar strukturierter Vorgehensweise gelang es ihr, die Hospizidee in Würzburg weiterzuentwickeln und mit der Palliativmedizin und Palliativpflege zu vernetzen.

Nicht zuletzt ist es ihr zu verdanken, dass eine Palliativstation mit Hospizcharakter am Krankenhaus Juliusspital Würzburg gegründet wurde. Bereits im Jahre 2001 konnte dort diese Palliativstation mit neun Betten in Betrieb genommen werden. Als Gründungsmitglied und während der Zeit als Vorsitzende des Hospizvereins hat sie einflussreich die Entwicklung der Palliativmedizin am Juliusspital Würzburg vorangebracht, heißt es in der Laudatio.

Ambulanter Dienst

Die Etablierung eines wirksamen ambulanten Dienstes für die gesamte Region Mainfrankens wurde von ihr außerdem positiv beeinflusst. Das Modell der Zusammenarbeit zwischen dem „Hospizverein Würzburg“ und der Palliativstation des Juliusspitals Würzburg hatte Modellcharakter für viele Einrichtungen in Bayern. Es trägt maßgeblich dazu bei, die Lebensqualität von Patienten mit schwersten und lebensbegrenzenden Erkrankungen möglichst lange zu erhalten oder wiederherzustellen.

Dr. Klaus Ottmann aus Ochsenfurt wurde für sein jahrelanges Engagement geehrt.
Dr. Klaus Ottmann aus Ochsenfurt wurde für sein jahrelanges Engagement geehrt. Foto: daniel breidt
Staatsministerin Huml (links) dankte der Höchbergerin Reinhilde Rath für ihr Engagement.
Staatsministerin Huml (links) dankte der Höchbergerin Reinhilde Rath für ihr Engagement. Foto: daniel breidt

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