WÜRZBURG/ASCHAFFENBURG

Bedenken gegen Auftritt von Tebartz-van Elst

Kommt er nach Aschaffenburg? Der umstrittene frühere Limburger Bischof Tebartz-van Elst.KNA
Kommt er nach Aschaffenburg? Der umstrittene frühere Limburger Bischof Tebartz-van Elst.KNA Foto: Foto:

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann hat Bedenken gegen den geplanten Auftritt des früheren Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst beim „Forum Deutscher Katholiken“ Ende April in Aschaffenburg. „Persönlich hält Bischof Hofmann die Einladung wegen der Reaktionen der Gläubigen für sehr unglücklich“, sagte Bischofssprecher Bernhard Schweßinger am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Tebartz-van Elst soll am 24. April beim Kongress „Freude am Glauben“ sprechen, der vom „Forum Deutscher Katholiken“ veranstaltet wird. Aschaffenburg liegt im Bistum Würzburg.

Hofmann selbst habe mit dem zurückgetretenen Bischof von Limburg Kontakt aufgenommen und ihn angeregt, die Teilnahme zu überdenken, so der Sprecher weiter. Auch den Organisatoren des Kongresses habe er seine Bedenken mitgeteilt. Von dem geplanten Auftritt habe der Würzburger Bischof „erst durch die Presse Kenntnis bekommen“.

Laut Medienberichten hat die Einladung von Tebartz-van Elst in Aschaffenburger Katholikenkreisen Unmut ausgelöst. In lokalen Zeitungen gab es dazu auch viele kritische Leserbriefe. Nach Angaben seines Sprechers wurde Bischof Hofmann bei der aktuellen Visitation im Landkreis Aschaffenburg mehrfach nach seiner Position dazu gefragt.

„Er hat sicherlich einen Weg beschritten, von dem wir sagen, das geht nicht. Das ist absolut nicht vertretbar. Er hat damit aber auch eine Lawine losgetreten, die dazu geführt hat, dass Kirche und Geld in einer Transparenz jetzt offenbart werden, wie wir das früher nicht gemacht haben“, sagte Bischof Friedhelm Hofmann im August 2014 gegenüber dieser Zeitung.

Tebartz-van Elst soll in Aschaffenburg zum Thema „Auf der Suche nach einer Verkündigung der Verlässlichkeit“ sprechen. Er ist eingeladen in seiner neuen Funktion als Delegat im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung, wo er für Katechese zuständig ist.

Das „Forum Deutscher Katholiken“ versteht sich als lockerer Zusammenschluss „papst- und kirchentreuer Katholiken“. Zu der dreitägigen Veranstaltung sind weitere deutsche Bischöfe angekündigt, darunter der Kölner Alterzbischof Kardinal Joachim Meisner und der Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Hofmann selbst soll den Eröffnungsgottesdienst halten.

2013 war Tebartz-van-Elst vom Papst als Limburger Bischof abberufen worden. Der Neubau des dortigen Bischofssitzes war zuvor völlig aus dem Ruder gelaufen. Unter anderem hatte der Bischof für seine Wohnung eine freistehende Badewanne für 15 000 Euro einplanen lassen.

Nach seiner Abberufung lebte der Ex-Bischof unter anderem im Kloster. Ende 2014 „begnadigte“ Papst Franziskus Tebartz-van-Elst dann. Er ernannte ihn zum Delegaten im Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung. Dort ist der ehemalige Bischof für die Katechese zuständig.

Forum Deutscher Katholiken

Das Forum Deutscher Katholiken ist ein eingetragener Verein, der am 30. September 2000 in Fulda gegründet wurde. Es wurde von Hubert Gindert initiiert, der Vorsitzender und Sprecher des Forums ist und den Verein als Konkurrenzorganisation zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken gegründet hat.

An engagierte Laien in der römisch-katholischen Kirche richtet sich das Forum nach Eigenangaben. An Laien, die sich zum „unverfälschten und unverkürzten“ Glauben bekennen, wie er im Katechismus der Katholischen Kirche zusammengefasst sei. Durch Kongresse und andere Veranstaltungen will das Forum „Menschen zusammenführen mit dem Ziel der Förderung des katholischen Glaubens nach der Lehre der Kirche“. Das Forum gibt die die Monatszeitschrift „Der Fels“ heraus.

Wichtigste Veranstaltung des Forums ist der seit 2001 jährlich stattfindende Kongress „Freude am Glauben“, der von Alois Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg geleitet wird und 2014 vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, eröffnet wurde. Beim Kongress 2002 war Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., Zelebrant der Schlussmesse.

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