WÜRZBURG

Bedeutender irischer Autor studierte in Würzburg

Gedenktafel für John Millington Synge: Der irische Botschafter Michael Collins, Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Matthias Fleckenstein von der Deutsch-Irischen Gesellschaft (von links) vor dem Gebäude der WVV am Haugerring.
Gedenktafel für John Millington Synge: Der irische Botschafter Michael Collins, Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Matthias Fleckenstein von der Deutsch-Irischen Gesellschaft (von links) vor dem Gebäude der WVV am Haugerring. Foto: Patrick Wötzel

Großer Bahnhof für einen in Würzburg bisher wenig bekannten Literaten: Oberbürgermeister Christian Schuchardt und der irische Botschafter Michael Collins haben am WVV-Gebäude am Haugerring eine Gedenkplakette für den bedeutenden irischen Dramatiker John Millinton Synge enthüllt.

Der Schriftsteller verbrachte 1894 ein knappes halbes Jahr in Würzburg, wo er an der Musikschule studierte, und wohnte in einem Haus, das am Haugerring stand. Die Gedenktafel wurde gestiftet von der Deutsch-Irischen Gesellschaft (DIG).

Für den neuen irischen Botschafter in Berlin – er ist seit August 2013 im Amt – war es der erste Besuch in Würzburg, das im Herbst und im kommenden Frühjahr 50 Jahre Partnerschaft mit Bray und County Wicklow in Irland feiern wird. „Der Aufenthalt von John Millinton Synge vor 120 Jahren ist eine wunderbare Verbindung zwischen Irland und Würzburg“, betonte Collins. Er hatte für sein Grußwort zufällig dasselbe Synge-Zitat ausgesucht wie der OB: „Ich freue mich sehr darüber, dass die Deutschen genauso sündigen wie wir Iren“, hat Synge aus Würzburg in einem Brief an einen Freund in Koblenz geschrieben, nachdem er an einem warmen Frühlingstag den hohen Bierkonsum der Würzburger festgestellt hatte.

Synge traf im Alter von 22 Jahren im Januar 1894 ein. Der Musikstudent war schüchtern und hatte nur wenige Kontakte in der Stadt. Bereits nach fünf Monaten wurde ihm klar, dass ihm zum Musiker und Komponisten die nötige Begabung fehlte, und er verließ Würzburg wieder. In den kommenden Jahren bereiste er Italien und Frankreich und lernte in Paris seinen Landsmann, den späteren Literatur-Nobelpreisträger William Butler Yeats, kennen.

Auf dessen Rat hin wurde das Leben der einfachen Menschen auf den Inseln im Westen von Irland und in den Bergen des County Wicklow das bestimmende Thema im literarischen Werk von Synge, Sein Stück „The Playboy of the Western World“ führte bei der Uraufführung 1907 wegen der nach Meinung der Zuschauer unmoralischen Sprache zu Tumulten. Synge starb bereits 1909 im Alter von knapp 38 Jahren.

Im September veranstaltet die DIG eine Ausstellung mit Fotografien, die Synge in der Region Wicklow aufgenommen. Fleckenstein und seine Mitstreiter sich zudem vorgenommen, eines der Stücke von John Millinton Synge in Würzburg auf eine Bühne zu bringen.

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