VEITSHÖCHHEIM

Begegnung mit Kultur der Anden

Zu einer spannenden Begegnung mit der Kultur Südamerikas avancierte der diesjährige Thementag am Gymnasium Veitshöchheim. An die 600 Schülerinnen und Schüler der fünften und siebten bis zwölften Klassen befassten sich unter der Leitung der Sprachlehrerin Simone Navarro in 30 verschiedenen Workshops mit der Geschichte, Land und Leuten des Andenstaates Bolivien.
Auch ein Theaterstück gehörte zum Programm Thementag am Gymnasium Veitshöchheim. An die 600 Schülerinnen und Schüler der fünften und siebten bis zwölften Klassen befassten sich unter der Leitung der Sprachlehrerin Simone Navarro in 30 verschiedenen Workshops mit dem Andenstaat Bolivien. Foto: FOTO Dieter Gürz

Die Themen reichten von Tanz, Musik, Kunst über Literatur, Politik, Lebensräume, Alte Kulturen, Nutzpflanzen, Kochen bis zu einem Spanisch-Schnupperkurs. Im Rahmen einer Abendveranstaltung präsentierten die einzelnen Gruppen in der Aula ihre Ergebnisse. Als Höhepunkt machte die bolivianische Musikband „Los Masis“ (= die Freunde) aus Sucre auf ihrer 70tägigen Tournee durch Deutschland und Österreich mit über 60 Auftritten auch in Veitshöchheim halt.

Die sieben Musiker verzauberten das Publikum mit mitreißenden Melodien und Rhythmen aus verschiedenen Epochen und Einflüssen sowie den leuchtenden Farben des Andenstaates. So spielten sie zunächst Stücke aus der Zeit ihrer Vorfahren lange vor Ankunft der spanischen Eroberer. Es folgte dann von Europa beeinflusste Barock-Musik der Chiquitos und am Schluss sangen und spielten Los Masis zeitgenössische Musikstücke in der Einheit und Vielfalt der Völker Boliviens.

Musikschüler und Lehrer

Die Gruppe „Los Masis“ besteht nun schon seit 40 Jahren in immer wieder neuer Zusammensetzung. Ihre Mitglieder sind die jeweils besten Musikschüler und Lehrkräfte des Centro Cultural Masis. Bandleader und Centro-Leiter ist das Gründungsmitglied Roberto Sahonero. Von ihm konnte man erfahren, dass sich sein Kunst- und Kulturzentrum zur Aufgabe gemacht hat, die indigene Kultur der Anden, vor allem Musik, Tanz, Theater und Handwerk zu erforschen, zu dokumentieren und weiterzugeben.

So lernen dort 80 Kinder und Jugendliche nicht nur Musik oder lassen sich als Schreiner oder Kunsthandwerker ausbilden, sondern auch menschliche Werte wie Respekt, Verantwortung, Pünktlichkeit und vor allem solidarisches Handeln. Die meisten Teilnehmer würden in ärmlichen Verhältnissen in den Randgebieten von Sucre leben, viele von ihnen morgens arbeiten, am Nachmittag in die Schule gehen und den Abend mit Proben und Lernen im Centro Cultural Masis verbringen.

Die Arbeit des Zentrums der integralen Jugendförderung und seine Aktivitäten versteht sich auch als Prävention vor Jugendbandenwesen, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und Kriminalität, da diese auf Grund der sehr hohen Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen Perspektivlosigkeit weit verbreitet sind.

Musikalische Projektreise

Mit den Spenden seiner musikalischen Projektreise will Sahonero die erfolgreiche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen finanziell absichern und fortsetzen.

So waren auch die Veitshöchheimer Gymnasiasten voll bei der Sache, möglichst viel aus ihrem Thementag für das Jugendzentrum in Sucre zu erlösen. So gab es an den Verkaufsständen Kakao und Bananen am Fair-Trade-Stand, selbst kreierte Töpfersachen mit Bezug zur Inkazeit, gebastelte Freundschaftsbändchen und Hüte, mit der Handspindel gewebte Stücke, Ekekos-Glücksbringer, Diablada-Masken, traditionelle Trachtenfiguren, Märchen aus den Anden, bolivianische Rezeptbroschüren und von den Schülern zubereitete Gerichte wie Empanadas, Quinua-Auflauf oder Canapes aus Yucca-Mehl und vieles mehr.

Das Gymnasium Veitshöchheim hat nach den Worten der stellvertretenden Schulleiterin Dr. Anne-Marie Greving einen besonderen Bezug zu Bolivien. Es besteht nämlich ein Schüleraustausch mit der Deutschen Schule Santa Cruz in Bolivien und es gibt auch sonst zahlreiche Kontakte nach Süd- und Mittelamerika.

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