REGION WÜRZBURG

Beim Parlament der Generationen den Horizont erweitern

Welche Auswirkungen wird der demographische Wandel für unser gesellschaftliches Miteinander haben? Das ist eine der spannenden Fragen, die am 2. und 3. Juni beim „Parlament der Generationen“ im Bayerischen Landtag beantwortet werden sollen. Aus Würzburg und Umgebung sind mit dabei Philipp Schnapp (22 Jahre, Student) aus Würzburg, Stefanie Zwicker aus Würzburg-Heidingsfeld, Andrea Liebig (53, Krankenschwester) aus Waldbüttelbrunn und Oliver Voll (42, Inhaber Computergeschäft) aus Rimpar.

Die vier sind gespannt, wie die Debatten verlaufen werden, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Regionalbüro der grünen Landtagsabgeordneten Kerstin Celina. Auf ihre Einladung hatten sie sich für das „Parlament der Generationen“ beworben. Das wird vom Bayerischen Landtag und der Akademie für Politische Bildung Tutzing veranstaltet. Alle Teilnehmer werden in zwei Parlamente eingeteilt. Sie diskutieren und entscheiden zeitgleich über die gleichen bildungs- und sozialpolitischen Fragestellungen.

Das Spezielle an diesem Projekt: Das eine Parlament spiegelt die gegenwärtige Bevölkerung wieder. Das zweite entspricht in seiner Zusammensetzung bezüglich Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund der Gesellschaft im Jahr 2050. Was bedeutet dieser Unterschied für politische Prozesse? Welche Auswirkungen wird der demographische Wandel für unser gesellschaftliches Miteinander haben? All das sind spannende Fragen mit denen sich Andrea Liebig, Stefanie Zwicker, Philipp Schnapp und Oliver Voll beschäftigen werden.

Der Bezug zu seinem politikwissenschaftlichem Studium ist Philipp Schnapp wichtig: „Ich empfinde die Teilnahme als eine tolle Chance. Einerseits für mich persönlich, um mein Wissen zu parlamentarischen Prozessen zu vertiefen, andererseits für jeden, der sich mit Politik beschäftigt, da ein gesellschaftlicher Wandel unmittelbar bevorsteht.“ Schnapp glaubt, nicht nur die Altersstruktur der Gesellschaft werde sich verschieben, auch Herausforderungen, die beispielsweise durch Migration entstehen, könnten vielleicht durch diese Simulation zu Tage treten. Er denkt dabei beispielsweise an Frauenrechte oder die Rechte der LGBT-Community, die oftmals in anderen Kulturen nicht die Möglichkeit zur Entfaltung hätten.

„Ich bin gespannt, wie stark sich die Diskussionen zwischen den beiden Parlamenten unterscheiden und welche Zukunftsaufgaben sich durch diese parlamentarische Simulation bereits abzeichnen“, sagt der Student.

Die Unterlagen zur Simulation hat Stefanie Zwicker in aller Ruhe studiert, um gut vorbereitet in die Diskussion zu gehen. „Gesellschaftliche, beziehungsweise politische Entwicklungen sind viel zu wichtig, um sie (allein) den Berufspolitikern zu überlassen“, so ihre Ansicht. Hier könne man vielleicht auch mal sehen, ob politische Entscheidungen – wie etwa im Falle des Würzburger Staatsarchivs – ohne parteiliche Einflussnahmen anders ausfallen.

Als Mitglied des Bildungsausschusses bei der Simulation wird Andrea Liebig bei einem Beschluss mitstimmen, der reale bildungspolitische Bedeutung hat: „Einmal in die Rolle einer Abgeordneten schlüpfen und über demografischen Wandel und dessen Folgen zu diskutieren, ist spannend und der Grund, warum ich daran teilnehme.“ Die Ortsvorsitzende der Waldbüttelbrunner Grünen erwartet, viel für ihre politische Arbeit mitnehmen zu können.

Oliver Voll erhofft sich Erkenntnisse und Anregungen für seine Arbeit als 3. Bürgermeister und Gemeinderat: „Was muss in den Gemeinden getan werden, um dem demographischen Wandel gerecht zu werden? Wie muss sich das Angebot der Gemeinden bezüglich Altersbetreuung ändern, damit ein würdiges Altern gewährleistet wird? Wie kann ich zum einen vom Kleinen auf das große Ganze und umgekehrt meine Erfahrungen anwenden und wo nicht?“

Der Austausch von Meinungen und neue Gesichtspunkte sind für den Fraktionsvorsitzenden von Rimparer Liste und IGU Ansatz, „den Horizont zu erweitern und den eigenen Standpunkt zu hinterfragen“.

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