Würzburg

Beim Stramu dabei: Deutschlands bekanntester Straßenmusiker

Er ist der Mann mit den "Wir-Liedern" und ein Star der Straßenmusik-Szene: Klaus der Geiger spielt beim 16. Stramu und will auch in Würzburg politisch Stellung beziehen.
Wenn er spielt, bleiben die Leute stehen: der Straßenmusiker Klaus der Geiger, hier bei einem Auftritt im thüringischen Rudolstadt. Foto: Michael Reichel, dpa

Wenn am Freitagnachmittag zum 16. Mal das Straßenmusikfestival Stramu in der Innenstadt beginnt, dann ist zum zweiten Mal nach 2015 auch Deutschlands bekanntester Straßenmusiker dabei: "Klaus der Geiger" aus Köln, mit bürgerlichem Namen Klaus von Wrochem, spielt seit fünf Jahrzehnten gesellschaftskritische Songs auf der Straße.

Der mittlerweile 79 Jahre alte Musiker ist nach einem USA-Aufenthalt als Dozent und Komponist in New York und San Diego aus den Konzertsälen auf die Straße gewechselt, "weil ich Musik für alle machen wollte und nicht nur für die Eliten." 1970 kehrte er nach Deutschland zurück, lebte in einer Kommune mit bis zu zwölf Leuten in der Kölner Südstadt und begann, sich als Straßenmusiker mit gesellschaftskritischen Liedern einen Namen zu machen.

Er schimpft auch heute noch über die Missstände der Welt

Heute, sagt Klaus der Geiger im Gespräch mit dieser Redaktion, "mache ich nicht mehr so viel Unsinn wie früher." Er hat auf auf zahlreichen links-politisch geprägten Demonstrationen gespielt, und Protestsongs mit gesellschaftskritischen Texten zu aktuellen Themen gibt es von ihm auch weiterhin zu hören – weil es sich lohnt, Stellung zu beziehen und Probleme anzuprangern, wie er in einem Interview im vergangenen Jahr im Bonner Generalanzeiger betont hat: "Ich bin der Letzte dieser Art. Es gibt sonst niemanden mehr, der so richtig losschimpft gegen die Missstände in der Welt. Ich singe keine Liebeslieder, keine Ich-Lieder, ich singe nur Wir-Lieder."

In einem Alter, in dem andere Menschen schon lange ihren Ruhestand genießen, spielt Klaus der Geiger zwar nicht mehr so häufig wie früher, aber immer noch regelmäßig auf der Straße: "Und ich werde das weiter tun, so lange es sinnvoll ist und mir Spaß macht". Beim Stramu will er zusammen mit Uwe Dove und Tom Fronza als Trio "ruki werch" (russisch, auf deutsch: Hände hoch) an den drei Stramu-Tagen insgesamt neun Konzerte spielen – zu finden sind die drei Kölner am Oberen Markt vor dem TK Maxx.

"Auf der Straße bist du gleichrangig und stehst auf der derselben Ebene mit deinem Publikum und spielst nicht von oben herab."
Klaus der Geiger

"Auf der Straße bist du gleichrangig und stehst auf der derselben Ebene mit deinem Publikum und spielst nicht von oben herab wie auf einer Bühne. Dadurch ist das ein ganz anderes Gefühl und eine ganz andere Botschaft", sagt Klaus der Geiger. Vor vier Jahren war er zusammen mit seiner Tochter zum ersten Mal beim Stramu zu Gast.

Lob für die musikalische Qualität beim Stramu

Die frühere Festival-Chefin Antje Molz hatte ihn als Deutschland bekanntesten Straßenmusiker schon seit der ersten Auflage im Jahr 2004 immer wieder eingeladen, geklappt hat es aber erst 2015. Der 79-Jährige hat seinen ersten Würzburg-Auftritt und das Publikum immer noch in guter Erinnerung: "Das Stramu und die Würzburger sind wirklich wunderbar. Das Festival ist toll, und die Qualität der Musik ist sehr gut, auch wenn nicht mehr alles richtige Straßenmusiker sind."

Dass am Freitagnachmittag die Würzburger "Fridays for Future"-Demo direkt an seinem Stramu-Standort vorbei führen wird, freut den erfahrenen Protestsänger besonders: "Ich habe genau das passende Lied für sie."

Das 16. Stramu beginnt am Freitag um 15 Uhr, am Samstag und Sonntag um 12 Uhr, bis 22 Uhr findet das Programm an 25 Standorten in der Innenstadt an allen drei Tagen statt. Einer der Höhepunkte am Freitag ist der Auftritt der "Beats & Lyrics" Crew aus dem B-Hof um 20.30 Uhr im Rathaus-Innenhof. 

Alle Informationen rund um das Festival und das komplette Programm gibt es im Internet unter www. stramu-wuerzburg.de. Diese Redaktion wird an allen drei Tagen in einem Liveblog über das Straßenmusikfestival berichten.

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