Würzburg

Bergrettung: Was die Würzburger Familie der Einsatz kostet

Rettung in der Not: Die Helfer in Lenggries waren beeindruckt von der Fitness der Kinder – und freuen sich schon auf ein ganz besonderes Dankeschön.
Die Bergretter in Lengries helfen einer Würzburger Familie bei Nacht von der Benediktenwand. Foto: Bergwacht Lengries

Glimpflich endete die Notsituation beim Bergwandern für einen Vater und seine drei kleinen Kinder  aus Würzburg an der Benediktenwand bei Lengries. Die Bergwacht, die bei Dunkelheit die Familie in Sicherheit gebracht hatte, erntet derweil viel Anerkennung in der Öffentlichkeit.

Auch den Familienvater, der sich bei der Tour im Gebirge zwar zeitlich verschätzt hatte, aber in der Notsituation besonnen reagiert und Hilfe herbeigerufen hat, wird in Schutz genommen – auch, wenn ihn der Einsatz nicht ganz billig kommt: "Die Kosten für den Einsatz belaufen sich auf 600 Euro, die der Würzburger selbst bezahlen muss, sofern er nicht beim Deutschen Alpenverein Mitglied ist", sagt Pressesprecherin Sylvia Frei auf Anfrage dieser Redaktion. Sie warnt indes vor falschen Vorstellungen: "Bitte beachten Sie, dass die Bergretter selbst von diesem Geld nichts erhalten, da alle Bergretter ehrenamtlich retten."

Familie begann die Bergtour zu spät

Der Mann aus dem Raum Würzburg und seine drei Kinder im Alter von fünf, neun und elf Jahren hatten am Montag vom Brauneck zur Tutzinger Hütte am Fuß der Benediktenwand laufen wollen, um dort zu übernachten. Sie waren aber nach Einschätzung der Bergwacht für diese Strecke viel zu spät aufgebrochen.

Sie fuhren mit der Brauneck-Bergbahn erst gegen 14 Uhr nach oben. Die Tour, die sie geplant hatten, nimmt laut Wanderführer allerdings drei bis vier Stunden in Anspruch. Und sie ist je nach Routenwahl durchaus anspruchsvoll.

Die 1801 m hohe Benediktenwand bei Lenggries war das Ziel der Würzburger Familie.

Gegen 17.40 Uhr befand sich die Familie in freiem Gelände in der Nähe der Probstalm – noch ein ganzes Stück von ihrem eigentlichen Ziel entfernt. Weil es mittlerweile regnete und dunkel war, verständigte der Familienvater die Rettungskräfte. Die Familie hatte keine Stirnlampen oder ähnliches bei sich.

"Die Kinder waren sehr fit"

Die Familie sei sehr freundlich und dankbar gegenüber den Bergrettern gewesen, sagt die Sprecherin der Bergwacht. Ihre Kollegen erzählten hinterher: Der Einsatz mit der jungen Familie habe sogar Spaß gemacht, weil alles gut funktioniert habe. "Die Kinder waren sehr fit, da sie schon viele Wanderungen gemacht hatten, wie uns der Vater erzählte", so Sylvia Frei. Der Vater habe die Bergtour allerdings wohl falsch eingeschätzt, da er bisher keine Erfahrung im Gebirge hatte.

Die Sprecherin nimmt ihn aber vor Kritik in Schutz: Die Bergwacht Lenggries mache den Geretteten keine Vorwürfe. "Wir helfen alle aus Überzeugung und sind froh, wenn Einsätze so gut ausgehen."

Ein Aufsatz über das Erlebte als Lohn für die Retter

Worauf sich die Retter schon freuen: Das 11-jährige Mädchen aus Würzburg hat vor, eine Geschichte über ihre Erlebnisse und die Rettung für die Schule zu schreiben, da sie gerne schreibt. "Wir freuen uns schon darauf, diese Geschichte als kleine Erinnerung und Dankeschön zu erhalten", sagt die Sprecherin der Lenggrieser Bergretter.

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