WÜRZBURG

Bernd Höland wird 70 Jahre alt

Bernd Höland, Gründer des Freundeskreises Würzburg-Suhl, wird an diesem Sonntag 70. Foto: Kriener

Große Verdienste um die Annäherung zwischen West- und Ostdeutschland nach dem Fall der Mauer hat sich Bernd Höland als Gründer des Freundeskreises Würzburg-Suhl erworben. An diesem Sonntag, 26. Februar, feiert er seinen 70. Geburtstag, und das nahe Antalya in der Türkei, wo er viele Freunde gefunden nach einer von ihm organisierten Hilfsaktion für Erdbebenopfer.

Hölands Familie stammt aus Erfurt in Thüringen und war kurz vor dem Mauerbau 1961 in den Westen geflüchtet. Nachdem sich ein politischer Wandel ankündigte, hatte er ein Jahr vor dem Fall der Mauer am 17. Dezember 1988 in der Main-Post eine Anzeige aufgegeben: „Wer gründet mit uns einen Freundschaftsverein von Würzburgern und Suhlern auf privater Ebene?“ Es war die Geburtsstunde des Freundeskreises Würzburg-Suhl, dessen Vorsitzender er noch immer ist. Nach vielen Reisen und Hilfsaktionen über drei Jahrzehnte hat Höland, der heute mit seiner Frau in Gaukönigshofen lebt, seine Aktivitäten nun eingestellt.

Vielen in Erinnerung ist Hölands spektakulärste Aktion, die größte Bürgerreise, die Deutschland wohl je erlebt hat: Im Januar 1990 reisten über 2000 Würzburger mit 33 Bussen in die Partnerstadt Suhl und wurden dort herzlich empfangen.

Eigentlich hatte sich Würzburg Dresden als Partnerstadt ausgesucht, doch von der DDR-Staatsmacht war Suhl zugeteilt worden. Die Grenze war damals zwar schon geöffnet, man brauchte zur Einreise aber noch ein Visum. Mitgereist waren damals, einen Tag nach dem Würzburger Prinzenball, fast der ganze Elferrat mit Prinzengarde und Spielmannszug der Ranzengarde, allen voran Faschingsprinzessin Karin Schubert, heute Moderatorin beim Bayerischen Fernsehen, und ihr Prinz, der frühere Stadtrat Peter Rogg. Mit dabei waren auch der Spielmannszug der Turngemeinde Würzburg-Heidingsfeld, die Hohestadter Blaskapelle aus Ochsenfurt und der Würzburger Polizeichor.

So gab es einen farbenprächtigen Festzug durch die Innenstadt von Suhl. 900 Suhler Familien nahmen die Würzburger in Empfang und versorgten sie mit heimischen Spezialitäten wie Hütes (Kartoffelklöße) und den Thüringer Bratwürsten.

Über 50 Reisen nach Suhl hat Höland seitdem organisiert, 22 Bürgerreisen von Suhlern nach Würzburg, dazu viele Benefizkonzerte mit Militärmusikern für Einrichtungen in Suhl, für Hochwassergeschädigte im Osten und für Erdbebenopfer in der Türkei. Zu Hölands Verdiensten gehört auch die Stiftung eines Denkmals der Deutschen Einheit an der Friedensbrücke durch den Freundeskreis. Die Stadt Suhl hat Höland zum Ehrenbürger ernannt, von der Stadt Würzburg kam außer einem Dankeschön nichts, sagt er. Hölands letzte Aktion war nun, die Woche der Militärmusik nach Würzburg zu holen: Die Stadt Würzburg wird sie ab 15. Mai 2017 organisieren.

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