WÜRZBURG

Bewegende Geschichte beim Treffen der Flüchtlingshelfer

Von Somalia, einem Land voller Gegensätze am Horn von Afrika erzählte Abdifatah Hussen Mohamed beim Austauschtreffen der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer des Landkreises Würzburg. Foto: Ehrenamtskoordination

Etwas zögerlich tritt Abdifatah Hussen Mohamed, gebürtiger Somali kürzlich vor die knapp 50 Gäste, die der Einladung der Ehrenamtskoordination des Caritasverbands und der Malteser ins Matthias-Ehrenfried-Haus gefolgt sind. Unter ihnen befinden sich vor allem ehrenamtliche Helfer und Paten, die sich in Stadt und Landkreis Würzburg für geflüchtete Menschen einsetzen. „Ich bin etwas aufgeregt und mein Deutsch ist nicht so gut“, eröffnete Abdifatah den Abend in fast perfektem Satzbau, heißt es in einer Pressemitteilung. „Aber, weil Sie alle schon lange mit Asylbewerbern arbeiten, verstehen Sie ja ausländisches Deutsch“, schmunzelte er.

Gefährliche Reise

Abdifatah ist 28 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und ist bereits seit sieben Jahren in Deutschland. In Somalia hatte er als Journalist bei einem Radiosender gearbeitet. Als 2008 zahlreiche Journalisten und auch ein Freund Abdifatahs getötet wurden, begab er sich laut Pressemitteilung auf die gefährliche Reise nach Europa. Mit im Gepäck die Sorge um seine zurückgelassene Familie und die große Ungewissheit, wie es weitergehen sollte. Während das Publikum gespannt zuhört, berichtet Abdifatah von seiner Reise quer durch die Wüste und den vielen Rückschlägen.

„Nach mehrfachen gescheiterten Versuchen nach Nordeuropa weiterzureisen, hatte ich auf einmal Glück und kam nach Paris und schließlich nach Deutschland. Als ich in Schweinfurt ankam, wurde ich zum ersten Mal wieder behandelt wie ein Mensch“, berichtete er voller Dankbarkeit.

Somali führt Restaurant

Nach mehreren Hilfsarbeiten in verschiedenen Branchen und einigen Praktika als Journalist, bei denen er feststellen musste, dass seine Deutschkenntnisse für diesen Beruf nicht ausreichten, eröffnete er schließlich mit seiner Frau 2017 ein afrikanisches Restaurant in Schweinfurt. Er beschreibt Deutschland laut Pressemitteilung als seine neue Heimat, ein Land vieler Möglichkeiten. „Auch uns Ehrenamtskoordinatoren ist es ein besonderes Anliegen mit solchen Austauschtreffen Begegnungsmöglichkeiten zwischen Einheimischen und Migranten zu schaffen“, erklärt Sandra Hahn, Ehrenamtskoordinatorin des Caritasverbands für die Stadt und den Landkreis Würzburg.

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