Würzburg

Big Heart Ride: Wie 50 Biker Zeit und Leidenschaft schenken

Der Big Heart Ride für die Lebenshilfe Würzburg: Warumden Lenkern der heißen Öfen die Begegnung ohne gegenseitige Berührungsängste wieder einmal unter die Haut ging.
Das Wetter hätte sicherlich besser sein können, aber mit Warnwesten und wetterfester Kleidung lässt sich auch Nieselregen ertragen.
Das Wetter hätte sicherlich besser sein können, aber mit Warnwesten und wetterfester Kleidung lässt sich auch Nieselregen ertragen. Foto: Herbert Ehehalt

"Es gibt kein schlechtes Wetter, höchstens falsche Kleidung!" Einmal mehr bestätigte sich diese altbekannte Biker-Weisheit am Sonntag beim Start zum 2. Big Heart Ride. All jene, die sich vom Nieselregen hatten abschrecken lassen, beim Inklusions-Event der "Harley-Friends Würzburg" dabei zu sein, haben es mit Sicherheit bereut. Denn noch bevor die bei "Harley-Davidson Würzburg Village" in Hettstadt von Hand gefertigte, so genannte "Papst-Harley" zur Versteigerung kommt, konnte das vom Pontifex inzwischen handsignierte edle Teil bei der großen Biker-Party auf der als Chicken-Farm bekannten Nudelfabrik in Großheubach bewundert werden. Entsprechend hoch schlugen die Biker-Herzen.

Start und Abfahrt zum "2. Big Heart Ride" der Harley-Friends Würzburg an der Niederlassung "Harley-Davidson Würzburg Village" in Hettstadt.
Start und Abfahrt zum "2. Big Heart Ride" der Harley-Friends Würzburg an der Niederlassung "Harley-Davidson Würzburg Village" in Hettstadt. Foto: Herbert Ehehalt

Zu vermessen gewesen wäre die Hoffnung auf eine so große Teilnehmerzahl wie bei der Premiere des Inklusions-Projekts der "Harley-Friends Würzburg" vor zwei Jahren. Statt der damals etwa 400 Motorrad-Freaks stellten bei Nieselregen diesmal deutlich weniger Biker ihre glänzenden Liebhaberstücke zur Verfügung. Organisiert und angeführt vom stellvertretenden Harley-Friend-Sprecher Peter Daubmeier starteten so nur etwa 50 hart gesottene Motorrad-Freaks von der Harley-Davidson-Niederlassung in Hettstadt zum Korso nach Großheubach, um Menschen mit Behinderung wieder ein eindrucksvolles, unvergessliches Erlebnis zu bieten - diesmal unter der Schirmherrschaft des Vorsitzenden der Lebenshilfe Würzburg, Wolfgang Trosbach.

Auf den Sozius-Sitzen Platz genommen hatten 19 Menschen mit Handicap

Auf den Sozius-Sitzen Platz genommen hatten 19 Menschen mit Handicap der Lebenshilfe Würzburg. "Eure Zeit und Leidenschaft ist das wertvollste, was ihr Biker uns von der Lebenshilfe schenken könnt", verdeutlichte Holger Klüpfel, Verantwortlicher der Offenen Hilfe der Lebenshilfe Würzburg bei der Begrüßung. Hintergrund des im Jahr 2017 ins Leben gerufenen "Big Heart Ride"ist es, Spenden zu sammeln, um damit behinderten Menschen der Lebenshilfe Würzburg zu helfen oder die Voraussetzungen für verschiedene gemeinsame Unternehmungen zu schaffen. Begrüßt wurde der Big-Heart-Ride-Tross in Großheubach mit einem von den "Jesus-Biker" gestalteten Motorrad-Gottesdienst, bevor die Rock- & Bluesband "Mississippi Fire" dem Publikum einheizte.

Auf der Bühne bei der Biker-Party des "2. Big Heart Ride" schwärmten (v.l.n.r.)  Wolfgang Trosbach (Vorsitzender der Lebenshilfe Würzburg), Sonja Scheuplein, Fabian Dinsing, und der stellvertretende Sprecher der Harley-Friends Würzburg, Peter Daubmeier gegenüber Moderator Andy Puhl von gemeinsamen Erlebnissen.
Auf der Bühne bei der Biker-Party des "2. Big Heart Ride" schwärmten (v.l.n.r.) Wolfgang Trosbach (Vorsitzender der Lebenshilfe Würzburg), Sonja Scheuplein, Fabian Dinsing, und der stellvertretende Sprecher der Harley-Friends Würzburg, Peter Daubmeier gegenüber Moderator Andy Puhl von gemeinsamen Erlebnissen. Foto: Herbert Ehehalt

Intensive Beziehungen mit der Offenen Hilfe der Lebenshilfe Würzburg pflegen die im Jahr 2006 gegründeten "Harley Friends Würzburg" schon seit 2011. Seither entstanden zwischen den Bikern und Menschen mit Handicap tiefe und feste Freundschaften. Nach zaghaften Versuchen zum Einstieg und gegenseitigem Kennenlernen, gehören gemeinsame Unternehmungen inzwischen zum festen Bestandteil des Reiseprogramms der Lebenshilfe Würzburg. Der Aktionsradius erweiterte sich nach anfänglichen Tagesausfahrten sukzessive bis hin zu Mehrtages-Touren auf zwei Rädern. In all den Jahren führten gemeinsame Touren unter anderem an Rhein und Mosel, nach Kitzbühel oder sogar ins Land der Harley-Davidson-Bikes, nach Amerika. Nach dem gemeinsamen eintägigen Erlebnis nun in Großheubach sind die Harley Friends Würzburg mit ihren Co-Piloten schon wieder vom 27. Juni bis 30. Juni bei einer Tour in die Fränkische Schweiz unterwegs.

Die behinderten Begleiter dankten mit freudestrahlenden Augen

Als Biker-Familie erwies sich der neuerliche "Big Heart Ride" für die federführenden "Harley-Friends Würzburg" dank freundschaftlicher Unterstützung durch Mitglieder der "Odenwald Spessart Chapter" und der "Gipsy Joker Würzburg". Die behinderten Begleiter dankten den Bikern ihr Engagement bei der Rückkehr zum Ausgangspunkt mit freudestrahlenden Augen. Und den Lenkern der heißen Öfen ging die Begegnung ohne gegenseitige Berührungsängste wieder einmal unter die Haut.

Start und Abfahrt zum "2. Big Heart Ride" der Harley-Friends Würzburg an der Niederlassung "Harley-Davidson Würzburg Village" in Hettstadt.
Start und Abfahrt zum "2. Big Heart Ride" der Harley-Friends Würzburg an der Niederlassung "Harley-Davidson Würzburg Village" in Hettstadt. Foto: Herbert Ehehalt

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