Veitshöchheim

Bilder voller Leidenschaft und Farbe

Bei der Vernissage am Sonntagmorgen freuen sich (von links) die Heilpädagin Barbara Reich-Scholz, die Künstlerin Antje Heinrich und Pfarrer Sebastian Wolfrum. Foto: Dieter Gürz

Ihre Feuertaufe als Galerie bestanden haben mit Bravour die neugestalteten Gemeinderäume im Untergeschoss der Veitshöchheimer Christuskirche. Mit ihren fröhlich bunten Bildern bringt Antje Heinrich aus Püssensheim,  die mit dem Down-Syndrom zur Welt kam, noch bis 8. Marz zu den Öffnungszeiten des Pfarrbüros und im Kontext von Veranstaltungen viel Freude und Farbe in das Gemeindehaus Christuskirche in der Günterslebener Straße 15.

Ein Bild von Antje Heinrich hatte beim Gottesdienst Platz neben dem Altar gefunden. Pfarrer Sebastian Wolfrum hatte es ausgewählt und in seine Predigt zum Text Offenbarung eingebunden. So führte er zum Ende der Predigt aus „Wir brauchen Menschen, die uns Bilder malen. Andere Bilder. Voller Leidenschaft und Farbe. Antje Heinrich malt solche Bilder. Einige leuchten, als seien sie aus einer anderen Welt. Formen, Wiederholungen, überraschende Wendungen, wenn ich einzelnen Linien folge.

Einführende Worte sprach dann bei der Vernissage die Heilpädagogin Barbara Reich-Scholz, die Initiatorin der Ausstellung, die die Künstlerin seit Kindesbeinen kennt. Sie verwies dabei auch auf die zahlreichen Exkursionen zu Kunstausstellungen im Rahmen der von ihr durchgeführten Veranstaltungsreihe "Gemeinsam unterwegs“.

Antje Heinrich, geboren 1978, lebt bei ihren Eltern auf einem ehemaligen Bauernhof. Sie ist auch im "Theater Augenblick" der Mainfränkischen Werkstätten Würzburg aktiv, dem ersten und einzigen Theater Bayerns, in dem Menschen mit Behinderung als Schauspieler arbeiten.

In ihrer Freizeit spielt sie auf der Veeharfe und malt, was zu einem wichtigen Lebensinhalt für sie geworden ist. Sie setzt damit die künstlerischen Aktivitäten und Begabungen ihrer Familie fort.

In der Christopherus-Schule hat sie laut Reich-Scholz einen guten Grundstein im Kunstunterricht bekommen für die Kunst. Unterstützt von ihrem Vater, der auch jahrelang gemalt hat, habe sie die Formensprache gefunden.

Sie zeichnet und malt ausschließlich mit Filzstiften, variiert Lieblingsformen und Farbigkeit, hauptsächlich im gängigen DIN A3-Format, jedes Mal neu, ohne Anleitung. Abgemalt habe sie noch nie etwas.  Es komme wirklich alles aus ihrem Gefühl, ihrer Stimmung und ihrer kreativen Begabung heraus.

Sie hat zwar nach den Worten von Reich-Scholz theoretisch nie gelernt, aber ganz großes Potenzial an Fähigkeiten von Formen in sich, die sie zum Ausdruck bringen kann. Sie fange einfach an und daraus entwickle sich das Bild, jedes Mal mit neuen Eindrücken, auch Ausblicken, durch das Bild hindurch zu schauen. Sie benutze einen Stab, wenn sie  Linien zieht und relativ wenig Formen, aber unendlich viele Farben.

Das Kleinteilige, die kleine überschaubare Welt, werde plötzlich größer durch den Zusammenhang mit vielen anderen Bildern. Sie verwende immer wieder Symbole, so einen Sonnenuntergang oder Blumen, Kübel, alles auf einer Ebene.

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