Würzburg

Bistum Würzburg sagt Weißen Sonntag ab, Hochzeiten nur im engen Familienkreis

Die Corona-Krise erreicht die Kirchen. Bischof Franz Jung hat die Pflicht zum Besuch des Sonntagsgottesdiensts ausgesetzt. Die Erstkommunion-Feiern werden verschoben.
Die im Bistum Würzburg am Weißen Sonntag geplanten Erstkommunion-Feiern sind abgesagt. Sie sollen verschoben werden. Das Bild zeigt die Kommunionkinder 2019 in Großrinderfeld.
Die im Bistum Würzburg am Weißen Sonntag geplanten Erstkommunion-Feiern sind abgesagt. Sie sollen verschoben werden. Das Bild zeigt die Kommunionkinder 2019 in Großrinderfeld. Foto: ArchivMax Richter

Bischof Franz Jung hat für die Katholiken im Bistum Würzburg bis einschließlich 19. April die Sonntagspflicht ausgesetzt. Das heißt, die Gläubigen müssen den Gottesdienst in der Kirche nicht besuchen. Eine Regelung, die auch für die Osterfeiertage gilt.

Gottesdienste in Senioren-Einrichtungen entfallen bis auf Weiteres. Das Bistum lädt dazu ein, die Übertragungen von Gottesdiensten in Hörfunk und Fernsehen zur Mitfeier zu nutzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch Firm-Gottesdienste finden vorerst nicht statt. Alle für den Weißen Sonntag, 19. April, geplanten Erstkommunion-Feiern sollen verschoben werden.

Hochzeiten und Trauerfeiern nur noch im engsten Kreis

Für die Sonntagsgottesdienste, die noch stattfinden, gelten die Empfehlungen der Deutschen Bischofskonferenz. Demnach soll für den Empfang der Heiligen Eucharistie auf Handkommunion umgestellt werden. Auf das Händeschütteln beim Friedensgruß sollten die Gläubigen verzichten.  

Krankenkommunion oder Krankensalbung für Einzelpersonen sind weiterhin möglich. Taufen, Trauungen und Beisetzungsfeiern sollen nur noch im engsten Familienkreis stattfinden, heißt es in der Mitteilung. Veranstaltungen wie Fastenessen oder Seniorennachmittage in den Gemeinden werden vorerst entfallen.

Kirchliches Leben steht still

Alle Kirchenchöre im Bistum Würzburg stellen bis einschließlich Sonntag, 19. April, den Probe- und Aufführungsbetrieb ein. Der geplante ökumenische Gottesdienst zum Gedenken an die Zerstörung Würzburgs am Montag, 16. März, um 9 Uhr, und die Gottesdienste zur Verabschiedung von Domdekan Günter Putz am Donnerstag, 19. März, um 17 Uhr sowie anlässlich des 100. Jubiläums des Diözesan-Caritasverbands am Montag, 23. März, um 17.30 Uhr finden nicht statt. Abgesagt wurde darüber hinaus die für Freitag, 13., und Samstag, 14. März, geplante Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken.

Hotline für die Gläubigen

Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg in der Würzburger Domerschulstraße 17 haben von Montag, 16. März, bis einschließlich Sonntag, 19. April, geschlossen. Alle Veranstaltungen der Kirchlichen Jugendarbeit (kja) im Bistum Würzburg sind ebenfalls abgesagt.

Bischof Jung bittet für diese Maßnahmen um Verständnis. Der Schutz der Menschen müsse nun absolute Priorität haben. Die Hotline des Bistums ist weiterhin von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 10 Uhr und 14 bis 16 Uhr unter (09 31) 38 62 22 22 erreichbar. Generalvikar Thomas Keßler hat im Bischöflichen Ordinariat einen Krisenstab eingerichtet, der gegebenenfalls weitere Maßnahmen beschließt. 

Die Lage in der evangelischen Kirche

Derweil fallen die Entscheidungen in der evangelischen Kirche sehr dezentral. Das Dekanat Würzburg, zuständig für die evangelischen Gemeinden in Stadt und Landkreis Würzburg, teilte am Freitagabend mit, Gottesdienste, Gebete und Trauergottesdienste sollen, "wenn hygienisch bei vertretbarem geringsten Infektionsrisiko möglich", weiterhin stattfinden. Man baue aber gleichzeitig die Teilnahme-Möglichkeiten über das Internet aus. 

Keine generelle Absage von Konfirmationen

Ob am Palmsonntag, 5. April, Konfirmationen stattfinden, müsse jede Kirchengemeinde für sich entscheiden, so der stellvertretende Dekan Max von Egidy nach einer Krisensitzung. Große Feiern müssten entfallen, kleinere mit nur wenigen Jugendlichen und Gästen seien aber denkbar.

Hilfsangebote wie die Beratungsdienste der Diakonie werden weiterhin angeboten. Auch die ambulanten Beratungsdienste und Nachbarschaftshilfen bleiben aktiv und werden bei Bedarf sogar  ausgebaut, so von Egidy. Gleichzeitig rät das Dekanat allen Gemeinden, Veranstaltungen in kirchlichen Räumen abzusagen. Dazu gehören die Treffen von Chören, sowie Krabbel-, Kinder-, Jugend- und Seniorengruppen.

Tägliches Gebet- und Gesprächsangebot

Die Kirche sei sich ihrer Verantwortung bewusst, betont Max von Egidy, sie wolle gerade in Zeiten der Bedrohung, Angst und Krankheit aber auch eine "Botschaft von Gottvertrauen und Nächstenliebe" ausstrahlen. Deshalb etwa stehe die Gethsemanekirche im Würzburger Stadtteil Heuchelhof ab  diesem Samstag täglich von 17 bis 18 Uhr zum Gebet und für Gespräche offen. Die Menschen seien eingeladen, eine Kerze anzuzünden. "Hygienischer Abstand" sei im weiten Rund der Kirche gut möglich, so der stellvertretende Dekan.

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