Würzburg

Bleibt ein Teilstück der Tankstelle erhalten?

Wie geht es weiter mit der Tankstelle am Hubland? Bei einem Treffen des Tankstellen-Aktionsbündnisses mit Baureferent Benjamin Schneider wurden Vorschläge erörtert.
Über die Zukunft der historischen US-Tankstelle am Hubland auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau soll der Stadtrat demnächst entscheiden. 
Über die Zukunft der historischen US-Tankstelle am Hubland auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau soll der Stadtrat demnächst entscheiden.  Foto: Torsten Schleicher

Die Aktivisten des Tankstellen-Aktionsbündnisses geben nicht auf. Nachdem die Entscheidung feststand, dass die ehemalige US-Tankstelle in den Leigthon Barracks vom Landesamt für Denkmalpflege in Bamberg nicht als Denkmal eingestuft wird (wir berichteten), gab es nun ein Treffen der Aktivisten mit Baureferent Benjamin Schneider, um über weitere Möglichkeiten der Erhaltung und Nutzung zu sprechen. 

Schon seit September bemüht sich das Bündnis um den Erhalt der Tankstelle  - als eine Erinnerung an den amerikanischen Teil der Würzburger Stadtgeschichte. Das erneute "Nein" zum Denkmalstatus wurde vor allem mit den Veränderungen und Umbauten, die im Laufe der Zeit am Gebäude vorgenommen worden waren, begründet. Für die Aktivisten vom Tankstellen-Aktionsbündnis zwar ein Rückschlag, aber nicht das "Aus". Das Gespräch mit Baureferent Schneider und Stadtplanerin Claudia Kaspar sei konstruktiv verlaufen. "Es hat erstmal keine generelle Abfuhr gegeben. Das ist schon mal ein gutes Zeichen", Herbert Stapff, Vorsitzender der Siedlervereinigung Sieboldshöhe gegenüber der Redaktion. Im Prinzip stünden drei Varianten zur Auswahl: Erstens die Sanierung des kompletten Gebäudes, zweitens der Erhalt eines Teilstückes und drittens der Abriss des Gebäudes. 

Kosten für den Erhalt müssen geprüft werden 

Es müsse nun von Bausachverständigen geprüft werden, wie hoch die Kosten für eine Sanierung sind, und inwiefern es sich bautechnisch lohnt, das Haus zu erhalten. Klar sei, so Stapff, dass sich die Baustandards geändert haben, beispielsweise was Themen wie Dämmen, Heizen und Energieeffizienz angeht. Das komplette Gebäude zu sanieren wäre kostspielig, ist sich auch Stapff bewusst. Den Betrag von einer Million Euro Sanierungskosten - der momentan gerüchteweise im Umlauf ist - wollte er nicht bestätigen.

Von Seiten des Baureferats hieß es, dass für die verschiedenen Varianten nun Gutachten und Kostenschätzungen erstellt und diese dann dem Konversionsausschuss vorgelegt werden. Im Februar soll dann der Stadtrat über die Zukunft der ehemaligen Tankstelle entscheiden. Darin liegt auch die Hoffnung der Aktivisten um Stapff, denn bereits im Oktober hatten sich die Stadtratsfraktionen von CSU, SPD und Grünen in der Tendenz positiv gegenüber einem Erhalt gezeigt. 

Blick aus dem Inneren: Das Tankstellen-Aktionsbündnis setzt sich für den Erhalt des Gebäudes ein. 
Blick aus dem Inneren: Das Tankstellen-Aktionsbündnis setzt sich für den Erhalt des Gebäudes ein.  Foto: Antje Hansen

Allerdings könnten auf die Stadt noch Nachverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zukommen. Denn: Beim Kauf des Geländes 2012 war der Abriss des Tankstellenareals ein Teil des Vertrags gewesen – und eine Weiternutzung nicht vorgesehen. "Bezüglich der BImA-Rückzahlung wartet das Baureferat noch auf eine Rückmeldung und hofft diese Information zu den besagten Sitzungen vorlegen zu können", heißt es aus der Pressestelle der Stadt. Dass dieser Betrag aber so hoch sein könnte, dass er die Entscheidung für oder gegen einen Erhalt erheblich beeinflusst, glaubt Stapff nach dem  Treffen mit Baureferent Schneider nicht. Trotzdem bleibt es spannend: "Momentan ist noch alles offen, wenn wir unsere Ideen einbringen können, tun wir das gerne."

Universität zeigt Interesse an Räumlichkeiten 

Was die Nutzung der ehemaligen Tankstelle angeht, gibt es verschiedene Ideen, die aber noch nicht konkret sind, sagt Stapff. Klar sei, dass man keine Gastronomie ansiedeln wolle, da es in der Nähe genügend Angebote gebe. Eher wolle man das Gebäude für kulturelle Zwecke wie Ausstellungen nutzen, eventuell die Ausstellung des Historikers Roland Flade zur Geschichte des Hubland, die während der Landesgartenschau im Untergeschoss des Tankstellen-Gebäudes zu sehen war. Auch die Julius-Maximilians-Universität Würzburg habe Interesse signalisiert, die Räumlichkeiten eventuell für Veranstaltungen zur deutsch-amerikanischen Geschichte zu nutzen, erzählt Stapff.

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