VOLKACH

Blick in die Anfänge der Vogelsburg

Blick in die Vergangenheit: Mitarbeiter einer Fachfirma für Ausgrabungen und Dokumentation sind seit November damit beschäftigt, im Untergrund nach den Resten der Vergangenheit zu forschen und die archäologischen Funde zu sichern.
Blick in die Vergangenheit: Mitarbeiter einer Fachfirma für Ausgrabungen und Dokumentation sind seit November damit beschäftigt, im Untergrund nach den Resten der Vergangenheit zu forschen und die archäologischen Funde zu sichern. Foto: Stiftung Juliusspital

Wie lebten die Menschen vor 5000 Jahren dort, wo heute die Mainschleife ist? Eine spannende Frage, der momentan auf der Vogelsburg bei Volkach nachgegangen wird. Eine auf Ausgrabungen und Dokumentation spezialisierte Firma ist seit November letzten Jahres damit beschäftigt, im Untergrund nach den Resten der Vergangenheit zu forschen und die archäologischen Funde zu sichern.

Erst wenn die Spezialisten das Feld räumen, kann der von der Stiftung Juliusspital Würzburg 2011 gekaufte Gebäudekomplex umfassend saniert und zeitgemäß ausgebaut werden.

„Die Relikte aus der Vergangenheit müssen gesichert werden.“
Dr. Michael Hoppe, Landesamt für Denkmalpflege

Der Grund für das Interesse der Archäologen: „Die Vogelsburg ist eine der bedeutendsten vor- und frühgeschichtlichen Siedlungs- und Befestigungsanlagen Unterfrankens“, betont Dr. Michael Hoppe vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Weil es sich um ein Bodendenkmal handelt, ist die Erwartung hoch, dass Funde auftauchen. Der Berg war bereits in der späten Jungsteinzeit (3000 bis 2000 vor Christus) besiedelt und wurde in der späten Bronze- und Eisenzeit (900 bis 400 vor Christus) befestigt. Die Burganlage wurde erstmals 874 urkundlich erwähnt.

Die Gemeinschaft der Augustinusschwestern siedelte sich 1957 an dem historischen Ort an, baute die Burganlage in den Jahrzehnten seit 1957 auf- und aus und übertrug sie am 1. Januar 2011 auf die Stiftung Juliusspital.

„Alle Baumaßnahmen, die ein Bodendenkmal gefährden können, bedürfen nach dem Denkmalschutzgesetz einer gesonderten Erlaubnis. Die Relikte aus der Vergangenheit müssen durch archäologische Grabungen gesichert werden“, macht Hoppe deutlich.

Es werde nur in den Bereichen gegraben, in denen auch Eingriffe in den Boden stattfinden sollen, wo also zum Beispiel Fundamente für Gebäude ausgehoben werden. Dort arbeiten sich die Spezialisten bis in 2,30 Meter Tiefe vor.

Einiges haben sie bei ihren Grabungen schon freigelegt, so beispielsweise Mauern, die einer Burganlage aus dem Hochmittelalter zugeordnet werden konnten. Diese Burganlage wurde in den Bauernkriegen im 16. Jahrhundert niedergebrannt, eine entsprechende Brandschicht haben die Ausgrabungen ebenfalls zutage gebracht.

In einem rund 90 Quadratmeter großen Areal im vorderen Bereich der Vogelsburg legten die Mitarbeiter ehemalige Feuerstellen und Spuren von Holzgebäuden frei, die von älteren Siedlungen stammen. „Auf der Vogelsburg wurden bisher noch keine systematischen Grabungen durchgeführt“, erklärt Dr. Hoppe. Die archäologischen Befunde werden mit allen Fundsachen dokumentiert und archiviert. Die Funde gehören dem Eigentümer des Areals, also der Stiftung Juliusspital. Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege kontrollieren und protokollieren die Ausgrabungen in regelmäßigen Abständen.

Wenn es bei dem milden Winter bleibt, sollen die Arbeiten im Frühjahr abgeschlossen sein. Dann beginnen die Sanierungsarbeiten im Gaststättengebäude. Dieses Haus aus den 1960er Jahren wird auf den Stand der Technik gebracht und erhält einen Anbau für die Küchenlogistik. Der Gastraum wird vergrößert und 130 Innensitzplätze aufweisen.

Nach der Sanierung wird sich auch der Weingarten der Vogelsburg größer präsentieren. Von den 250 Außensitzplätzen ist ein Teil überdacht, denn ein auf Säulen errichteter Zwischenbau wird künftig Gaststätte und Burggebäude verbinden. Dieser neue Bau beherbergt im Obergeschoss Hotelzimmer sowie einen 50 Quadratmeter großen Tagungsraum mit Aussicht auf das Maintal.

Umbau Vogelsburg

Kosten: Die „neue“ Vogelsburg kostet rund acht Millionen Euro, Bauherr ist die Stiftung Juliusspital. Zeitplan: Die Gaststätte öffnet Mitte 2015 wieder, das Tagungs- und Veranstaltungszentrum im März 2016. Mehr Übernachtungen: Durch den Umbau entstehen eine Reihe von Doppelzimmern, insgesamt sollen es 56 Betten werden. Mehr Plätze: In der Gaststätte gibt es künftig 130 Sitzplätze. Dazu kommen ein Saal mit 150 und der Außenbereich mit 250 Plätzen.

Blick in die Anfänge: Um die Spuren der Vergangenheit geht es derzeit auf der Vogelsburg.
Blick in die Anfänge: Um die Spuren der Vergangenheit geht es derzeit auf der Vogelsburg. Foto: Stiftung Juliusspital

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